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Investitionen : Glückstädter Werkstätten bald auch in Wilster

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unternehmen für Menschen mit Behinderungen kauft leerstehenden Wandmaker-Supermarkt in der Neuen Burger Straße.

Die Glückstädter Werkstätten erweitern ihre Aktivitäten jetzt auch in Richtung Wilstermarsch. Wie der Leiter der Einrichtung, Emanuel Gaenslen, gegenüber unserer Zeitung bestätigt, hat das seit ihrer Gründung 1973 zur Gruppe Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie gehörende Unternehmen den seit vielen Jahren leerstehenden ehemaligen Wandmaker-Supermarkt in der Neuen Burger Straße gekauft.

„Zur Zeit laufen noch die Planungsgespräche“, kann Gaenslen noch keine Einzelheiten nennen. Mitte April sollen Vertreter der städtischen Gremien über erste Details informiert werden. Der Standort Wilster biete sich neben Glückstadt und Itzehoe aus seiner Sicht aber gut als weiteres Standbein an, weil auch aus der Marsch und dem angrenzenden Dithmarschen viele Menschen bei den Werkstätten tätig seien. Auch liege die Immobilie nah am Stadtzentrum und verkehrsgünstig zum Bahnhof. „Da liegt es nahe, hier auch aktiv zu werden“, begründet er die Entscheidung auch mit einem weiterhin großen Bedarf.

In der Stadt ist die Nachricht positiv aufgenommen worden. Bürgermeister Walter Schulz freut sich vor allem, dass ein weiterer Schandfleck aus dem Stadtbild verschwindet. Auch brächten die Glückstädter Werkstätten dringend benötigte Arbeitsplätze in die Region. Aus planerischer Sicht, so Schulz, sollte es keine Probleme geben.

Die Glückstädter Werkstätten zählen nach eigener Darstellung derzeit rund 800 Beschäftigte sowie mehr als 200 Bewohner. Mit 400 Mitarbeitern zählen sie zu den großen Arbeitgebern im Kreisgebiet.

Die eingesetzten Fachkräfte kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen des Handwerks und der Industrie mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung oder aus den Bereichen Heilpädagogik, Heilerziehung, Ergotherapie und Pflege.

Der Gang nach Wilster passt in den Expansionskurs der Werkstätten. Im Mai will die Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Stadtschule in Glückstadt mit einem Neubau beginnen. Auf einer Gesamtfläche von 1800 Quadratmetern sind 14 Wohnungen sowie eine Tagesstätte für 20 Personen geplant. Diese ist im unteren Stockwerk vorgesehen, dazu gehört ein Therapiebereich. Zudem entstehen in den oberen Etagen sieben Wohnungen für ein oder zwei Personen sowie Gemeinschaftsräume. Das Areal am Wall hatten die Werkstätten von der Stadt gekauft.

In Wilster entsteht mit dem Projekt der Glückstädter Werkstätten eine weitere Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Heiligenstedtener Architekt Ralf Mommsen die Alte Schule gekauft. Der mehr als hunderte Jahre alte Gebäudekomplex soll abgerissen werden. Geplant sind hier seniorengerechte Eigentumswohnungen und Wohngruppen für Behinderte. Zwischen beiden Investoren hat es schon informelle Abstimmungsgespräche gegeben.

Laut Gaenslen hat sein Unternehmen nicht das gesamte Areal, sondern lediglich den vorderen Bereich mit dem langgezogenen Verkaufsgebäude erworben. Auf dem Immobilienmarkt war der gesamte Komplex seit Jahren für einen Kaufpreis von 875  000 Euro angeboten worden. Dazu gehörten allerdings auch eine hochwertig ausgestattete Unternehmervilla aus dem Jahr 1962 und ein weiteres Einfamilienhaus.

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erstellt am 03.Apr.2016 | 17:00 Uhr

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