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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 00:53 Uhr

Neues Buch : Glückstädter Frauen im Portrait

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Fortunae – 400 Jahre Glückstädter Frauengeschichte(n) in, aus und um Glückstadt“ wird am 12. März präsentiert.

Sie liebte Rosen, sie liebte die Kunst. Als Ehefrau eines Bürgermeisters war Waltrud Bruhn eine Person des öffentlichen Lebens. Trotzdem ist wenig von der Künstlerin bekannt. Das gilt auch für andere andere Frauen, die das Leben in Glückstadt prägten. Stellvertretend genannt sind die Volksschauspielerin Anneliese Meinert, die Schwestern Anny und Paula Minck, Magdalena Wilckens und Madame Raben.

Christine Berg und Jutta Ohl haben sich der Geschichte Glückstädter Frauen angenommen. Sie selbst haben über einige geschrieben, aber auch andere. Das Buch „Fortunae – 400 Jahre Frauengeschichte(n) in, aus und um Glückstadt“ wird am Sonntag, 12. März, um 11.30 Uhr im Detlefsen-Museum, Am Fleth 43, präsentiert. Das Buch umfasst rund 200 Seiten. Herausgeberin ist Jutta Ohl aus Bekmünde, die lange Jahre als Gleichstellungsbeauftragte des Kreises wirkte. Christine Berg ist Glückstädter Stadtvertreterin.

„Dieses Buch ist für uns etwas ganz Besonderes“, sagt Berg. „Wir beide verstehen uns nicht als klassische oder studierte Geschichtswissenschaftlerinnen oder Frauenrechtlerinnen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, passend zum Thema des 400. Stadtjubiläums ‚Vielfalt‘ ein möglichst umfassendes und buntes Bild der Glückstädter Frauengeschichte zusammenzustellen. Und zu einer Vielfalt gehören sowohl viele verschiedene Frauencharaktere, Frauen in damalig völlig untypischen Berufen, aber auch ausgestorbene Berufe und vergessene Berufszweige als auch berühmte oder von ihrer Biografie her starke und markante Frauen.“ Zu den Letzteren gehören für Christine Berg neben den Frauen um König Christian IV. auch Frauen, deren beruflicher oder sozialer Einsatz und auch politisches Interesse für die damalige jeweilige Zeit sehr ungewöhnlich waren.

Eike von Hacht aus Itzehoe schrieb über Madame Raben. Die Glückstädterin forderte 1848 Frauen dazu auf eine Fahne zu nähen für die neue Bürgerwehr. Es war die Zeit der „Erhebung“ gegen den dänischen König.

Norbert Meinert schrieb über seine Mutter Anneliese, die über viele Jahrzehnte die Glückstädter Speeldeel prägte. Mareike Charles recherchierte über die weiblichen Vorfahren ihres Mannes – Anny und Paula Minck. Christine Bruhn berichtet über die künstlerische Tätigkeit ihre Mutter Waltrud Bruhn. Zudem gibt es weitere spannende Lebensgeschichten.

Mehr als zwei Jahre lang sammelten Christine Berg und Jutta Ohl für das Buchprojekt. Sie recherchierten, führten Gespräche und fotografierten. Das Buch soll jetzt zum 400. Jubiläum der Stadt Glückstadt erscheinen. „Viele Menschen haben geholfen und begleitet, diese werden am Ende des Buches mit einer Danksagung aufgeführt“, sagt Jutta Ohl. Ein besonderer Dank gelte der früheren Stadtarchivarin Ruth Möller und dem Leiter des Museums, Christian Boldt. „Beide haben sie auf wichtige Beweisstücke und Textstellen aufmerksam gemacht.“ Zudem habe Christian Boldt das Archiv zur Verfügung gestellt.

Mit den Texten und Abbildungen soll ein lebendiges Glückstadt der vergangenen 400 Jahre vermittelt werden, das von Frauen in ganz unterschiedlicher Weise geprägt wurde, so Ohl. Und nicht zuletzt habe „C IV“, wie der dänische König Christian IV. im Volksmund genannt wird, die Fortuna als Glückssymbol auserkoren. Deshalb seien viele verschiedene Fortunas für den Umschlag gewählt worden. „So wird keine andere historische Frau bevor- oder benachteiligt wird, auch wenn sie in diesem Buch die einzige ist, die nie real existiert hat“, so Ohl.

Um Frauengeschichte lebendig zu machen, wurde in einem Gemeinschaftswerk von interessierten Frauen aus dem Kreis schon vor Jahren recherchiert und gesammelt. Es gab bereits den Fundus aus den Bänden der „Frauengeschichte – Frauengeschichten im Kreis Steinburg“ den der Verein „Donna Doria“ zur Verfügung stellt. Jutta Ohl ist Vorsitzende des Vereins, der den Vertrieb des Buches übernimmt.

Die Idee für das Buch wurde vor zwei Jahren bei einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Glückstadt geboren. Damals sprachen Jutta Ohl und Christine Berg über die Straßennamen des Baugebietes Tegelgrund. Anfang der 90er Jahre hatten die damaligen Glückstädter Gleichstellungsbeauftragten Angela Eggers und Katrin Zeller-Glocker darauf gedrungen den neuen Stadtteil mit Frauennamen zu versehen. Bürger durften dazu Vorschläge einreichen. Es wurde eine Auswahl getroffen. Portraits über die Frauen wurden damals in der Glückstädter Fortuna veröffentlicht. Bis dahin gab es nur die Wanda-Oesau-Straße im Stadtteil Butendiek. Sie war bekannt als Walfangforscherin.

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erstellt am 28.Feb.2017 | 17:00 Uhr

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