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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 17:37 Uhr

Politik : Große Pläne für ihre neue Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die künftige Bürgermeisterin Manja Biel bereitet sich auf ihr Amt vor

von
erstellt am 15.Dez.2015 | 10:02 Uhr

Am 1. Mai 2016 tritt Manja Biel ihr Amt als Bürgermeisterin an. Gemeinsam mit Ehemann Peter und Sohn Laurent (13) will sie nach Glückstadt ziehen. In einem Interview mit unserer Zeitung spricht sie über die kommenden Aufgaben.

Wie bereiten Sie sich auf das neue Amt vor?

Erst in ein paar Tagen werde ich es final realisiert haben, was für mich die Wahl bedeutet. In jedem Fall bin ich enorm dankbar für den Vertrauensvorschuss den die Glückstädterinnen und Glückstädter mir mit ihrer Stimme gegeben haben. Vielen Dank an alle, die mich mit ihrer Stimme, mit ihren Gedanken, Worten und Taten, in den vergangenen sechs Monaten unterstützt und begleitet haben. Für mich gilt es jetzt, alles zu geben und vor allem, nicht zu enttäuschen. Dazu ist zunächst wichtig, sich noch tiefer in die Glückstadt bewegenden Themen einzuarbeiten.

Welche Schwerpunkte legen Sie in Bezug auf Glückstadt in der Zeit bis zum 1. Mai? Werden Sie bereits mit Personen sprechen? Werden Sie jetzt öfter nach Glückstadt kommen?

Es war eine lange, spannende und sehr intensive Zeit des Wahlkampfes – mit vielen Gesprächen und Begegnungen. Jetzt brauche ich ehrlich gesagt eine kleine Verschnaufpause. Danach werde ich das Gespräch mit den Fraktions- und den Ortsverbandsvorsitzenden suchen und auch Bürgermeister Gerhard Blasbergs Angebot annehmen, mich mit ihm auszutauschen. Als Bürgermeisterin in spe werde ich zudem sicherlich an der einen oder anderen Sitzung und Veranstaltung teilnehmen und mich mithin intern und extern auf die Amtsübernahme vorbereiten. Natürlich ist mir aber auch an einem sauberen Übergang in meiner jetzigen Tätigkeit gelegen. Insofern werde ich nach Glückstadt kommen, wann immer es meine Zeit erlaubt.

Wie ist Ihre Haltung zum Tourismus? Soll er so weiter geführt werden? Und wenn nicht, welche Ideen schweben Ihnen vor?

Glückstadt ist für mich ohne Tourismus undenkbar, nicht nur für die Touristen. Die Aktivitäten und Feste bereichern die Stadt insgesamt auch für ihre Bewohner. Die 300 000 Tagestouristen und bis zu 100 000 Übernachtungsgäste bringen Kaufkraft für den Einzelhandel und die Gastronomie. Allerdings lassen die Besucherzahlen in der dunkleren Jahreshälfte stark nach. Insofern sind insbesondere Anstrengungen zu fördern, die Glückstadt als ganzjährig lohnendes Ausflugsziel zu etablieren.

Welche Pläne haben Sie für das Stadtjubiläum in 2017?

Eine 400-Jahr-Feier bedarf einer langfristigen Vorbereitung. Wir stehen vor dem Jahreswechsel auf 2016. Insofern dürften die Planungen inhaltlich schon weit fortgeschritten sein. Diese sind mir im Einzelnen noch nicht bekannt. Ich freue mich darauf, mit einzusteigen. Mir wäre wichtig, die Geschichte Glückstadts Touristen und Einwohnern in verschiedensten Formen näher zu bringen – regional, aber auch mit überregionaler Wirkung. Zur gebührenden Umsetzung eines solchen Jubiläums mit Feierlichkeiten, verteilt über das gesamte Jahr, bedarf es jedoch immer vieler Akteure. Das Know-how der Glückstadt-Destination-Management ist für mich trotz des hauptamtlichen City-Managers in der Verwaltung unverzichtbar.

Flüchtlinge sind in Glückstadt ein großes Thema. Welchen Beitrag werden Sie als Bürgermeisterin übernehmen? Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit dem Land?

Die Erstaufnahmeeinrichtung in der Kaserne ist eine Einrichtung des Landes. Die Möglichkeiten der Einflussnahme seitens der Bürgermeisterin sind daher gering. Gleichwohl finden hunderte von Flüchtlingen vorübergehend in Glückstadt ein Zuhause und werden das Stadtbild ändern. Ich wünsche mir offene und realistische Informationen durch die Verantwortlichen. Diese werde ich einfordern. Zudem muss sichergestellt sein, dass das Land die für die Flüchtlinge so elementar wichtige Internetverbindung in die Unterkunft selbst bringt. Neben den Flüchtlingen in der Erstaufnahme werden einige langfristig bei uns bleiben. Die Mittel der Stadt will ich auf diese Gruppe konzentrieren. Durch schnelles Lernen der deutschen Sprache müssen wir ihnen die Teilnahme am Leben in Vereinen und Verbänden und natürlich der Arbeitswelt ermöglichen. Das geht nur, wenn wir eine Ghettobildung vermeiden und die Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt schnell in Jobs bringen.

Glückstadt hat zu wenig Arbeitsplätze. Was werden Sie unternehmen, um das zu ändern?

Angesichts der vielen weggebrochenen Arbeitsplätze in Glückstadt und als langjährige Wirtschaftsförderin liegt es nahe, dass ich diesen Bereich sehr schnell angehen werde. Glückstadt muss als Wirtschaftsstandort in den Köpfen der Projektentwickler, Makler und Investoren präsenter gemacht werden. Hierfür werde ich meine Kontakte in Schleswig-Holstein und Hamburg nutzen. Neben dem Wunsch nach Neuansiedlungen dürfen die Betriebe vor Ort aber nicht vernachlässigt werden. Bestehende Unternehmen müssen vor Ort geschätzt und unterstützt werden. Sie sollen in der Verwaltung eine kompetente Unterstützung finden. Mindestens ebenso wichtig ist ein regelmäßiger und offener Informationsaustausch.

Viele Pendler ärgern sich über die Bahnanbindung. Was wollen Sie unternehmen, um die Situation zu verändern?

Das Land hat vom Bund zusätzliches Geld für die Schiene bekommen und erhebliche Einsparungen bei der Ausschreibung des Bahnbetriebes erzielt. Letzte zu Lasten von Glückstadt. Ich kämpfe dafür, dass die alte Taktung wieder kommt. Auch brauchen wir eine bessere Feinabstimmung und eine Einbindung in den HVV-Tarifverbund. Aufgaben die nur gemeinsam mit dem Kreis Steinburg, den weiteren Gemeinden und Städten des Kreises und dem Land zu lösen sind. Hier will ich mich stark einbringen. Die Situation ist nur politisch zu lösen.

Welche persönlichen Anmerkungen haben Sie?

Vielen Dank an alle, die mich mit ihrer Stimme, mit ihren Gedanken, Worten und Taten in den vergangenen sechs Monaten unterstützt und begleitet haben. Es war eine lange, spannende und sehr intensive Zeit des Wahlkampfes. Gleichzeitig danke ich meinen Mitbewerbern für einen guten und fairen Wahlkampf. Dafür gebührt allen Beteiligten Respekt und Anerkennung. Ich freue mich, schaue mit Freude und Respekt den Herausforderungen des Bürgermeisteramtes entgegen und verspreche, meine Kompetenz als erfahrene, parteilose Verwaltungsfachfrau mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund, langjähriger Berufserfahrung an der Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft, der Fähigkeit zwischen unterschiedlichsten Interessen zu vermitteln und Dinge voranzutreiben sowie Bereitschaft, sich um ihre Probleme und Sorgen zu kümmern mit Kraft, viel Engagement und Leidenschaft einzusetzen. Dabei ist mir bewusst, dass zukunftssichernde Projekte nur in gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten zu realisieren sind. Als Bürgermeisterin stehe ich zwar ab dem 1. Mai 2016 an der Verwaltungsspitze unserer charmanten Stadt, aber bewirken können wir nur gemeinsam etwas. Wenn die Bürgerinnen und Bürger etwas bewegt und sie Ideen haben, können sie Kontakt aufnehmen per Mail unter manja.biel@outlook.de.

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