zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 03:13 Uhr

„Große Maschinen sind mein Ding“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Frau in Männerdomäne: Saskia Lukat lernt im Elbehafen und bewegt schwere Verladefahrzeuge – Nur der Kran fehlt noch

Ihr Lieblingsgerät ist der Reachstacker. Wenn Saskia Lukat mit diesem Fahrzeug im Elbehafen Container mit einem Gewicht von bis zu 45 Tonnen umsetzt, ist die 19-Jährige aus Averlak in ihrem Element. Saskia Lukat ist eine Frau in einer gemeinhin als Männerdomäne betrachteten Sparte. Sie ist bei Brunsbüttel Ports im zweiten Lehrjahr, wird ausgebildet zur Fachkraft Hafenlogistik.

Derzeit ist sie die zweite Frau, die im Hafenbetrieb in den Güterumschlag eingebunden ist. Und eine weitere Kollegin steht in den Startlöchern, wird im Sommer ihre Ausbildung beginnen. Das ist für ihren Chef Frank Schnabel nichts Ungewöhnliches mehr – und für Saskia Lukat schon gar nicht.

„Ich arbeite gerne draußen, möchte mit anpacken“, erzählt sie. „Die großen Maschinen sind mein Ding – da habe ich richtig Spaß dran.“ Das Leuchten in ihren Augen unterstreicht, dass hier jemand nicht nur einen Job macht, sondern mit Leib und Seele dahinter steht. Kein Wunder wenn sie sagt, in erster Linie wäre die Alternative zur Ausbildung bei Brunsbüttel Ports der gleiche Beruf gewesen. „Dann in einem anderen Hafen.“

Ob Reachstacker oder Radlader, in dessen Schaufel mal eben vier Kubikmeter Schüttgut passen – die 19-Jährige fühlt sich bei allen Aufgaben im Hafen zu Hause. Der große, weithin sichtbare Kran fehlt noch. „Rauf will ich da auf jeden Fall“, sagt sie über das 45 Meter hohe Gerät, dessen Arbeitskanzel sich 25 Meter über dem Kai befindet. Bedienen wird sie den Hafenkran in ihrer Lehrzeit jedoch nicht, dafür ist eine eigene Ausbildung nötig.

Schwindelfrei muss sie aber auch sein, wenn es runter geht in ein Binnenschiff. Je nach Tide liegt das dann mal deutlich unterhalb der Kaikante. Wenn dann noch Wind und Wellen hinzukommen, gehöre manchmal auch ein bisschen Überwindung dazu, sagt Saskia Lukat.

Ausgleich zu ihrer Arbeit – auch mal im Schichtdienst oder am Wochenende – findet die Averlakerin beim Reiten. Da hat sie inzwischen festgestellt, dass Stallausmisten nach einem langen Arbeitstag auch ganz schön anstrengend sein kann.

Sie liebt nicht nur das schwere Gerät und die damit verbundene Verantwortung beim Umschlag. Der Hafen biete keine ewig gleichen Abläufe, sondern eine abwechslungsreiche Tätigkeit. Zu der gehört für die angehende Logistikfachkraft auch ein gewisses Maß an Bürotätigkeit. So muss sie etwa den Umschlag vorbereiten. Und sie weiß um die Perspektiven, zu denen sogar ein Studium gehören könnte. Ganz wichtig: Hafenfachkräfte sind gesucht. Darüber und über ihre Arbeit will Saskia Lukat zusammen mit anderen Azubis aus der Schrammgroup bei „Azubi Ahoi“ am 24. April ab 16 Uhr im Elbehafen berichten, Schülern ab zwölf Jahren die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Unternehmen erläutern.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Apr.2015 | 10:42 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen