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Katholische Kirche : Großer Wurf für die gesamte Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Familienzentrum St. Ansgar in Itzehoe wurde am Sonntag feierlich eingeweiht. Die vielfältigen Angebote des Hauses stehen für alle offen.

von
erstellt am 25.Aug.2013 | 19:23 Uhr

Pfarrer Ulrich Krause konnte ihn förmlich hören – den Stein, der allen Verantwortlichen gestern vom Herzen fiel: Endlich konnte das neue Familienzentrum der katholischen St. Ansgar-Gemeinde eingeweiht werden. Der Weg dahin war von Rückschlägen gepflastert. Ursprünglich war die Eröffnung schon für Januar geplant. Der lange Winter hatte für Verzögerungen gesorgt, zuletzt machten auch noch Wassereinbrüche im Keller Probleme. Doch alle seien geduldig gewesen, freute sich Krause: Die Kinder, die auf ihr Domizil warten mussten, und auch die Nachbarn, denen der Baulärm „buchstäblich auf die Seele schlug“. Rund drei Jahre wurde an dem 2,7 Millionen-Euro-Projekt gebaut.

Davon, dass sich das Warten gelohnt hat, überzeugten sich gestern hunderte Besucher. Und schon beim Eröffnungsfest wurde der Charakter als offenes Haus deutlich: Gäste aller Altersklassen, Herkunftsländer und Konfessionen feierten miteinander. „Die Ökumene ist selbstverständlich für das Haus“, freute sich Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke. „Gott kennt keine Grenzen“, betonte er. Und die Kirche baue zwar steinerne Häuser, doch es müsse immer wieder gezeigt werden, dass es Häuser der Menschen sind. Das Familienzentrum sei ein „Ort der Menschenfamilie“, in der man Zusammenhalt finde.

Für Christiane Zimmermann, stellvertetende Pröpstin des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, ist das Familienzentrum „ein großer Wurf“. Das Haus sei mit seinen vielfältigen Angeboten von der Kinderbetreuung über Migrationsprojekte und Elterncafé bis hin zur Lebensberatung offen „für alle, die sich ansprechen lassen und sich angesprochen fühlen“. Es biete kurze Wege, niedrige Schwellen und offene Türen. „Das ist ein richtiges Pfund.“ Das komplexe Angebot unter einem Dach biete gerade auch für all jene, die den Weg zu anderen Beratungsstellen scheuten, die Chance Hilfe zu bekommen. Dass sowohl die Einladung zur Einweihung als auch das Programmheft mit den Angeboten des Hauses mehrsprachig – Deutsch, Türkisch und Russisch – verfasst seien, sei dabei ein wichtiges Zeichen. Zimmermann verwies auf die Zusammenarbeit über die Konfessionsgrenzen hinweg: „Wir arbeiten gemeinsam daran, dass Familien Hilfe erfahren.“ Es sei der St. Ansgar-Gemeinde gelungen, ihre Vision so ausstrahlen zu lassen, „dass sie Menschen ansteckt“. Die Pröpstin dankte auch allen, die im Verborgenen und ehrenamtlich für das Familienzentrum tätig sind. „Es wird auch in Zukunft Menschen brauchen, die das Haus mit Leben füllen.“ Dazu gehört auch ein neuer Geschäftsführer, denn Norbert Klix ist nur noch bis Ende des Monats im Amt.

Der stellvertretende Landrat Dr. Heinz Seppmann gratulierte den Initiatoren zum Mut für das Projekt und hoffte, dass nun auch alle, „die mit dem Leben allein nicht fertig werden“, den Mut finden werden, sich Rat und Hilfe zu holen. Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Jung und Alt zusammenrücken. „Dafür wurde jetzt der Startschuss gegeben.“

Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen ist sich sicher, dass das Geld, mit dem die Stadt das Familienzentrum unterstützt, „hervorragend angelegt“ ist. Das Haus biete ein vielfältiges Angebot, „das sich sehen lassen kann“, es zeige, dass Ehrenamtlichkeit lebt – und es sei obendrein auch noch ein Gewinn für das Stadtbild.

Das fanden auch die Besucher. Überall war nur Lob zu hören – sei es über die Größe und Ausstattung der Zimmer oder die entzückenden Sanitärräume im Krippenbereich, die fast schon den Titel „Wellness-Oase“ verdienen. „Ich finde das ganz toll, alles ist freundlich und hell, schon der Empfangsbereich ist sehr schön“, sagte Agnes Meyer aus Kellinghusen, die es sich in einem der Sessel im Foyer gemütlich gemacht hatte. Dort wird künftig neben anderen Ehrenamtlern auch Rüdiger Schumacher die Besucher begrüßen und an die richtigen Stellen weiterleiten – oder einfach mal mit ihnen klönen. Für den Ruhestand suchte er nach einer Aufgabe und freut sich schon sehr auf seine Tätigkeit: „Ich hoffe, dass viele auch einfach mal reinkommen und sich hinsetzen.“

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