Viele mängel : Große Pläne für die Feuerwache

Zufrieden (v. r.): Wehrführer Peter Happe und Mark Bollhardt, Assistent der Wehrführung, mit Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und Andreas Hüser, Feuerwehrmann und CDU-Ratsherr.
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Zufrieden (v. r.): Wehrführer Peter Happe und Mark Bollhardt, Assistent der Wehrführung, mit Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und Andreas Hüser, Feuerwehrmann und CDU-Ratsherr.

Bei der Itzehoer Feuerwache gibt es Mängel en masse. Diese soll ein weiteres Gebäude auf einem Nachbargrundstück beseitigen. Kalkuliert wird mit Kosten jenseits von drei Millionen Euro.

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14. November 2013, 11:41 Uhr

Die Feuerwache in der Hindenburgstraße muss deutlich erweitert werden. Der Bauausschuss hat das Vorhaben auf den Weg gebracht, jetzt laufen die genauen Planungen an. Die Kosten werden derzeit, je nach Variante, auf 3,1 bis 3,5 Millionen Euro geschätzt.

Der Vortrag von Ronald Voigt vom Architekten Contor war umfangreich, denn er referierte zunächst die Mängel. Die Feuerwehr-Unfallkasse hatte schon im Februar 2012 die Wache begutachtet, der Kreis war zur Brandschau gekommen, auch der Feuerwehr-Bedarfsplan der Stadt hatte diverse Anforderungen aufgestellt. Manches war schnell zu erledigen, doch andere Kritikpunkte waren grundsätzlicher Art. So sind die Durchfahrt vom Hof zur Hindenburgstraße sowie Hallentore zu niedrig für künftige Fahrzeuge. Lagerflächen reichen nicht, so dass Material im Weg liegt. Die sanitären Anlagen sind unzureichend und liegen sehr ungünstig im Obergeschoss, für Frauen gibt es keine eigenen. Eine Schwarz-Weiß-Trennung existiert nicht, also kein eigener Bereich für schmutzige Ausrüstung. Räume werden für unerlaubte Zwecke genutzt, wie die Kleiderkammer im Dachgeschoss. Ein eigener Raum für den Atemschutz ist nicht vorhanden, die Werkstätten müssen neu angeordnet werden. Und, sehr wichtig: Feuerwehrleute, die zum Einsatz eilen, treffen bei der Einfahrt auf startende Löschfahrzeuge. „Eine unfallträchtige Situation“, so Voigt.

Der Architekt machte klar: Ohne bauliche Erweiterung geht es nicht, in jedem Fall müsse das Grundstück des ehemaligen Edeka-Marktes am Coriansberg mit genutzt werden. Das sei „ein Stück weit alternativlos“, weil der Standort im Zentrum der richtige sei. Aus dem Ausschuss wurde ein kompletter Neubau auf Alsen ins Spiel gebracht, doch das hätten die Gutachter für den Feuerwehr-Bedarfsplan untersucht, sagte Mathias Siebenborn vom Amt für Bürgerdienste: „Der Standort Alsen ist ungeeignet.“

Die Unfallkasse setzte eine Frist bis Ende 2013, um die Mängel zu beseitigen. Diese wird laut Sitzungsvorlage verlängert, wenn Fortschritte zu erkennen sind – zum Beispiel durch die nun laufende Planung. Vier Varianten stellte Voigt vor, doch die ersten beiden davon kamen nicht ernsthaft in Frage. Denn das Höhenproblem wäre geblieben, die Fahrzeuge hätten über eine steile Ausfahrt in die enge Gutenbergstraße starten müssen.

Variante 3 setzte sich durch: Die Hallen vorn an der Hindenburgstraße sollen zu Lager- und Werkstattflächen werden. Weil dort dann keine Fahrzeuge mehr stehen, kann die Rampe in der Durchfahrt abgesenkt werden. Parkplätze für die Feuerwehrleute entstehen auf der Brachfläche am Coriansberg und werden von dort aus angefahren, was den Kreuzungskonflikt beseitigt. Im hinteren Bereichen sollen sieben Fahrzeughallen gebaut werden, außerdem Umkleiden und Sanitärräume. Auch die Leitzentrale muss nach hinten ziehen, der jetzige Raum würde multifunktional umgebaut, zum Beispiel für die Jugendfeuerwehr. Die Kosten kalkuliert Voigt mit 3,15 Millionen Euro. Bei Variante 4 wären es 3,5 Millionen: Sie sieht zusätzlich vor, den Versammlungsraum zu erweitern und Barrierefreiheit herzustellen. Dafür stimmte nur Berndt Doege (UWI), der Rest wollte sich, zumindest zunächst, auf Variante 3 beschränken.

Im kommenden Jahr soll geplant, in den beiden Folgejahren gebaut werden. Wehrführer Peter Happe war mit dem Ergebnis zufrieden: „Eine realistische Planung.“

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