Kooperation : Große Zukunft mit kleinen Geräten

Enge Zusammenarbeit (v. l.): Professor Ralf Dudde und Professor Wolfgang Benecke vom ISIT mit Professor Hanno Kirsch und Professor Michael Berger von der Fachhochschule Westküste.
Enge Zusammenarbeit (v. l.): Professor Ralf Dudde und Professor Wolfgang Benecke vom ISIT mit Professor Hanno Kirsch und Professor Michael Berger von der Fachhochschule Westküste.

Fraunhofer-Institut ISIT in Itzehoe und Fachhochschule Westküste in Heide bündeln Kompetenzen in gemeinsamer Arbeitsgruppe.

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22. November 2013, 05:00 Uhr

Eng ist die Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) und der Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide seit Jahren. Gestern haben sie sie auf eine neue Stufe gestellt: In einer Arbeitsgruppe wollen beide Lösungen erarbeiten, mit denen Maschinen oder andere elektronische Geräte in Zukunft einfacher bedient werden können. Die Initiatoren sprechen von „Mensch-
Maschine-Schnittstellen“.

Geforscht wird in beiden Einrichtungen. In der Mikrosystemtechnik am ISIT geht es um kleinste Bauteile und Sensoren. Mikrospiegel zum Beispiel werden künftig eine große Rolle spielen, wenn Autos selbstständig Abstände und ihre Umgebung erfassen. Die Systeme dafür seien aber weniger ausgereift, die Schaltungen zu groß, sagte Professor Ralf Dudde vom ISIT. Ähnlich ist es bei der Laserprojektion für Displays. Die FHW dagegen ist im Bereich der Anwendung unterwegs: „Da ergänzen sich die Kompetenzen“, sagte Professor Michael Berger, der die Arbeitsgruppe zusammen mit Dudde leitet.

Optische Systeme zur Abstandsbestimmung in Fahrzeugen oder zum Erkennen von Gesten, die Maschinen steuern – damit beginnen die Arbeiten. Fachleute von ISIT und FHW sowie Studenten wollen im kommenden Jahr erste „Demonstratoren“ vorweisen und damit Kunden für weitere Projekte gewinnen. „Regionale Unternehmen sollten diese Zusammenarbeit aktiv für sich nutzen“, wünschte sich FHW-Leiter Professor Hanno Kirsch. Es gehe um gute Impulse für Unternehmen im Land und darüber hinaus, sagte auch ISIT-Leiter Professor Wolfgang Benecke. Systeme sollten entstehen, die glaubwürdig und umsetzbar seien und in eine Produktion einmünden. „Je kleiner das Unternehmen, desto größer die Schwellenangst“, weiß Berger. Die Gruppe wolle Ideen generieren, indem sie erste Geräte auf den Tisch stelle.

Diese Form der Vernetzung sei ein absolutes Muss, weil die Technik immer komplexer werde, betonte Benecke. FHW wie ISIT hätten eine überregionale Vorreiterrolle, sagte Kirsch – und diese werde mit der gestern besiegelten Kooperation weiter gestärkt. Eine erste Vereinbarung gab es bereits 2004. Seither kommen Studenten ins ISIT für Praktika, als Hilfskräfte, für ihre Abschlussarbeiten oder die Promotion. ISIT-Professoren lehren in Heide. „Neu ist, dass wir gemeinsam an Projekten arbeiten“, so Dudde. Die FHW sei die größte Mitarbeiterquelle für das Institut und die Firmen der Umgebung, sagte Berger. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es laut Kirsch deshalb auch, die Leistungsfähigkeit des Landes auf diesem Gebiet zu zeigen, gerade auch jungen Leuten: „Hier wird Zukunft gemacht, mittendrin in der Metropolregion Hamburg.“ Das Netzwerk gewinne immer mehr an Schlagkraft und Bedeutung. Unter den vielen Kooperationen des ISIT sei diejenige mit der FHW die intensivste, sagte Benecke.

Das würdigte auch die Fraunhofer-Zentrale in München: Sie fördert die Arbeitsgruppe mit 1,2 Millionen Euro über vier Jahre. Danach soll sie weiterlaufen: Dudde hofft, dass sich über die FHW viele Kontakte zu mittelständischen Unternehmen ergeben. Benecke hofft sogar auf neue Firmen: Es werde alles getan, um jungen Forschern den Weg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen.

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