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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 07:33 Uhr

Windstrom : Grüne Energie für die Kreisstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heide setzt sich mit ehrgeizigem Vorhaben gegen Bewerber aus dem gesamten Bundesgebiet durch.

Es ist ein Projekt, das Heide und seine Region einen großen Schritt nach vorne bringen könnte. Im Rüsdorfer Kamp, einem eher beschaulichen Quartier der Kreisstadt östlich des Bahnhofs, soll mit großzügiger finanzieller Unterstützung des Bundes – 24 Millionen Euro – die Energiewende erforscht und im Rahmen der Stadtteil-Modernisierung umgesetzt werden. Konkret geht es darum, grünen Strom effektiver als bisher zu nutzen. Neben Kaiserslautern, Zwickau, Esslingen, Oldenburg und einem süddeutschen Projektverbund erhält Heide in Schleswig-Holstein den Zuschlag für das insgesamt 100 Millionen Euro umfassende Förderprogramm „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“. Die Stadt setzte sich unter 60 Bewerbern aus der gesamten Bundesrepublik durch.

Hintergrund: Bei der Produktion umweltfreundlicher erneuerbarer Energien spielt der Heider Speckgürtel schon lange eine wichtige Rolle. Zahllose Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren in der gesamten Marsch künden davon. Allerdings: Trotz erheblicher Zuwachsraten kann Ökostrom nicht optimal genutzt werden. Das hat vor allem technische Gründe. Wissenschaftler und Unternehmer wollen dies untersuchen und gleichzeitig nach Lösungen forschen.

Im Kern geht es darum, die intelligente Vernetzung von Strom, Wärme und Mobilität im Alltag zu erforschen und erneuerbare Energien sinnvoll in bestehende Versorgungsnetze zu integrieren. Ein Aspekt könnte die Nutzung natürlicher Energiequellen vor Ort sein, indem zum Beispiel die Abwärme von Elektrolyseanlagen für die Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden genutzt wird. Möglich ist ebenfalls die Umwandlung von Windstrom in Wasserstoff, der dann zu bestimmten Zeiten verfügbar ist.

Realisiert werden soll dieser Ansatz im Projekt „Quarree 100“, das die Bundesregierung in den kommenden fünf Jahren mit bis zu 100 Millionen Euro unterstützt. Ab November macht sich ein Konsortium von 20 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft an die Arbeit. Beteiligt sind ebenfalls die Stadtwerke als lokaler Energieversorger sowie die Fachhochschule Westküste. Deren Fachrichtungen Umweltgerechte Gebäudesystemtechnik und Green Energy sind in Schleswig-Holstein bereits führend in Fragen des Klimaschutzes.

Eine maßgebliche Funktion wird der Entwicklungsagentur Region Heide zuteil. Deren Mitarbeiter Martin Eckhard fällt die Rolle des Koordinators zu. „Der erste Teil von Quarree 100 dient der Erforschung. Wir gucken, welche Technologien im Rüsdorfer Kamp sinnvollerweise eingesetzt werden können. In der zweiten Halbzeit machen wir uns an die Umsetzung. Eine große Herausforderung.“

In der Dithmarscher Kreisstadt sind sie auf die Förderung aus Berlin mächtig stolz. „Die Energiewende vollzieht sich an der Westküste“, betont Dirk Burmeister, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur. „Wir haben den Windstrom vor der Tür und die Raffinerie, wo auch Wasserstoff abfällt und auch unternehmerisches Potenzial. Unser Ziel ist es, im Rahmen eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts die Energiewende auf den Weg zu bringen.“ Bürgermeister Ulf Stecher sagt: „Die Förderzusage ist eine besondere Auszeichnung für unsere Stadtplanung, die gemeinsam mit Bürgern einen Entwicklungsprozess angestoßen hat.“

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