Investition : Großeinkauf am Schleppermarkt

Neue Traktoren in Schwarz: Seine Maschinen lässt Unternehmer Sönke Krey extra umlackieren.
Neue Traktoren in Schwarz: Seine Maschinen lässt Unternehmer Sönke Krey extra umlackieren.

Der Unternehmer Sönke Krey investiert vier Millionen Euro – dafür kauft er 34 neue Großmaschinen und reagiert auf den Bauboom.

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05. Dezember 2017, 05:18 Uhr

Dass die Geschäfte laufen, ist beim Blick auf das Betriebsgelände von Sönke Krey nicht zu übersehen: Nicht weniger als 25 fabrikneue Großschlepper stehen in der ehemaligen Marinekaserne, dazu sechs große Radlader und drei Sattelzüge – ebenfalls nagelneu. „Es ist sehr viel zu tun“, sagt Krey. Deshalb brauche er neue Maschinen. Mehr als vier Millionen Euro hat der Firmenchef nach eigenen Angaben investiert und damit den Fuhrpark seiner Unternehmensgruppe um knapp ein Drittel vergrößert.

Die Baubranche boomt und Kreys Firma ist an zahlreichen Projekten wie dem Bau der fünften Schleusenkammer am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel beteiligt. „Unser Kerngeschäft sind Transporte und Dienstleistungen rund um den Tiefbau“, sagt Krey. In diesem Bereich werden auch die meisten der neuen Schlepper in einer Größenordnung zwischen 150 und über 300 PS eingesetzt. „Aber wir setzen Tiefbauprojekte auch komplett um und bauen beispielsweise Straßen für Windparks und ähnliches.“ Auch im Abbruchbereich ist Krey aktiv – und braucht dort ebenfalls große Maschinen. Die neuen Radlader kommen dagegen in den firmeneigenen Sand- und Kieswerken zum Einsatz. Und einige der Großschlepper sind speziell für den Einsatz in der Landwirtschaft ausgerüstet, denn das Unternehmen bietet auch Lohnarbeiten für Landwirte an.

„In diesem Bereich ist mehr Technik notwendig“, erklärt Krey. Die Traktoren der Marke Fendt sind unter anderem mit einer satellitengestützten Spurführung ausgerüstet, die es dem Fahrer beispielsweise beim Einsähen von Getreide ermögliche, genauso zu fahren, dass er kein Stück der Fläche zweimal bearbeitet. „Das entlastet die Fahrer sehr“, sagt Krey. „Früher, als die Maschinen kleiner waren, konnte man das noch per Augenmaß am Vorderreifen abschätzen.“ Heute hätten die Anbaugeräte oft große Überbreite und seien schwieriger zu überblicken. Da helfe die moderne Technik beim effizienten Einsatz. „Und der Fahrer muss sich nicht über Stunden angestrengt konzentrieren.“

Die 80 Beschäftigten seines Unternehmens sind auch sonst ein Faktor, die der Firmenchef beim Fahrzeugeinkauf im Hinterkopf hat. Die neuen Maschinen sind für ihn auch eine Investition in aktuelles und zukünftiges Personal. „Es geht darum, den Mitarbeitern einen vernünftigen Arbeitsplatz zu bieten“, sagt Krey, der nach eigenen Angaben bisher keine Nachwuchsprobleme hat. „Aber der Fachkräftemangel kommt auf alle Unternehmen zu. Das ist abzusehen.“ In Zukunft sei das Personal der begrenzende Faktor für Wachstum. Und nicht zuletzt deshalb sei es ihm wichtig, einen modernen und hochwertigen Maschinenpark zu haben, um so attraktiv für mögliche Bewerber zu sein.

Während sonst in der Baubranche häufiger genormte Mietmaschinen zum Einsatz kommen, setzt Krey auf einen eigenen Maschinenpark. Das erleichtere die individuelle Anpassung – nicht zuletzt die Lackierung der eigentlich grünen Schlepper der Marken Fendt und John Deere im firmenüblichen Schwarz – und biete auch im Alltagsgeschäft Vorteile. „Da bin ich altmodisch, ich möchte selbst über meine Maschinen entscheiden können“, sagt der Unternehmer. Bei Leasing-Modellen müsse bei Schäden oft langwierig mit dem Eigentümer verhandelt werden. „Und in unserem Geschäft ist Zeit oft ein kritischer Faktor.“ Er versuche deshalb auch regional zu kaufen, um einen ortsnahen Service zu haben, wenn die firmeneigene Werkstatt Probleme nicht lösen könne. Die neuen Maschinen kommen daher von Firmen in Itzehoe, Dägeling, Albersdorf und Hamburg.

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