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Grundsanierung in Brokdorf : Großbaustelle Sporthalle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

650000 Euro investiert Brokdorf in die Grundsanierung seiner Sportstätte.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Wenn am 11. November die Brokdorfer Sporthalle nach mehr als viermonatigen Sanierungsarbeiten erstmals wieder für eine große Veranstaltung geöffnet wird, dürften die meisten Besucher die Veränderungen gar nicht wahrnehmen. Rund 650    000 Euro sind dann in das Gebäude investiert worden. Das meiste Geld ist aber irgendwo in den Wänden versteckt.

Regelmäßiger Gast auf der Baustelle ist seit Wochen Lars Bleker. Der Mitarbeiter aus dem Wilstermarsch-Bauamt überwacht und koordiniert die Arbeiten. Zeitweise waren hier dutzende von Handwerkern parallel im Einsatz. Offenbar läuft aber alles zur besten Zufriedenheit. Bürgermeisterin Elke Göttsche lobt denn auch schon jetzt die beteiligten Firmen für gute Arbeit und den Umstand, dass beauftragtes Ingenieurbüro und Bauamt nicht nur die Termine, sondern auch die Kosten stets im Griff gehabt hätten.

Dass die Halle überhaupt zur Großbaustelle wurde, ist vor allem einem verschärften Blick von Aufsichtsbehörden zu verdanken. Schon vor drei Jahren hatte sich der Kreis auf der Grundlage neuester Bestimmungen zum Beispiel beim Brandschutz zahlreiche große Veranstaltungsräume vorgenommen. „Das wurde früher schon laxer gehandhabt“, weiß Bauamtsleiter Roman Stöckmann. Früher habe es einfach eine so strikte Überwachung nicht gegeben. „Und jetzt gibt es Nachprüfungen en masse.“ Das im Eigentum der Stadt Wilster befindliche Colosseum und auch die Mehrzweckhalle in Wewelsfleth sind inzwischen bereits auf den neuesten Stand gebracht. Jetzt fehlte nur noch die Brokdorfer Sporthalle.

Nach einem ersten Check ging es hier auch gleich ans Eingemachte. Die Dekra erstellte ein umfassenden Brandschutzkonzept. Ergebnis: Meldeanlagen mussten komplett erneuert, die Sicherheitsbeleuchtung für die zahlreichen Notausgänge wieder in Form gebracht werden. Um auch die Nutzer der höher gelegenen Tribünen im Ernstfall schützen zu können, musste im Treppenhaus zudem eine Mauer gezogen werden. Allein die dort jetzt eingebaute Brandschutztür kostet mal eben 10  000 Euro. „Hier wird noch richtig von Hand gemauert“, stellen die Bauamtsmitarbeiter bei einem kurzen Baustellenrundgang anerkennend fest.

Neben Brandschutzbestimmungen muss auch die Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Wenn einzelne Wasserhähne längere Zeit nicht genutzt werden, könnten sich in dem in Leitungen stehenden Wasser Legionellen entwickeln. Entsprechend hat man bei der Hallensanierung jetzt auch gleich die Trinkwasserversorgung auf den neuesten Stand gebracht.

Einmal dabei, wurden auch gleich die Elektrotechnik, die Lüftungsanlage inklusive Steuerungstechnik und die Heinzungsanlage von Grund auf saniert. Stöckmann formuliert es so: „Die gesamte versteckte Infrastruktur wird komplett neu gemacht.“ Als „Bonbon“ gibt es auch noch eine komplett neue Beleuchtung obendrauf. Weil es für die alten Lampen ohnehin kaum noch Ersatzteile gegeben hat, erstrahlt die Brokdorfer Sportstätte künftig in modernstem LED-Glanz. „Das sorgt auch für eine schöne und gleichmäßige Ausleuchtung“, so Stöckmann. Vor allem im Sportbetrieb mit seinen vielen schnellen Bewegungen sei das für die Nutzer von Vorteil. Sehr viel anderes als Sportbetrieb wird in der grundsanierten Halle allerdings auch künftig nicht stattfinden können. Die früher hier so beliebten bunten Abende, der Riesenflohmarkt oder die große Geflügelschau wird es auch nach der Sanierung nicht mehr geben. Der dafür – zum Beispiel – erforderliche Einbau von zusätzlichen Rettungswegen hätte jeden Kostenrahmen gesprengt. Roman Stöckmann ist aber dennoch überzeugt: „Mit den jetzigen Maßnahmen führen wir die Halle in eine gute Zukunft.“ Hochbauer Matthias Carstens sieht die Arbeit aber noch nicht am Ende: „Für die Ertüchtigung in allen öffentlichen Gebäuden im Amtsbereich brauchen wir noch Jahre. Dann sind aber auch ein paar Millionen verbaut.“

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