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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 10:00 Uhr

Außenhafen : Großsegler erleuchtet den Hafen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die Thalassa macht Stopp im Glückstädter Außenhafen / Gesteuert wird das holländische Segelschiff von einer Frau

von
erstellt am 22.Aug.2014 | 11:45 Uhr

Vier Frauen, die an Bord arbeiten und ein Kapitän: Gute Stimmung herrscht auf der Thalassa. Der Großsegler macht etwas unfreiwillig bis Sonnabend Station in Glückstadt. „Wir wollten eigentlich nach Hamburg. Doch dort haben wir keinen Liegeplatz bekommen“, sagt Steuerfrau Nathalie van Zantau. Die 32-jährige Holländerin ist darüber aber nicht unglücklich. „Glückstadt gefällt mir.“ Bereits im vergangenen Jahr war sie mit einem anderen Schiff in der Elbestadt.

Die 47 Meter lange Thalassa ist ein Schmuckstück. Voll unter Segeln ist die Schonerbark mit ihren insgesamt sechzehn Einzelsegeln – zusammen sind dies 800 Quadratmeter Segelfläche – eine eindrucksvolle Erscheinung. Das Schiff wurde 1980 erstmals zu Wasser gelassen. Damals noch gebaut für die Fischerei – deshalb hat es auch seinen schlanken, stromlinienförmigen Rumpf. 1984 lief es vor der holländischen Küste auf ein Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg. Daraufhin wurde das Schiff geborgen und verkauft.

Arnold Hylkema und Jacob Jan Dam, die jetzigen Eigner und Kapitäne, kauften das Schiff und bauten es zu einem Großsegler um. Die Thalassa hat ihren Heimathafen in Hallingen in Holland. Von Mai bis Oktober ist die Besatzung mit dem Segler als Charterschiff in Nordeuropa unterwegs. Gäste wohnen an Bord komfortabel in 18 Doppelkabinen „mit Toilette“, wirbt Nathalie van Zantau. „Wir sind ständig unterwegs.“ Zu den Höhepunkten gehören die achttägigen „Whisky-Segelreisen“ nach Schottland. Verkostung von Whisky vor Ort gehört selbstverständlich dazu wie der Anblick der rauen Küste Schottlands.

Die Angebotspalette für Gäste ist groß. Auch Tagestouren – dann mit bis zu 140 Gästen an Bord – sind möglich. Ebenso finden Konferenzen und Workshops an Bord statt. Jüngst war der Segler bei der Kieler Woche und der Hanse Sail in Rostock dabei.

Nathalie van Zantau genießt ihre Arbeit: „Es ist eine bestimmte Lebensweise und sie macht mir Spaß.“ Auch ihre Kollegen und Kolleginnen schätzt die Holländerin sehr. „Wir sind eine kleine, liebe Schiffsfamilie.“

Die Thalassa wurde auf der Werft Haak in Zaandam in den Niederlanden gebaut. Zunächst fuhr das Schiff unter dem Namen Relinquenda. Die neuen Eigner tauften es nach dem Umbau Thalassa nach einer Meeresgöttin aus der antiken Mythologie. „Das ist griechisch“, sagt Arnold Hylkema und zieht den Bogen zu Glückstadts Wahrzeichen, der Fortuna. Auch die Glücksgöttin stammt aus der Antike.

An Bord hat der Kapitän ein Fahrrad dabei. Damit hat er gestern Glückstadt erkundet. Doch bevor es losging, war ihm noch eines wichtig: „Abends wird unser Schiff beleuchtet.“ Das sei ein schöner Anblick. Auch heute Abend wird es leuchten.

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