Veränderungen : Großer Einschnitt bei den Grünen

Die ersten Fünf (v. li.):  Henning Wendt, Silke Dibbern-Voß, Eva Gruitrooy, Nasrin Zare Kashani und Karl-Heinz Zander kandidieren für die Itzehoer Ratsversammlung.  Foto: Zukowski
Die ersten Fünf (v. li.): Henning Wendt, Silke Dibbern-Voß, Eva Gruitrooy, Nasrin Zare Kashani und Karl-Heinz Zander kandidieren für die Itzehoer Ratsversammlung. Foto: Zukowski

"Neuer Geist" im Ortsverband: Die bisherige Ratsfraktion tritt bei der Kommunalwahl geschlossen nicht mehr an.

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26. Februar 2013, 08:17 Uhr

Itzehoe | Alles neu. Nach diesem Motto treten die Itzehoer Grünen zur Kommunalwahl im Mai an - zumindest, was die Besetzung ihrer Kandidaten listen betrifft. Mit Peter Dawiec, Frank Schuchard und Bernd Prang ist die gesamte bisherige Fraktion nicht mehr dabei. Auch Albrecht Kruck, der als bürger liches Mitglied in Ausschüssen saß, steht nicht mehr zur Ver fügung.
Als Begründung geben die bisherigen drei Ratsherren den "veränderten Umgang miteinander" im Ortsverband an. Dessen Führung hat Peter Dawiec im November 2012 abgegeben. Seitdem ist Karl-Heinz Zander Vorsitzender. "Wenn ich die Veränderungen der letzten Zeit, vor allem, was die Kommunikation und den Umgang miteinander betrifft, Revue passieren lasse, sehe ich, dass eine Umwucht da ist und die Chemie nicht mehr stimmt", sagt Peter Dawiec, der sich seit 15 Jahren für die Grünen engagiert. Die Gründe für seinen Rückzug seien nicht privat, sondern "allein parteiintern". Er habe immer gerne die Kommunalpolitik mitgestaltet und werde auch sein Mandat verantwortungsbewusst zu Ende bringen, betont Dawiec. "Und ich stehe nach wie vor zu den grünen Prinzipien."
Für Bernd Prang wäre die Entscheidung "bis vor vier Monaten undenkbar" gewesen. "Aber die in letzter Zeit deutlich veränderte Art und Weise der Kommunikation und des Umgangs miteinander zwischen Vorstand und Fraktion haben mich zu diesem Schritt veranlasst", erklärt er. "Mir hat die Arbeit in der Fraktion viel Spaß und Freude gemacht und dafür gebührt Peter und Frank mein Dank." Doch mit dem "neuen Geist" könne er sich nicht mehr identifizieren.
Auch Frank Schuchard vermisst "seit einigen Monaten innerhalb des Ortsverbands das Miteinander sowie das notwendige Wir-Gefühl, um gemeinsam Dinge anzustoßen und zu bearbeiten". Er sehe angesichts der Besetzung der Listenplätze "für die Zukunft kein gemeinsames, gedeihliches Arbeitsklima innerhalb einer Ratsfraktion".
Karl-Heinz Zander zeigt sich überrascht über diese Vorwürfe. Es habe "inhaltlich keine Differenzen" gegeben und die bisherigen Aktiven hätten gute Arbeit geleistet. "Wir bedauern die Entscheidung sehr stark." Gerne hätte man einen anderen Übergang gehabt, bei dem neue und alte Kräfte gemeinsam im Boot sind. Die Tatsache, dass es "überraschend schnell und gut" gelungen sei, die Lücken zu schließen, zeige aber auch: "Die Stimmung ist keineswegs schlecht." Vielmehr werde die neue Lage auch als eine Art Aufbruch begriffen.
Ein wichtiges Ziel sei gewesen, "dass Frauen wieder stärker vertreten sind". So kandidiert an Platz 1 nun Eva Gruitrooy. Die Diplom-Sozialpädagogin ist langjähriges Mitglied und hat bereits Erfahrung auf Kreisebene. Sie stellt die Verhinderung der Schließung weiterer Wirtschaftsstandorte, die Weiterentwicklung Itzehoes sowie die kommunale Wasserversorgung in den Mittelpunkt.
Auf Platz 2 steht Karl-Heinz Zander. Platz 3 belegt mit dem Polizeibeamten Henning Wendt ebenfalls ein Neuling. Auf Platz 4 folgt Silke Dibbern-Voß, Gründungsmitglied, Kreisschatzmeisterin und neue Kassenwartin der Ortsgruppe. Platz 5 belegt Nasrin Zare Kashani, gebürtige Iranerin. Sie ist kein Parteimitglied und will sich insbesondere den Frauen mit Migrationshintergrund widmen. Es folgen Harold Ingwersen (Nicht-Mitglied), Siegrid Kröger, Michael Obermayer, Roswitha Herold, Tamas Szendefi, Clara Gruitrooy und Gisela Lindemann (Nicht-Mitglied).
Von 16 Wahlberechtigten waren sieben anwesend. Die meisten der "alten" Mitglieder, die sich auf hintere Listenplätze setzen ließen, fehlten - und waren den Partei-Neulingen gar nicht bekannt, so dass sie von Dritten vorgestellt werden mussten. Zander ist dennoch zufrieden mit der Beteiligung: "Sieben sind immerhin fast die Hälfte." Er blickt optimistisch in die Zukunft. Die Kandidaten seien alles "Leute, die richtig Lust haben". Und da mit Gruitrooy und Dibbern-Voß auch zwei erfahrene Kommunalpolitikerinnen dabei seien, "werden wir nicht wie die Frischlinge da stehen".

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