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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 01:08 Uhr

Kunstgriff : Glühende Tonkunst mit Riss-Optik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hans Struck lädt im Rahmen von Kunstgriff in die Kulturdiele nach Großenrade ein. Bis 15. September werden dort Keramik in Raku-Technik und Bilder von Irmgard Kullmann zu sehen sein. Zudem gibt es ein musikalisches Programm und Theater.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 05:56 Uhr

Seit zwölf Jahren gibt es das Kulturprojekt Kunstgriff, seit zwölf Jahren ist Hans Struck aus Großenrade dabei – auch in diesem Jahr. In der Kulturdiele in ihrem Haus in der Hochdonner Straße 3 bieten die Strucks das bewährte Programm aus Keramik, Malerei und Theater beziehungsweise Musik – eben Kultur für Augen, Ohren und zum Anfassen. Das Motto: „Was uns beflügelt“.

Struck selbst, der sich seit Jahren mit Keramik beschäftigt, zeigt neben geflügelten Plastiken aus seiner jüngsten Vogelserie vor allem Werke, die in der Raku-Technik entstanden sind. Bei dieser alten japanischen Methode wird der Scherben, so werden die Tonstücke in der Fachsprache bezeichnet, bei rund 1000 Grad zum Glühen gebracht. Im Gegensatz zu anderen Verfahren kühlt er anschließend allerdings nicht langsam aus, sondern wird in brennbares Material wie Sägemehl oder Späne gelegt. „Durch das schnelle Abkühlen platzt die Glasur auf, es bilden sich Risse, die durch den Rauch noch deutlicher zur Geltung kommen. Das bezeichnet man als Krakelee.“ Welche Kräfte dabei wirken ist dann deutlich zu hören: „Beim Auskühlen knallt es wie Pistolenschüsse – das ist wirklich beeindruckend“, beschreibt der Künstler. Zuvor hatte Hans Struck bereits in offenem Feuer gebrannt. „Dabei zeichneten Flammen und Rauch die Muster“, beschreibt der Keramiker die Technik, bei der der Natur viel Einfluss gelassen wird. „Aber die Raku-Technik ist noch verrückter.“

Für den malerischen Part in der Kulturdiele sorgt Irmgard Kullmann mit einigen ihrer Bilder unter dem Titel „Neue Kompositionen“. Die abstrakten Arbeiten der Künstlerin, die lange unter KD Arlt gelernt hat, laden zum Interpretieren ein und bilden auch farblich ein packendes Zwiegespräch mit den Struckschen Keramiken.

Zur Eröffnung am Sonnabend, 7. September, wird Großenrades Bürgermeisterin Friedel Elsner gegen 19 Uhr das Grußwort sprechen. Den musikalischen Rahmen gestalten Christiane Antoniak (Cello) sowie Renate Burk-Färber und Emma Weilbeer (beide Violine). Sonntag, 8. September, gibt die Meldorfer Theatergruppe ab 16 Ihr ein Gastspiel in Großenrade. Unter dem Motto „Skal, du alter Schwede“ präsentieren sie ein literarisch-musikalisches Programm zum Werk des schwedischen Barden Carl-Michael Bellmann.

Zum Abschluss am Sonntag, 15. September, wird es dann noch einmal musikalisch. Ab 16 Uhr spielen Reiner Regel (Saxofon und Klarinette) und Jürgen Hintsch (Banjo), und als Gast wird Knut Kiesewetter auftreten.

>Die Ausstellung ist vom 8. bis 15. September täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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