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Norddeutsche Rundschau

18. November 2017 | 02:19 Uhr

Radwegekonzept : Glückstädter reden mit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Stadt lädt die Bürger zur Mitgestaltung des Radwegekonzeptes ein. Planer befürwortet in Einbahnstraßen das Fahren in beide Richtungen.

von
erstellt am 13.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Viele Tafeln mit Informationen standen bereit. Mit vielen Glückstädtern hatte die Stadt gerechnet. Aber die Gästezahl war, nach Abzug örtlicher Politiker, dann doch sehr überschaubar in der Aula der Elbschule. Die Bürger waren eingeladen worden zur Bürgerbeteiligung, Thema war das Radwegekonzept. Vertreter der Stadt und des Team Red als Planer des Radwegekonzeptes waren erstaunt, dass die Resonanz so gering war. Denn bei einer vorangegangenen Online-Befragung hatten Stadt und Befrager ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Ziel ist: Glückstadt soll für Radfahrer attraktiver werden. Dazu gehören auch neue Routen.

Thomas Möller von Team Red stellte die Situation der Radfahrer heute in Glückstadt vor. Ein Kernthema, welches sich aus der Diskussion ergab, war die Nutzung der Radwege. Applaus bekam er für den Vorschlag, dass Radfahrer innerorts nur rechts fahren sollten. Und dass der dafür vorgesehene Radweg 1,60 Meter breit sein sollte. „Das ist sicherer“, so Möller. Als Negativbeispiel zeigte er die Verkehrsführung am Neuendeich, wo Radler links fahren. Um den Rechtsverkehr überall durchzusetzen, sollten dann auch Querungshilfen an bestimmten viel befahrenen Straßen gebaut werden.

Thema war auch das Radfahren in Einbahnstraßen. Möller befürwortete die Idee, dass alle Einbahnstraßen in Glückstadt von Radfahrern in beiden Richtungen genutzt werden sollten. Als Beispiel zeigte der Konzeptentwickler ein Bild von der Schlachterstraße. Diese Idee befürwortete Bauamtsleiter Lüder Busch: „Es hat Charme, dies grundsätzlich zu erlauben.“

Eine Idee war: Fahrradstraßen anzulegen, die zum Beispiel die Schulen miteinander verbinden. Ein anderer Vorschlag lautete: Die Radwegenutzung aufheben, so dass Radfahrer auch die normale Fahrbahn nutzen können.

Für Thomas Möller war auch klar, dass es künftig gute Abstellmöglichkeiten für Räder geben sollte. Und er plädierte für eine Ausschilderung der Radwege. „Das ist eine Werbung für das Radfahren.“ Gleiches gelte für einen entsprechenden Stadtplan und für aktionen, an denen die Stadt teilnehmen könnte. Als Beispiel nannte er die Aktion Stadtradeln.

Björn Wulkop, Lehrer und Gast der Veranstaltung, sprach von Schutzstreifen, wie es sie in Hamburg und Kopenhagen gibt. Viele der Anwesenden seien gegen solche Streifen, vermutlich aus dem Grunde, weil es für solche Schutzstreifen keinen Platz auf Glückstadts Straßen gibt. Deshalb seien Piktogramme auf den Straßen zielführender.

Siegfried Hansen, Politiker, erklärte: „Wir müssen Glückstadt enkeltauglich machen.“ Und so seine Prognose: Die Zahl der E-Bikes werde zunehmen.

Herma Mertens, pensionierte Lehrerin, schlug vor, einheitliche Flächen zu gestalten. „Durchgehend gepflastert mit Orientierungspunkten.“ Dieser Raum wird auch Shared Space genannt, was übersetzt „gemeinsamer Raum“ bedeutet. Die Philosophie ist, dass öffentlicher Straßenraum lebenswerter, sicherer sowie im Verkehrsfluss verbessert werden soll. Thomas Möller fand, die Anregung sei für Glückstadt eine Revolution.

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