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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 08:08 Uhr

Großprojekt „braune Tonne“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In einer Halle in Ecklak warten tausende Biotonnen auf neue Besitzer. Mitte Juni werden die ersten Behälter in den Ämtern Breitenburg und Kellinghusen ausgeliefert.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Bioabfall soll möglichst komplett aus den Restmülltonnen verschwinden. Das sehen nicht nur das Kreislaufwirtschaftsgesetz und die Abfallentsorgungssatzung des Kreises Steinburg vor. Das bedeutet auch einen nachhaltigen Beitrag für den Umweltschutz. Denn es landet immer noch zu viel verwertbarer Abfall im Restmüll, aus dem nicht nur Kompost, sondern auch Energie gewonnen werden kann, erklärt Anja Martens, Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft im Steinburger Amt für Umweltschutz.

Aus diesem Grund haben die Kreispolitiker Anfang des Jahres mit 200  000 Euro für die Anschaffung von 10  000 neuen Biotonnen bewilligt – und damit den Weg für eine große Müllreform frei gemacht. An deren Ende sollen möglichst viele Haushalte auf die braune Biotonne umgestellt haben. „100 Prozent wollen wir gar nicht unbedingt erreichen. Das Ziel ist eine Abdeckung von 80 bis 90 Prozent“, sagt Martens.

Bereits jetzt besitzen mehr als die Hälfte (22  314 von 43  607) der Haushalte im Kreis Steinburg eine Biotonne. Damit die Zahl steigt werden in vier Etappen auch die restlichen Haushalte angeschrieben. „Wenn wir alle gleichzeitig anschreiben würden, würden wir mit der Bearbeitung nicht hinterherkommen“, erklärt Birgit Lukat, die sich in der Abteilung Abfallwirtschaft um die Anschreibaktion kümmert.

Ab Anfang der Woche finden rund 4400 Bürger der Ämter Breitenburg und Kellinghusen Post vom Kreis in ihren Briefkästen. Dann können sie in einem kostenfreien Umschlag eine 60-, 80- oder 120-Liter-Tonne bestellen. Wer nicht antwortet, erhält nach rund zwei Monaten automatisch eine 80-Liter-Tonne geliefert. Mitte Juni erfolgt die Auslieferung. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, sich von der Biotonnenpflicht befreien zu lassen. Dafür muss der Bürger mit Unterschrift versichern, dass er alle anfallenden Bioabfälle „vollständig und fachgerecht“ kompostiert und keine Bio- und insbesondere Küchenabfälle über den Restmüll entsorgt.

Anja Martens ist aber überzeugt, dass die Biotonne allemal der bessere Weg ist. Zumal Abfälle wie Speisereste, Knochen, Gräten, Wildkräuter und kranke Pflanzenteile ohnehin nichts auf dem Kompost zu suchen haben. „In der Biotonne dürfen sie aber entsorgt werden. Daher eignet sich die Tonne auch als Ergänzung für Eigenkompostierer“, rät Birgit Lukat.

Nach dem Auftakt folgen Anfang Juli die 3800 Anschreiben in den Ämtern Itzehoe-Land und Schenefeld, Mitte September erhalten 4800 Haushalte in den Ämtern Krempermarsch und Horst-Herzhorn sowie der Glückstadt Post und im Dezember werden die Briefe dann an 4400 Bürger in der Wilstermarsch und Itzehoe verschickt. Anja Martens bitte alle Bürger, die noch kein Schreiben erhalten haben, abzuwarten. „Wir arbeiten die Rückmeldungen mit einem Code-System ab. Wenn zwischendurch andere Tonnenbestellung eingehen, müssen die alle manuell erfasst werden, dass ist nebenbei nicht zu schaffen“, erklärt Martens.

Im April soll das Großprojekt abgeschlossen und die letzten Tonnen ausgeliefert sein. Dafür wurden weitere 80  000 Euro bereit gestellt. Denn Wolfgang Rose, der sich täglich um die Auslieferung von Tonnen kümmert, könnte das gar nicht leisten. „Der wäre mindestens ein halbes Jahr nur damit beschäftigt“, so die Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft.

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