Feuer : Großbrand im alten Amtsgebäude

Lichterloh brannte gestern Nacht das ehemalige Gebäude der Amtsverwaltung Herzhorn.
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Lichterloh brannte gestern Nacht das ehemalige Gebäude der Amtsverwaltung Herzhorn.

Ein Feuer zerstörte in der Nacht zu gestern Teile des ehemaligen Verwaltungsgebäudes. Die ansässige Gemeinschaftspraxis hat es am schlimmsten getroffen. Bestand des Chronik-Vereins blieb unbeschadet.

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13. März 2014, 12:30 Uhr

Der größte Teil des früheren Gebäudes der Amtsverwaltung Herzhorn in der Wilhelm-Ehlers-Straße 10 ist gestern Nacht durch ein Großfeuer stark beschädigt worden. Betroffen ist vor allem der parallel zur Bahn gelegene Gebäudetrakt, bei dem der Dachstuhl nahezu komplett in Flammen stand. Die Rettungsleitstelle löste für die Feuerwehren Herzhorn, Engelbrechtsche und Blomesche Wildnis sowie Glückstadt und Krempe Großalarm aus. Ein Glückstädter Feuerwehrmann verletzte sich während des Einsatzes. Er wurde von den Rettungsassistenten vor Ort versorgt und anschließend ins Klinikum Itzehoe gefahren. Dort musste er jedoch nicht stationär aufgenommen werden. Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf weit über 100 000 Euro.

Aufatmen derweil bei Mitgliedern des Chronik- und Heimatvereins: Deren in einem Teil des Dachgeschoss untergebrachten Exponate blieben nahezu unversehrt. Dagegen wurden – nicht zuletzt auch durch den massiven Löschwassereinsatz – das Bürgerbüro des Amtes Horst-Herzhorn sowie die ärztliche Gemeinschaftspraxis des Ortes sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch sie befanden sich in dem Gebäude. Kurz vor 1.45 Uhr in der Nacht hatte der Sicherheitsdienst, der den Herzhorner Bahnhof kontrollierte, über Notruf ein Feuer im Bereich An der Bahn gemeldet. Für die Wehren Herzhorn und Engelbrechtsche Wildnis gab es daraufhin Alarm. Nicht einmal fünf Minuten später stand fest: Die frühere, erst 1992 gebaute, Amtsverwaltung brennt lichterloh. Sofort wurden weitere Feuerwehren, darunter auch ein Löschzug mit Drehleiter aus Glückstadt, nachalarmiert. Knapp 80 Kräfte nahmen kurz darauf unter Einsatzleitung des Wehrführers der Engelbrechtschen Wildnis, Frank Letje, den Kampf mit dem brennenden Dachstuhl auf. Als Flammen und Hitze immer mehr Dachpfannen bersten ließen und diese auf die Erde krachten, ordnete Letje aus Sicherheitsgründen den Abbruch des Innenangriffs durch die Atemschutzgeräteträger ab.

Die Feuerwehrleute konzentrierten sich danach auf den brennenden Dachstuhl. Wertvolle Hilfe lieferte dabei der Monitor, der auf dem Rettungskorb der Drehleiter montiert war. Als das Feuer drohte durch den First in das Dach des rechten Gebäudetraktes – dort befindet sich der Fundus des Chronikvereins – durchzuschlagen, konnten Einsatzkräfte mit Hilfe von Steckleitern die Pfannen gerade noch rechtzeitig aufnehmen und das Feuer löschen. „Unser Archiv ist so gut wie nicht betroffen und unsere ganz wertvollen Dinge lagern sowieso in einem feuerfesten Schrank“, sagte Herzhorns Bürgermeister Wolfgang Glißmann erleichtert.

In der Gemeinschaftspraxis gelang es der Wehr, einen Teil der medizinischen Geräte zum Schutz vor Löschwasser mit Folien abzudecken. Gleichwohl ist der Schaden im Praxis-Komplex am höchsten. Jetzt hoffen die niedergelassen Allgemeinärzte, dass zumindest die im Computer gespeicherten Patientendaten nicht durch Löschwasser Schaden genommen haben und noch zu retten sind. Derweil weist ein Zettel an einem Fahnenmast im Eingangsbereich darauf hin, dass bis auf Weiteres keine Sprechstunden stattfinden. Wie es dort nun weitergeht, steht noch nicht fest. Das gilt auch für die in dem Gebäude beheimatete Außenstelle der Amtsverwaltung Horst-Herzhorn: Sie wurde gestern erst einmal geräumt. Mitarbeiter sicherten Dokumente wie Personalausweise. „Das Gebäude ist hinüber. Im gesperrten Eingangsbereich zur Praxis hängen Rigipsplatten von der Decke, der Brandschaden im Obergeschoss ist immens und dann tropft Löschwasser durch jede Decke“, so ein Feuerwehrmann.

Knapp zwei Stunden nach dem Alarm war das Feuer unter Kontrolle. Lediglich die Feuerwehr Herzhorn mit ihrem Wehrführer Andreas Karsjens stellte bis zum Mittag noch eine Brandwache. Am Vormittag nahm die Itzehoer Kriminalpolizei ihre Ermittlungen zur Brandursache auf. Erste Ergebnisse werden nicht vor heute erwartet. Nach Einschätzung der Feuerwehr ist aufgrund der Brandentwicklung davon auszugehen, dass sich das Feuer wohl in einem hölzernen Verschlag – dort befinden sich die Abfallcontainer – entzündet hat. Die Ursache ist noch nicht klar.

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