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Maritimes : „Goldener Löwe“ Blickfang im Hafen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Holländischer Großsegler lockt Schaulustige an den Glückstadter Binnenhafen. 56-köpfige Crew macht Weihnachtsurlaub. Am 30. Dezember startet das Schiff zur Silvestertour nach Hamburg.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 05:15 Uhr

Eine maritime Augenweide hat im Glückstädter Binnenhafen angelegt und ist seitdem das derzeit wohl begehrteste Fotomotiv der Elbestadt. Die Rede ist von dem über 70 Meter langen Topsegelschoner Gulden Leeuw. Das im niederländischen Kampen beheimatete 8,60 Meter breite Schiff mit seiner 1400 Quadratmeter großen Segelfläche liegt derzeit in Höhe der Reichenstraße. Die 56-köpfige Besatzung befindet sich abgesehen vom Wachpersonal über Weihnachten im Urlaub. Am Montag, 30. Dezember, wird die Gulden Leeuw den Glückstädter Binnenhafen dann mit Ziel Hamburg verlassen, von wo aus das Schiff für einen Tag zu einer längeren Silvester-Segelkreuzfahrt aufbrechen wird.

Warum der ansonsten nur in größeren Häfen oder bei besonderen Ereignissen wie der Rostocker Hanse-Sail oder dem Hamburger Hafengeburtstag anzutreffende Großsegler zur Abwechslung einmal den Glückstädter Binnenhafen angelaufen hat, kann Karl-Heinz Jacobs von den Stadtwerken Glückstadt als Betreiber des Binnenhafens nicht sagen. „Vielleicht liegt es an unseren günstigen Liegegebühren“, schließt Jacobs nicht aus.

Das Schiff im Stil der 30er Jahre wurde 1937 im Auftrag des dänischen Landwirtschaftsministeriums unter dem Namen Dana als ozeantüchtiges Schiff sogar mit Eisklasse entworfen und gebaut. Während ihrer Dienstjahre für den dänischen Staat wurde sie häufig für marine-biologische Forschungen – auch in internationalen Gewässern – eingesetzt.

1939 verlängerte man das Schiff. Erst im Jahre 1980 wurde die Dana erstmals verkauft. Weitere Eignerwechsel folgten in raschen Abständen.

In den Jahren 2000 bis 2007 war der inzwischen unter dem Namen Dana Nyborg segelnde Segelschoner das Prunkstück der dänischen Seefahrtschule in Nyborg und wurde während dieser Zeit als Segelschulschiff der dänischen Marine eingesetzt. „So mancher junger, dänischer Seemann dürfte seine erste Fahrt auf See mit dieser alten Dame gemacht haben“, vermutet Karl-Heinz Jacobs.

Im Jahr 2007 erwarb ein Unternehmer aus der Segelberufsfahrt das Schiff und baute dieses in den Folgejahren zu einem schnellen Dreimast-Topsegelschoner, der Gulden Leeuw um. Den letzten Schliff erhielt die Gulden Leeuw schließlich im Jahr 2010 bei der „Royal Shipyard Balk“ im niederländischen Urk.

Herausgekommen ist praktisch ein Windjammer-Neubau auf altem Rumpf, der schon alle Weltmeere befahren hat. Die erfahrenen Eigner haben ein stilvolles Segelschiff gebaut, das höchsten Komfort mit großer Seetüchtigkeit verbindet und dass nun – fernab von den Weltmeeren – bis zum 30. Dezember im Glückstädter Binnenhafen zu bestaunen ist.

 

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