Jungunternehmer : Glückstädter Start-up startet durch

„Sehr aufgeregt“ sei er vor der Präsentation gewesen: Finn Plotz (rechts) vor dem Hamburger Metropolis-Kino mit Vion-Software-Entwickler Thomas Reiff.
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„Sehr aufgeregt“ sei er vor der Präsentation gewesen: Finn Plotz (rechts) vor dem Hamburger Metropolis-Kino mit Vion-Software-Entwickler Thomas Reiff.

Jungunternehmer Finn Plotz präsentiert sein Produkt in Hamburg. Die Produktion der innovativen Fernbedienung startet demnächst in China.

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03. Juni 2015, 12:00 Uhr

Für die Vorstellung seines Produktes hatte er sich einen niveauvollen Rahmen ausgesucht: In einem Hamburger Kinosaal im Stil der 20er Jahre präsentierte der Glückstädter Schüler Finn Plotz vor Pressevertretern, Geschäftspartnern und weiteren Gästen zum ersten Mal das Produkt seines Start-up-Unternehmens. Der Bezug zum Film war passend gewählt, rückwärts gewandt ist „Vion“, wie der 19-Jährige seine Entwicklung getauft hat, aber keineswegs: Mit dem kleinen Gerät möchte Plotz nicht weniger als die Steuerung der Unterhaltungselektronik in Deutschlands Wohnzimmern revolutionieren.

Seit knapp zwei Jahren arbeitet Plotz an seinem Produkt, sammelte 600  000 Euro von Investoren ein (wir berichteten). Seine Geschäftsidee: Menschen nutzen immer mehr technische Plattformen zum Abspielen von Filmen, Fernsehen und Musik – oft mit mehreren unterschiedlichen Geräten und Fernbedienungen. Das macht es kompliziert: „In manchem Wohnzimmer liegen vier Fernbedienungen mit jeweils 60 Tasten herum“, sagt Plotz. „Das geht auch einfacher und übersichtlicher.“ Vion, eine kleine schlanke Box voller Technik, fasst die unterschiedlichen Plattformen zusammen und wird über ein kleines, intuitiv zu benutzendes Handgerät gesteuert. Egal, ob Filme und Videos aus dem Internet, per Satellit oder Kabel oder Musik von der heimischen Festplatte – alles erscheint in einheitlichen und übersichtlichen Menüs auf dem Fernsehbildschirm. Der Clou: Das Gerät „lernt“ die Vorlieben des Nutzers kennen und passt seine Vorschläge entsprechend an.

Entwickelt hat Plotz sein Produkt mit Partnerunternehmen: Das technische Design stammt von einem Ingenieurbüro in Hamburg, die Software von einer Firma in Braunschweig, einige Komponenten kommen aus Holland. „Dort sind die technischen Fachleute. Ich weiß zwar bis auf die letzte Ebene wie Vion funktioniert, aber meine Aufgabe ist eher die Koordinierung der unterschiedlichen Bereiche“ erklärt der Jungunternehmer.

Aktuell werden letzte Details für den Start der ersten Serienproduktion geklärt. Die wird eine Fabrik in China übernehmen. „Dort ist inzwischen das größte Knowhow in der Produktion von Heimelektronik.“ Die Produktionsstätten sah sich Plotz persönlich vor Ort an. „Mir war es wichtig, dass dort gute Arbeitsbedingungen herrschen. Da möchte ich nicht sparen.“

Gleichzeitig verhandelt Plotz in Deutschland über die Vermarktung des Gerätes. Im Moment laufen unter anderem Gespräche mit dem Elektronikriesen Mediamarkt-Saturn. Ende des Jahres soll Vion dann in die Regale kommen und 250 Euro kosten.

Ganz nebenbei muss der 19-Jährige am Detlefsengymnasium auch noch seine Abiturprüfung ablegen. „Das klappt aber ganz gut“, sagt er. Die schriftlichen Prüfungen sind abgehakt, nun folgt noch die mündlichen in Erdkunde und Biologie. Im Anschluss will Plotz sich erstmal Vollzeit seiner Firma widmen. Eventuell ist noch ein BWL-Studium angedacht. „Wichtiger ist mir aber erstmal, mein Unternehmen zu einer gesunden, mittelständischen Firma aufzubauen.“

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