Sportvereine in Glückstadt : Großverein vorerst vom Tisch

Turnen ist eine der großen Sparten beim ETSV Fortuna.
Turnen ist eine der großen Sparten beim ETSV Fortuna.

Debatte um Sportförderung der Stadt eröffnet. Denkbar ist ein Dachverband unter professioneller Führung.

shz.de von
07. Februar 2018, 05:02 Uhr

Die Idee war gar nicht so abwägig: Ein Großverein für Glückstadt, der sämtliche sportlichen Angebote bündelt und hauptamtlich geleitet wird. Doch soweit wollten die Vertreter der Vereine nicht gehen. Beim Runden Tisch im Rathaus, zu dem Bürgermeisterin Manja Biel eingeladen hatte, wurde diese weitreichendste aller Ideen zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen.

Biel hatte die Vertreter aus Politik und Sport an einen Tisch gebeten, um auszuloten, wie den Vereinen unter die Arme gegriffen werden könnte. Dazu wurde zunächst geklärt wie der aktuelle Stand ist, wie Sportförderung derzeit aussieht, wie es um die finanzielle Ausstattung steht – und wie gemeinsam die Zukunft gestaltet werden kann.

Ein Bereich, in dem es bei vielen Vereinen kneift, ist das ehrenamtliche Engagement. Es werde immer schwerer, ehrenamtliche Übungsleiter für die Vereinsarbeit zu gewinnen. Und auch die Mitarbeit in den Führungsgremien werde häufig von Wenigen getragen. Beim ETSV Fortuna ist beispielsweise der Posten des Vorsitzenden immer noch vakant. „Der Arbeitsaufwand und die finanzielle Verantwortung in den Vorständen sind mit der zunehmenden Arbeitsverdichtung in der Berufsausübung nicht mehr vereinbar“, stellte Manja Biel fest.

Die Bürgermeisterin machte deutlich, vor welchen Herausforderungen Verwaltung und Politik im Hinblick auf die Sportförderung stehen. Biel: „Im Vordergrund steht eine gerechte Verteilung der von der Stadt an die Vereine zu gewährenden Sportfördermittel.“ Dafür werde die Verwaltung erst einmal Daten erheben, ähnlich eines Sportentwicklungsplans. Bisher gebe es weder exakte Zahlen zu Mitgliedern und Strukturen in den Vereinen noch zur Auslastung einzelner Sportstätten. Die Bürgermeisterin will zudem ein Gespräch mit dem Landessportverband führen, um Möglichkeiten rechtlicher und finanzieller Hilfe für Vereine zu vermitteln.

Für Glückstadt gibt es aber noch weitere Möglichkeiten. Spontan kam während der Diskussion die Idee einer Angebotsbörse. Dort könnten die Vereine zum Beispiel Geräte – wie Rasenmäher, aber auch Turn- und Fitnessgeräte – austauschen. So könne auch ein neues Wir-Gefühl unter den Vereinen entstehen. Und Manja Biel ging noch einen Schritt weiter: „Es wird nun über Kooperationen oder die Gründung eines Dachverbands für eine professionelle Mitgliederverwaltung nachgedacht.“

Thematisiert wurde auch die künftige Unterhaltung der Fortuna-Halle. Die Vereinsvertreter forderten zudem eine „klare Aussage“ seitens Verwaltung und Politik zur künftigen Gestaltung der Sportförderung.

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