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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 22:55 Uhr

Konzert : Godewind und die Liebe zum Norden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Begeistert aufgenommenes Konzert in der Glückstädter Stadtkirche.

Ein Klasse-Konzert für Liebhaber der volkstümlichen Musik – Godewind. Eine norddeutsche Band aus Nordfriesland, die mit handgemachter Musik versteht, ihr Publikum in den Bann zu ziehen. „Moin, moin, Minsch, is datt scheun (Mensch, ist das schön) hieß es zum Einstieg in den Abend in der Satdtkirche.

Begeistert folgten die Zuhörer Sängerin Anja Bublitz, die Lieder rhythmisch mit Fingerschnippen zu untermalen. Dazu ein „taktvolles Schunkeln“ der überwiegend älteren Zuhörer – in der vollbesetzten Glückstädter Stadtkirche herrschte eine ausgelassene Stimmung. Die Moderation erfolgte überwiegend in plattdeutscher Sprache. Jedes der Bandmitglieder stellte abwechselnd die Lieder vor.

Seit 35 Jahren singt Godewind, meistens in Plattdeutsch, manchmal auch in Hochdeutsch, selten in Englisch. In der heutigen Besetzung gehören zu Godewind Sven Zimmermann (seit fünf Jahren), Heiko Reese (20 Jahre) und Anja Bublitz (10). „Urgestein“ Shanger Ohl von Anfang an dabei, ein anderes Urgestein verstarb im Mai: Larry Evers.

Ihre Spezialität: Rockige, englische Texte zu op Platt zu übertragen. Dabei kommen manchmal recht witzige oder lustige Texte zustande. „Rolling On The River“ wurde in „ Rolling in de Nordsee“ umgetextet. Oder das Gedicht von dem Dithmarscher Klaus Groth, „Lütt Matten de Has“, gesungen nach der Melodie von „Blueberry Hill“. Eine wunderschöne, gefühlvolle Ballade. Anja Bublitz sang „Meine Gefühle gehen auf dem Deich spazieren“ – eine Hommage an ihre norddeutsche Heimat. Was hilft gegen einen lästigen Kater nach einer durchtanzten Nacht? „Die Geheimwaffe: Rollmops und Krabben mit Rührei“, verrät Gitarrist Sven Zimmermann. Und prompt folgt ein erfrischender Rock’n’Roll: „Rollmops“.

Volkstümliche Geschichten, wie zum Beispiel: Wenn es nach Gülle riecht, dann sollte die Wäsche reingeholt werden, wurden humorvoll erzählt. Schafe, Deich, Strand, Sonne und Meer, Krabben und Rollmops durften im Repertoire nicht fehlen. Die fröhliche Band verpackte die plattdeutschen Lieder in markante Sprüche, die bei den Besuchern gut ankamen.

Ingo Rehders (71 und Ehefrau Christel (67) aus Hamburg sprachen ganz begeistert über Godewind, die sie in den 1980ern im Urlaub in St. Peter-Ording kennen gelernt hatten. Zufällig sahen sie bei einem Glückstadt-Besuch das Plakat von Godewind vor der Stadtkirche stehen. Ingo Rehders sagte: „Wir haben spontan Karten gekauft. Vor 30 Jahren waren wir zuletzt in Glückstadt gewesen und nun innerhalb von zwei Wochen gleich zwei Mal.“ Und es werde nicht der letzte Besuch in der Stadt sein, stand für das Ehepaar schnell fest. „Glückstadt ist viel interessanter geworden“, erklärte Christel Rehders.

Die meisten der ins Plattdeutsche übersetzten englischen Lieder spiegeln die Liebe zum Norden wider. Zum Abschluss, nach einer Zugabe, folgte ein wunderschönes Medley von Abba. Der langjährige Erfolg von Godewind ist ein Beleg dafür, wie sehr die Menschen Vertrautheit, Nähe und Geborgenheit suchen. Die Liebe zur Heimat finden sie in der handgemachten Musik von Godewind.

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