Bundeswettwewerb : „Großer Brook“ kämpft um Gold

Gruppenbild in der Kleingartenanlage am Brook (von links): Jochen Niemann, Heinz J. Schulz, Walter Schulz, Peter Labendowicz sowie die Jurymitglieder Dr. Werner Heinz, Professor Dr. Gerlinde Krause, Werner Heidemann, Jürgen Sheldon, Karin Freier, Thomas Wagner und Martin Rist mit dem Landesvorsitzenden Hans-Dieter Schiller und dem Kreisvorsitzenden Hans Hellwig.
1 von 2
Gruppenbild in der Kleingartenanlage am Brook (von links): Jochen Niemann, Heinz J. Schulz, Walter Schulz, Peter Labendowicz sowie die Jurymitglieder Dr. Werner Heinz, Professor Dr. Gerlinde Krause, Werner Heidemann, Jürgen Sheldon, Karin Freier, Thomas Wagner und Martin Rist mit dem Landesvorsitzenden Hans-Dieter Schiller und dem Kreisvorsitzenden Hans Hellwig.

Die Kleingärtner aus Wilster haben ihre Anlage richtig rausgeputzt: Eine siebenköpfige Fachjury des Bundeswettbewerbs besichtigt die Gärten.

shz.de von
30. Juni 2014, 17:10 Uhr

„Natur erleben – aktiver leben“ oder „Kleine Gärten – große Freude“ lauteten die Slogans auf Plakaten des Bundes deutscher Gartenfreunde, die am Sonnabend das Gemeinschaftshaus des Kleingärtnervereins Wilster zierten. Nicht ohne Grund, denn dort empfing der Vereinsvorstand die Jury für den Bundeswettbewerb der Kleingartenanlagen. Wilster befindet sich mit seiner Anlage „Großer Brook“ im Wettstreit um die Gold-, Silber- oder Bronzemedaille mit 30 weiteren Anlagen aus allen Bundesländern.

Vorsitzender Heinz J. Schulz und sein Stellvertreter Jochen Niemann freuten sich über den Besuch der siebenköpfigen Fachjury unter dem Vorsitz von Jürgen Sheldon aus Bremerhaven. Karin Freier kam aus dem Berliner Umweltministerium, Dr. Werner Heinz vertrat den Deutschen Städtetag, Professor Dr. Gerlinde Krause von der Fachhochschule Erfurt gehört dem Beirat des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde an. Werner Heidemann ist Geschäftsführer des Landesverbands Westfalen und Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes, Martin Rist war aus Bayern angereist und ist Geschäftsführer des dortigen Landesverbandes, während Thomas Wagner wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesverband ist.

Der besondere Gruß des Vorsitzenden galt dem Landesvorsitzenden Hans-Dieter Schiller aus Lübeck, dem Landesfachberater Thomas Kleinworth und dem Steinburger Kreisvorsitzenden Hans Hellwig. Bürgermeister Walter Schulz stellte den Gästen die Marschenstadt Wilster vor und dankte den Kleingärtnern, die mit viel Engagement ihre Anlage pflegen und dort einen grünen Fleck in der Stadt Wilster geschaffen hätten. Er blicke voller Stolz auf diese Anlage, die sich durch ihren besonderen Charme auszeichne.

Kreispräsident Peter Labendowicz würdigte das Kleingartenwesen als eigene Welt mit eigener Kultur. Im Kreis Steinburg gäbe es elf Kleingärtnervereine. Jochen Niemann erinnerte an die Vereinsgründung in Wilster am 8. Juli 1920. In den 30er Jahren war der Verein auf 200 Mitglieder gewachsen, um dann nach dem Krieg mit weit über 1200 Mitgliedern eine Rekordstärke zu erreichen. Bis 1952 hatte sich die Mitgliederzahl bereits wieder auf 502 reduziert, um dann kontinuierlich kleiner zu werden. Heute zählt der Kleingärtnerverein Wilster 78 Mitglieder, die in 104 Parzellen rund 37 203 Quadratmeter Gartenfläche bewirtschaften. Viele Mitglieder nutzen ihn fast ausnahmslos als Freizeitgärten, den Gemüseanbau pflegen nur noch gut ein Drittel der Mitglieder. Als Höhepunkte der Vereinsgeschichte bezeichnete Jochen Niemann den Bau des Gemeinschaftshauses (1987), die Anlage eines Feuchtbiotops (1990) und den Landessieg im Anlagenwettbewerb 2013. Besonders freut den Vorstand, dass die Stadt Wilster einen Garten gepachtet hat, der vom Jugendzentrum bewirtschaftet wird, und dass der Nabu einen Schmetterlingsgarten angelegt hat. Die Nabu-Jugend nutzt eine Parzelle für ihr Vereinsleben. „Im Laufe der Jahre hat sich fast die gesamte Anlage Großer Brook zu einem Naturpfad mit Biotop, Bienengarten, Apfelwiese, Schilfgürtel und Informationstafeln entwickelt“, fasste Niemann zusammen.

Zurzeit könne der Verein 15 freie Gärten anbieten, so dass der Verein offen für neue Mitglieder sei, betonte der 2. Vorsitzende. Ein Drittel der aktiven Mitglieder seien unter 35 Jahre alt, teilte Vorsitzender Heinz J. Schulz mit. Nach Aussage Jochen Niemanns blicke der Verein optimistisch in die Zukunft. Allerdings: „Wir haben zu viele Gärten mit zu viel Fläche.“ Für deren Unterhaltung könne man nicht jeden begeistern, sah Niemann ein. Eigentlich könnte der Verein auf 20 Gärten verzichten, doch sei dies technisch problematisch, da nicht alle Gärten am Rand der Anlage lägen, sondern über die gesamte Fläche verteilt seien.

Die Jury nutzte die Zusammenkunft im Gemeinschaftshaus, um weitere Details zu erfragen, ehe sie die Anlage bei einem ausgedehnten Rundgang unter die Lupe nahm. Ein Ergebnis der Bewertung wird frühestens im August erwartet. Die offizielle Auszeichnung der Besten soll im November auf einer Feier in Berlin vorgenommen werden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen