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Fubama in Wilster : Größer, lauter, bunter – friedlich

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

6200 Gäste bei der größten Faschingsfeier im Land. Der Spaß steht im Mittelpunkt. Polizei und DRK verzeichnen keine außergewöhnlichen Vorkommnisse.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Groß, bunt, ausgelassen und fröhlich – mit kreativen Kostümen und jeder Menge Heiterkeit ging am Wochenende in Wilster wieder die wildeste Karnevals-Sause Schleswig-Holsteins über die Bühne. Zum 61. Mal wurde bei der Fußballmaskerade (Fubama) des SV Alemannia (SVA) Wilster die Kussfreiheit ausgerufen. Mit 6200 bunt verkleideten Narren ließen es noch mehr Karnevals-Fans als im vergangenen Jahr eine ganze Nacht lang ordentlich krachen. Dabei ging’s nicht um „Helau“ und „Alaaf“, vielmehr wurde bei milden Temperaturen draußen wie drinnen richtig heiß gefeiert. Im Tanzsaal des Colosseums und der angrenzenden Zeltstadt aus drei Groß- und vier kleineren Zelten sorgte ein ausgiebig fröhliches Programm für verkleidete Party total – vom Radiomoderator über das DJ Ötzi-Double bis zur Top-40-Band.

Nach dem „Einmarsch der Masken“ um 20 Uhr rief Zeremonienmeister Knud Jüstel zu Beginn des bunten Treibens die beliebte Kussfreiheit aus, die bis zum Morgen ausgiebig genutzt wurde. War es im vergangenen Jahr noch Helene Fischers Song „Atemlos (durch die Nacht)“, der in den Zelten rauf und runter gespielt wurde, so sorgte dieses Mal das DJ Ötzi Double Kay Christiansen aus Böxlund für Furore. Besonders mit seinem Hit „100  000 Jahre“ brachte er kurz vor Mitternacht die Fanmassen im Zelt zum Tanzen und Mitgehen. Er war besonders von der Feierfreude der Fans im überfüllten Zelt angetan. „Schon der erste Eindruck war super – und hält 100  000 Jahre.“

Mit gigantischen Sound- und Lichtanlagen verwandelten die Bands und DJs die Zelte in bunte Tanztempel. Vor allem die Kostüme waren wieder mit viel Kreativität und Akribie angefertigt worden, so dass die Jury aus elf SVA-Mitgliedern um Anne Schwardt alle Hände voll zu tun hatte. „Es war wieder sehr schwer, uns auf die Sieger zu einigen“, sagte sie. So erschien die Gruppe „Looping“ als selbst gemachte Achterbahn. „Wir haben in tagelanger Kleinarbeit die erste Loopingbahn auf den Wilster Jahrmarkt gebracht“, sagte Annina aus Hannover, die früher in Wilster zur Schule ging. Drei Stunden saßen Ilka und Annika aus Nutteln an ihrer bunten Körperbemalung „Crazy Colours“.

Eine brasilianische Samba-Tänzerin stellte Andreas aus Pinneberg dar. Zum ersten Mal dabei, bewunderte er die „vielen tollen Verkleidungen, die schön anzuschauen sind.“ Das „Dr. Sommer-Team“ aus Petra und Gaby aus Glückstadt, bereits seit über 20 Jahren bei der Fubama, war mit einem Stethoskop ausgerüstet: „Wir werden hier viele abhören und beraten“, kündigte Petra schon zu Beginn an. „Meer und mehr“ waren zwei Damen aus Horst und Oldendorf, während Kathrin und Jenny aus Wilster als 70er/80er-Jahre-Glam-Girls erschienen waren. „Man trifft immer wieder alte Bekannte, auch wenn man einige davon nicht gleich erkennt“, freute sich Kathrin. Auch eine „Schlechtwetterfront“ aus Vaale, die Gruppe „Mad Max“ aus Wilster und „Diskokugel“ Inke aus Oldendorf sorgten mit ihren Kostümen für Aufsehen.

Aktuelle Ereignisse verarbeiteten die „Fubama-Freigänger“ in ihrem Kostüm, das sie nach einem bekannten Fußball-Manager benannten, der momentan wegen Steuervergehen in Haft sitzt. Als „Conchita Wurst“ waren gleich mehrere Gäste erschienen, einer davon Falko aus Kremperheide. „Den Bart habe ich selber wachsen lassen, den Rest macht die Figur“, erläuterte er.

Auch einige Schock-Verkleidungen waren der Hingucker. So kamen Fabienne und Larissa aus Schafstedt und Eggstedt als „Zombies aus Bayern“, stilecht im blutverschmierten Dirndl. Laura aus Puls als Polizistin hatte Nina aus Vaale als Sträfling gleich an Handschellen gekettet, Schusswunde inklusive. Schick in Schale geworfen mit Anklängen an den venezianischen Karneval hatten sich die fünf „Brokdorfer Pinguine“ die im vergangenen Jahr noch als Glam-Rockband „Kiss“ für Aufsehen sorgten.

Im Standesamt, in dem die „Ehe für eine Nacht“ geschlossen werden konnte, arbeiteten sieben Mitarbeiter daran, den Rekord von 388 Trauungen aus dem vergangenen Jahr einzustellen. Dieses Mal wurden die Heiratswilligen erstmals von Thomas Duffner „getraut“, bevor sie in den „Kussgang“ entschwanden – „Anfangs ging es noch, aber gegen Morgen wurden es immer mehr“, sagte er.

DJ Hauke Hastig kriegte sich auf seiner Bühne über einem Meer von Köpfen gar nicht mehr ein: „Das ist eine großartige Party, und es waren mehr als beim letzten Mal!“, glaubte er zu erkennen. DJ Stefan Wahnsinn (Stefan Wolter) sorgte mit 70er bis 90er Party für Stimmung. „Gigantisch“ empfand auch er die Atmosphäre. So stellte der SVA-Vorsitzende Hendrik Gertz fest: „Obwohl der Wind für etwas zu kalte Zelte gesorgt hatte, waren wir insgesamt zufrieden.“ Und bei einer sehr friedlichen Fubama hatten auch DRK und Polizei nichts Außergewöhnliches zu berichten.

 

>Ergebnisse Preismaskerade: Einzelpreise: 1. Big Daddy (80 Euro), 2. Frankensteins Braut (70 Euro), 3. Samba-Tänzer (50 Euro); Minigruppen (2 bis 5 Personen): 1. Snow Angels (90 Euro), 2. Jägermeister-Mädels (80 Euro), 3. Schlechtwetter-Front (70 Euro); Maxigruppen (mehr als 5 Personen): 1. LaLeLu (100 Euro), 2. Wilsteraner Schnappschuss (90 Euro), 3. Astra Prinzessinnen (80 Euro); Specials: 1. Altliga 1 (60 Euro), 2. SV Aerobice (50 Euro), 3. Vaaler Pirat-Party (40 Euro).

 

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