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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 19:56 Uhr

Größter Rohöltank im Land

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Total Bitumen in Brunsbüttel investiert rund 11 Millionen Euro, um die Kapazitäten zu erweitern / Bau zum Jahresende fertig

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 04:41 Uhr

Auf dem Gelände von Total Bitumen Deutschland in Brunsbüttel nähert sich ein Großprojekt dem Abschluss. Seit Sommer vorigen Jahres entsteht dort Schleswig-Holsteins größter Rohöltank. Das Fassungsvermögen beträgt 50  000 Kubikmeter, der nächst größere Tank bei Total fasst 40  000 Kubikmeter. Investiert werden 11 Millionen Euro. Und das, obwohl der Markt für Asphalt, das Kerngebiet des Unternehmens, seit Jahren eine Abwärtsbewegung zeigt. Doch Geschäftsführer Rainer Keiemburg erwartet, dass in absehbarer Zeit bundesweit wieder mehr Geld in den Straßenbau fließen wird. Und dann will Total ganz vorne dabei sein. Ohnehin erwartet der Brunsbütteler Werkleiter, in diesem Jahr bundesweit Marktführer zu werden. Trotz zuletzt rückläufiger Absatzzahlen.

Seit Jahren sei nichts mehr in den Straßenbau investiert worden, sagt Keiemburg. „Jeder Autofahrer kann im Wortsinn erfahren, wie schlecht die Straßen sind.“ Mittlerweile sei der Asphaltabsatz auf einen Stand von vor der Wende gesackt. Im Schnitt setzte Total, einer von drei großen Produzenten in Deutschland, bis 2010 jährlich drei Millionen Tonnen ab, mittlerweile sind es nur noch 2,5 Millionen Tonnen Asphalt.

Dass der französische Mutterkonzern die Flaute nutzt, um in Brunsbüttel kräftig zu investieren, ist für Keiemburg klares unternehmerisches Denken. Denn wenn die Nachfrage anzieht, könne nicht mehr über den Ausbau der Lagerkapazitäten nachgedacht werden. Keiemburg verweist auf das aktuelle Projekt: Wenn Tank 83 in Betrieb genommen wird, sind inklusive Planung drei Jahre ins Land gegangen. Baubeginn war im Sommer vorigen Jahres. Seitdem waren rund 40 Arbeiter verschiedener Firmen auf der Baustelle beschäftigt. 1800 Tonnen Stahl wurden verarbeitet. Der Tank mit einer Höhe von 21 Meter sowie 53 Metern Durchmesser innen und 56 Metern außen – bedingt durch die zweite Hülle – ruht auf 438 ins Erdreich eingelassenen Betonpfählen, die 24 Meter tief im Boden stecken. Allein das so genannte Schwimmdach wiegt 300 Tonnen. Dieses Dach wird durch den Tankinhalt angehoben, es schwimmt auf dem Öl. Eine Dichtung nach oben verhindert, dass Regenwasser eindringt. Bis zu 2000 Kubikmeter Öl können pro Stunde eingefüllt werden. „Das Tankvolumen reicht, um das größtmögliche bei uns liegende Tankschiff zu beladen“, sagt Keiemburg.

Der letzte Neubau eines ähnlichen großen Behälters liegt bereits einige Jahre zurück. Und der Neubau werde erstmal der letzte sein, ist Keiemburg überzeugt. Seine persönliche Erwartung an Tank 83: „Der soll jetzt 100 Jahre halten.“ Das ist keine übertriebene Einstellung. Denn auf dem Total-Gelände steht unter den rund 60 Tanks ein Behälter, der tatsächlich seine 100 Jahre Haltbarkeit erreicht hat. Für den Werkleiter schließt sich hier ein Kreis. Wenn Investitionsgüter gepflegt würden, könnten sie zuweilen außerordentlich lange genutzt werden.

Tank 83 ist nicht die einzige Maßnahme im Werk. Insgesamt investiert Total 40 Millionen Euro, der Rohölbehälter ist davon allerdings der größte Einzelposten. Erneuert wurde unter anderem ein Teil des zum Werk gehörenden Bahngleises, eine Umschlagstation für auf der Schiene angeliefertes Rohöl ist in Vorbereitung.

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