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Glückstädter Turmnacht wieder ein voller Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2016 | 16:35 Uhr

In welcher Disco kann der Gast heute noch Billy Idols „White Wedding“ oder Melissa Etheridges „Like the way I do“ ausgespielt im Original hören? Bei der zehnten „Turmnacht“ war das möglich. Und es gab ein volles Haus beim nostalgischen Musikevent in der Gaststätte „Zur Linde“. Die Besucher konnten im oberen Stockwerk wie zu alten Zeiten im ehemaligen Wasserturm von Glückstadt bis in den frühen Morgen zum Rock der 80er Jahre tanzen.

Organisiert werden die „Turmnächte“ von der ehemaligen Disco-Besucherin Bettina Butenop sowie von Michael Krebs und Jens Nagel – sie machten auch die Musik – und Heiner Sturke. Dazu gab es mit Udo Demant, Reiner Glöckner Ole Peters drei Securities.

„Nachdem der Wasserturm keine Diskothek mehr war und es 16 Jahre lang keine Diskoveranstaltungen mehr gab, hatte ich mir überlegt, dass man das wiederbeleben müsste“, sagt Bettina Butenop. Vor zehn Jahren fing sie mit den Veranstaltungen an – mit durchschlagendem Erfolg. „Es war von Anfang an voll.“ Während nun oben im Saal getanzt und getrunken wurde, gab es Essen und Getränke unten in der Gaststube von Besitzerin Caren Hartz. „Das haben viele genutzt“, so Bettina Nutenop.

Schon Wochen vorher war die Veranstaltung ausverkauft, weil sie nur ein bestimmtes Kontingent an Karten veräußern durften. Die wurden vier Wochen vor dem Abend an einem Termin verkauft, jeweils höchstens zwei Karten pro Person. „Wir wollten es eigentlich am alten Platz an historischer Stelle machen, aber das ging nicht, weil der Turm mittlerweile verkauft ist“, bedauerte sie.

Seit drei Jahren ist auch die ehemalige Turmpächterin Andrea Reinhold (57) dabei, die die Diskothek im Wasserturm 13 Jahre lang gemeinsam mit Klaus Müller (75) führte und den sie dann 1990 aufgegeben hat. Es folgten Restaurants und die Nutzung durch Privatbesitzer in dem Glückstädter Gebäude.

Heute betreiben Andrea Reinhold und Klaus Müller eine Tankstelle in Schwarzenbek. „Für uns war die Disco mehr als Arbeit, sie war unser Leben“, sagt Andrea Reinhold. Gemeinsam mit dem DJ des Abends, Michael Krebs, wohnten sie damals in einer Wohngemeinschaft in Krempdorf. „Damit ist ein Stück verloren gegangen. Ich bedauere das bis heute. Deshalb ist es auch sehr emotional für mich.“ Und deswegen war sie auch bis vor drei Jahren bei den Revival-Turm-Nächten in Herzhorn nicht dabei. Nun stellte sie fest: „Ich kenne noch viele, habe hier viele schöne Begegnungen gehabt. Und im nächsten Jahr bin ich auch wieder da.“

Extra für den Abend hatte die Organisations-Crew ein schwarzes T-Shirt drucken lassen, das sie alle trugen, mit dem orangefarbenen Logo der ehemaligen Disco und der Aufschrift „Turm-Nacht“. „Es fuhren damals auch Autos mit dem Logo auf Aufklebern herum“, erzählte Mitorganisator Heiner Sturke. Und die Gäste kamen von weit her. „Auf dem Parkplatz waren Kennzeichen von Flensburg bis Bremen“, erinnerte er sich. „Manche verbrachten gleich das ganze Wochenende in Glückstadt.“

An den Wänden im Saal hingen zwei alte Gemälde, die damals die Innenausstattung der Disco bildeten: ein gemaltes Porträt von Marilyn Monroe und eines von den „Doors“, den Vorbildern für die Nacht, die nur für dieses Event wieder heraus geholt wurden. Denn die DJs spielten ausschließlich die alten Stücke aus dem Turm: den Rock der 80er Jahre bis Anfang der 90er. Auf Original „Musikwunschzetteln“ konnten die Besucher aufschreiben, was sie daraus hören wollten. „Es ist eine schöne Atmosphäre“, sagte Jens Nagel am DJ-Pult. „Das ist die Musik, mit der wir alle groß geworden sind.“

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