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Flüchtlinge : Große Hoffnung auf Leben in Frieden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rund 150 Flüchtlinge leben seit Sonnabend in der Liliencron-Kaserne in Kellinghusen.

Abgespannt, müde und ein wenig ängstlich schauten sie sich in der neuen Umgebung um: Rund 150 Flüchtlinge trafen am Sonnabend auf dem Gelände der ehemaligen Liliencron-Kaserne ein. Nach der Fahrt aus der überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster warten Familien und alleinstehende Menschen geduldig auf die Unterbringung. Die meisten kommen aus Syrien und Afghanistan und haben lange beschwerliche Reisen auf der Flucht vor Terror und Gewalt hinter sich.

Ein paar bunte Plastiktaschen und die große Hoffnung auf eine Existenz im friedlichen Deutschland bringt die fünfköpfige Familie Sultani mit. Aus Afghanistan kamen sie mit einem gültigen Visum über die Türkei und Griechenland hierher. Vater, Mutter und die drei Kinder hoffen nun, sich hier ein neues Leben aufbauen zu können. Ein Dach über dem Kopf finden sie vorerst in einem Kasernenblock der ehemaligen Liliencron-Kaserne.

Hergerichtet worden waren die ehemaligen Soldatenunterkünfte sowie die Turnhalle in nicht einmal 24 Stunden. Das schnelle und zum Teil kreative Handeln der Einsatzkräfte für die vom Land getragene und finanzierte Notaufnahmeeinrichtung beeindruckte Innenminister Stefan Studt. „Es ist faszinierend, was Helfer hier in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben und immer noch leisten“, sagte der Minister vor Ort. Auf dem Liliencron-Gelände könnten die Menschen nach langen Wegen zur Ruhe kommen. Eine tolle Arbeit bescheinigten den Helfern unisono Landes-, Kreis- und Kommunalpolitiker. Hochachtung für die enorme Leistung zollte die SPD-Landtagsabgeordnete Birgit Herdejürgen allen Beteiligten. „Ich bin überrascht und dankbar, was hier in wenigen Stunden aus dem Boden gestampft wurde“, sagte Landrat Torsten Wendt. Amtsvorsteher Clemens Preine: „Dafür, dass wir ersten Donnerstagabend davon erfahren haben, läuft es hier hervorragend.“

Mit ruhiger Hand koordinierte DRK-Kreisbereitschaftsleiter Günter Pruin die Versorgung der Flüchtlingsgruppe. Helfer von DRK und Johannitern geleiteten die Menschen zur ersten Registrierung. Dort standen die CDU-Kreispolitiker Marion Gaudlitz und Reinhold Wenzlaff als Ansprechpartner bereit. Gaudlitz brachte bereits Erfahrungen aus der Flüchtlingshilfe ein. Wenzlaff hatte sich mit Schülern vom RBZ auf Übersetzungsaufgaben vorbereitet. Dolmetscheraufgaben übernahmen zudem mehrsprachige Flüchtlinge, die schon länger in der Region leben und gut deutsch sprechen.

Im Zelt des DRK zeigte mit Dr. Michael Kappus und Michael Müller auch die Direktion des Krankenhauses Itzehoe Präsenz. Hauptanliegen der Menschen: Halsschmerzen und andere kleine Erkältungssymptome. Solange keine Security engagiert ist, wird zudem ein Polizeiteam in einer mobilen Wache für Beistand und Sicherheit im Bereich der Unterkünfte sorgen. „Wir sind mit fünf Kollegen rund um die Uhr hier“, erklärt Sven Pehl, Leiter des Polizeireviers Itzehoe. Von großem Interesse an Hilfeleistungen berichtete Dagmar Salomon von der „Fakir“ Flüchtlingshilfe. Gemeinsam mit Stadtmarketing-Chefin Jenni Knapp stand sie am eilig eingerichteten „Info-Point“ auf dem Marktplatz. Informiert werden sollen die Bürger der Stadt noch in dieser Woche im Rahmen einer Einwohnerversammlung. Im Gespräch mit dem Innenminister kündigte Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) ein breit aufgestelltes Podium an, um Fragen aus der Bevölkerung umfassend beantworten zu können.

 


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