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Minister zu Gast : Glückstädter Kaserne wird Erstaufnahmelager

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Innenminister besucht die drei Steinburger Flüchtlingsunterkünfte in Glückstadt, Kellinghusen und Itzehoe.

von
erstellt am 22.Dez.2015 | 17:48 Uhr

Die ehemalige Kaserne in Glückstadt wird 2016 zu einem von drei Erstaufnahmelagern in Schleswig-Holstein für Flüchtlinge. Dies erklärte Innenminister Stefan Studt (SPD) gestern im Rahmen seiner Informationsreise durch die Flüchtlingsunterkünfte des Landes gegenüber unserer Zeitung. „Alle anderen Standorte werden dann zu Landesunterkünften.“ Glückstadt habe gute Voraussetzungen für eine „echte“ Erstaufnahmeeinrichtung, sagte der Minister bei seinem Besuch in der ehemaligen Kasernenanlage. Dies beinhalte die medizinische Erstuntersuchung sowie die Registrierung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. „Wir brauchen glatte Strukturen.“

Studt war nicht das erste Mal in der Glückstädter Flüchtlingsunterkunft, in der später 2000 Menschen leben sollen – bei seiner Ankunft gestern waren es 397. Am Abend sollten weitere kommen. „Ich war schon zweimal hier“, sagte er beim Rundgang über das Gelände. Der Minister betonte mit Blick auf die noch vorhandenen Baustellen, dass das Land erst spät in Glückstadt angefangen habe. Wichtig sei ihm, dass der Brandschutz geregelt sei.

Studt sah sich die Container an und begrüßte die Flüchtlinge, die dort wohnen und neugierig auf die Gäste sahen. Denn der Minister zog einen Tross an Menschen hinter sich, dabei waren unter anderem auch Politiker verschiedener Fraktionen. Studt: „Gut ist, dass die Container in sich geschlossen sind.“ Denn nicht an allen Strandorten gebe es einen sanitären Trakt innerhalb der Container. Trotz Regens schritt er unter Führung von Reimer Tiedemann, Koordinator des Landesamtes für Flüchtlinge, das Gelände ab. Dieser informierte den Minister über die stetigen Fortschritte auf dem Areal. Gerne hätte der Kieler Gast auch in den Kindergarten gesehen, doch die Einrichtung, die in einem roten Container untergebracht ist, war geschlossen. Gleiches galt für das große Zelt, indem gegessen wird.

Auf seinem Weg kam Studt auch in einen bereits bewohnten Block – einer ehemaligen Soldatenunterkunft. Und wurde Zeuge eines Tischtennisspiels. Kurzerhand zog er seine Jacke aus und lieferte sich ein Match mit Ali Parvindoost aus dem Iran.

Eigentlich hatte der Minister bei seiner Tour durch alle Flüchtlingsunterkünfte des Landes nur eine dreiviertel Stunde für Glückstadt eingeplant, der Besuch dauerte dann aber erheblich länger. Auch weil er den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Besuch abstattete und sich für deren Hilfe bedankte. Zurzeit arbeiten hauptamtliche und ehrenamtliche Helfer des DRK auf dem Gelände. Und Studt hatte für das Weihnachtsfest einige Dresdner Christstollen mitgebracht, wobei er hoffte, dass es den Kaffee vor Ort gibt. Mit dabei war auch der Glückstädter Siegfried Hansen für die Landesfraktion der Piraten. „Es gibt Menschen, die haben Ängste“, sprach er den Minister an. Er würde sich mehr Informationen wünschen. „Unser Partner ist die Stadt“, erklärte Studt. Sie werde informiert. „Das ist der normale Weg.

„Danke sagen“ und mehr erfahren – so fasste Studt die Besuche des gestrigen Tages zusammen. Am Morgen hatte er unter anderem bereits die Landesunterkunft in Kellinghusen besucht, wo er ebenfalls den Helfern dankte und sich informierte. „Die Kellinghusener Einrichtung wird immer besser, sie entwickelt sich gut.“ Der Mietvertrag für diese Landesunterkunft gelte bis 2017, erklärte er. Gefallen hat ihm dort das „Haus für werdende Mütter“, das er als „tolles Modell“ bezeichnete. „Alle arbeiten gut zusammen.“

Am späten Nachmittag machte Studt sich auf den Weg nach Itzehoe. Die verbliebenen Flüchtlinge, die dort bis gestern untergebracht waren, kamen am im Lauf des Tages in Glückstadt an. Das Camp Itzehoe ist bis Januar geschlossen. Trotzdem wollte er mit Einrichtungsleiter Lars Bessel und anderen Verantwortlichen über den Brandschutz der dort jüngst aufgestellten Container sprechen. „Wir müssen die Struktur ändern, in der die Container aufgestellt sind“, erklärte er.

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