Grüne im Grünen: Entdeckungsreise in der Natur

Baumhöhe schätzen: Harold Ingwersen zeigt Silke Dibbern, wie das mit einem Ast geht.
Baumhöhe schätzen: Harold Ingwersen zeigt Silke Dibbern, wie das mit einem Ast geht.

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05. August 2009, 09:56 Uhr

Itzehoe | Unter dem Motto "Grüne im Grünen" treffen sich Steinburger Naturliebhaber jedes Jahr, um die Natur der Umgebung zu erkunden. Diesmal wurde der "Naturerlebnisraum Itzequelle" vorgestellt. In dem Gebiet werden Schüler- und Kindergartengruppen, aber auch Erwachsenen durch ehrenamtliche Fördervereinsmitglieder die Zusammenhänge in der Natur vor ihrer Haustür vermittelt. Um den Blick auf die kleinen Dinge in der Natur zu schärfen, wird dabei auf eine ausführliche Beschilderung verzichtet. "Jeder soll selbst wieder entdecken lernen", fasst Fördervereinsvorsitzender Harold Ingwersen das Konzept zusammen. Sein Vereinskollege Nils Andersen zeigte der Besuchergruppe dann gleich, wie "Pflanzenbestimmung rückwärts" funktioniert: Jeder Teilnehmer erhält Fotos von Kräutern, Gräsern und Moosen, die es auf einer Fläche zu entdecken gilt. Spaß macht auch das Schätzen der Höhe von einzelnen Bäumen. Mit Hilfe eines auf Unterarmlänge abgebrochenen Astes demonstrierte Harold Ingwersen, wie sich die Höhe einer mächtige Linde recht genau bestimmen lässt.

In einer Becherlupe konnte die Schönheit von Insekten, Käfern, Spinnen und Raupen detailliert bewundert werden, bevor die Tiere wieder am Fundort entlassen wurden. So sah man den Erlenglanzkäfer Löcher in die Erlenblätter fressen, hörte Wespen an trockener Rinde "nagen", sah Weidenbäumchen, an denen ein Rehbock sein Gehörn "gefegt" hatte und fischte in der Itze, die dem Gebiet den Namen gab, nach Flohkrebsen.

Einer der Höhepunkte des Abends war der Blick in die "Kinderstuben" der Bienen. Die Brutröhren der Wildbienen liegen normalerweise unsichtbar für den Betrachter in morschen Holzstämmen. Doch im Naturerlebnisraum gibt es an einzelnen Stellen künstlich angelegte "Bienenappartements", in denen transparente Plexiglasröhrchen einen Einblick ermöglichen. In diesen Brutzellen sammeln die Bienen Nektar und Pollen. Ist genügend zusammengetragen worden, wird ein Ei abgelegt und das Gelege in der Röhre mit einer Trennwand aus Lehm und Ähnlichem verschlossen. Die später schlüpfende Larve kann sich dann von dem angesammelten Proviant ernähren und entwickelt sich weiter zur ausgewachsenen Biene.

Nach gut zwei Stunden bedankte sich Jürgen Ruge im Namen der Grünen für die "supertolle Führung" und überreichte Harold Ingwersen für den Förderverein "Naturerlebnisraum Itzequelle" eine Spende der Kreistagsfraktion in Höhe von 200 Euro. Die Grünen verzichten im Hauptausschuss des Kreises auf ihre Aufwandsentschädigung und unterstützen statt dessen Projekte, die keine ausreichenden öffentlichen Mittel erhalten.

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