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Schnelles Internet : Glückstädter Politiker sind sich weitgehend einig

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Breitband-Anbindung in der Elbestadt soll kommen / Details werden geprüft

Die Umlandgemeinden bekommen schnelles Internet. Doch Glückstadt könnte im „digitalen Steinzeitalter“ verharren. Die Schwierigkeit: Es muss viel Geld in die Hand genommen werden, um den Anschluss nicht zu verlieren. Politiker aller Glückstädter Parteien sind sich inzwischen einig, dass etwas passieren muss.

„Sofort“, sagt Krafft-Erik Rohleder, Fraktionsvorsitzender der CDU, zum Breitbandanschluss. „Ohne Verzögerung.“ Es könne nicht sein, dass Glückstadt in Bezug auf die Breitbandversorgung ein „weißer Fleck im Kreis Steinburg“ wird. „Lieber heute als morgen sollte die Stadt Geld in die Hand nehmen. Es ist die Investition in die Zukunft.“ Es werde immer wichtiger, das Betriebe und Privatpersonen, die zu Hause arbeiten, schnelles Internet bekommen. „Es ist auch ein Standortvorteil“, sagt Rohleder dazu, ob Firmen bleiben oder kommen.

„Es ist unerlässlich, dass wir den Anschluss nicht verlieren“, sagt auch Uwe Mertens, Sprecher der Grünen. „Wir werden sonst abgehängt.“ Deshalb hätten die Grünen auch sofort zugestimmt, als es darum ging, dass Glückstadt jetzt dem Steinburger Zweckverband Breitband beitreten könnte. „Das ist vernünftig.“ Aus Mertens Sicht ist das schnelle Internet unerlässlich für Unternehmen und in Folge für Privatunternehmen.

Ramon Arndt, Internet-Experte der Grünen, erklärt: „Der Schritt Richtung echtem Breitband mit besseren Geschwindigkeiten und Erreichbarkeiten, die deutlich schneller als das klassische DSL 16 000 sind, wird sich als enorm kostenintensiver Schritt darstellen. Hierbei gilt es, die eigenen Wünsche und die finanziellen Verpflichtungen, die dadurch auf die Stadt zukommen, sorgfältig abzuwägen. Aktuell werden dazu Summen von mindestens sechs bis sieben Millionen Euro genannt mit unterschiedlichen Ausbaustufen eines Netzes – eine Summe, die wir ohne verlässliche Partner und Konzepte sicherlich nicht als Stadt investieren können und werden.“

Ein absoluter Verfechter der Breitbandanbindung ist Dr. Siegfried Hansen, Sprecher der Piratenpartei. „Glückstadt benötigt eine leistungsstarke Breitbandanbindung an das Internet ohne jedes Wenn und Aber.“ Nicht nur für Firmen, sondern auch gesellschaftlich gesehen sei schnelles Internet notwendig. Der Bundesgerichtshof habe den Zugang zum Breitbandinternet jüngst als Teil der materiellen Lebensgrundlage bezeichnet. „Nur mit einer modernen IT-Infrastruktur bleibt Glückstadt für Firmen, Familien und Singles ein interessanter Stand- , Arbeits- und Wohnort.“ Breitband sei Voraussetzung für Arbeitsplätze, für den Anschluss für Internet, Telefon, neue Formen des Austausches großer Datenmengen wie Bild- und Musikdateien und hochauflösendes Fernsehen.

Zu den erforderlichen Millionen für den Anschluss sagt Hansen: „Eine Förderung seitens des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ist leider nicht möglich, so dass die Stadt Glückstadt finanziell federführend tätig werden muss.“ Seine Partei begrüßt, dass Bürgermeister Gerhard Blasberg tätig geworden ist. „Sowohl die Gespräche mit dem Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein in Kiel sowie mit dem Zweckverband Breitbandversorgung Steinburg waren informativ und zielführend. Jetzt gilt es, diverse Alternativen ergebnisoffen zu prüfen.“ Die Politik sei viel weiter als noch vor drei Monaten. „Ich bin daher zuversichtlich, dass die Sterne für den Breitbandausbau günstig stehen.“

Hartmut Sierck, Fraktionsvorsitzender der SPD , sagt ebenfalls Ja zum Ausbau. „Bürgermeister Blasberg sucht einen Weg, damit die Übertragungsraten in Glückstadt besser werden. Es ist damit nicht gesagt, wer der Betreiber eines solchen Breitbandnetzes ist. Eine ergebnisoffene Suche mit Unterstützung durch die Stadtwerke erscheint mir ein guter Weg zu sein. Ob die Stadt sich hier finanziell in großem Maße engagieren wird und muss, ist damit noch nicht gesagt.“

„Grundsätzlich ja“, sagt Ralf Krüger, Fraktionsvorsitzender der FDP. „Es muss aber finanzierbar sein“, ist seine Einschränkung. Denn Glückstadt habe das Dilemma, das auch andere Städte haben. In den Städten gibt es bereits andere Anbieter, deshalb sei es schwerer die Anschlussquoten zu bekommen, wie jetzt auf den Dörfern. Zudem geht Krüger davon aus, dass es nicht leicht sein wird, den Bürgern zu vermitteln, was ein monatlicher Anschluss kostet. Dies bezieht er auf niedrige Gebühren, die Anbieter nehmen, die keinen Glasfaseranschluss bis ins Haus anbieten. „Wir reden hier von einigen Millionen Euro. Wenn es sich rechnen würde, hätten es auch schon andere gemacht.“ In Schweden werde auf Funktechnik gesetzt, nennt er eine Alternative. Räumt aber ein: „Es ist schwer abzusehen, wie sich die Technik weiterentwickelt.“ Klar ist: „Auf längere Sicht kommen wir an Glasfaser nicht vorbei. Wir werden uns etwas Intelligentes einfallen lassen müssen.“

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erstellt am 13.Apr.2015 | 16:00 Uhr

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