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Tourismus an der Elbe : Glückstadts Gästezahlen steigen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die Bemühungen der vergangenen Jahre zahlen sich aus: Stadt verzeichnet 13 Prozent mehr Übernachtungen im ersten Halbjahr.

von
erstellt am 29.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Julius (15) steht am Fleth und filmt mit einer professionellen Kamera. Sein Vater Michael Killmann (54) sieht zu. Derweil kaufen Ruth Killmann (48) und Lennard (12) ein. Die Familie aus dem Ruhrgebiet macht eine Woche Urlaub in Glückstadt. Auf die Idee ist die Mutter gekommen. „Ich wollte an die See fahren“, sagt die Diakonin. Und sie wollte mal nicht kochen, deshalb kam eine Ferienwohnung nicht infrage. Sie suchte nach einer modernen Jugendherberge, die sie in Glückstadt fand. Pro Person zahlt die Familie 27 Euro pro Übernachtung.

„Wir haben seit drei Jahren keinen Urlaub gemacht“, erzählt der Vater. Denn die Familie baut gerade ein eigenes Haus im Heimatort Sprockhövel. „Wir wollten mal ohne Werkzeug in den Urlaub“, sagt der Ingenieur. „Wir wollen uns einmal verwöhnen lassen“, ergänzt Julius. Für ihn ist der Aufenthalt in der modernen Jugendherberge so wie in einem Hotel. Das Zimmer hat ein eigenes Bad und einen „schönen Blick auf den Hafen“. Das Frühstück sei genausogut wie in einem Hotel. Und für sieben Euro könnte er am Abend am Buffet essen, „es ist toll, selbst für Veganer geeignet“. Das hat die Familie mehrfach in Anspruch genommen. Nur an diesem Abend haben sich die Killmanns vorgenommen in einem Restaurant zu essen, am liebsten Fisch.

Viel haben sie in dieser Woche unternommen. Sie waren auf der Docke, um sich den Fischpark anzusehen, sie gingen auf dem Deich spazieren. In Brokdorf saßen sie am Strand. Wobei die Nähe zum Kernkraftwerk ihnen etwas suspekt war. Einen Tag verbrachten sie in Hamburg. „Wir waren im Miniaturland“, sagt Julius. „Das war klasse“. Zum Programm gehörte auch eine Hafenrundfahrt. Die Ferientipps hat die Familie gegoogelt. Zudem haben sie einen Stadtführer von Glückstadt. In diesem finden sie die Sehenswürdigkeiten, die sie bei einem Stadtrundgang ablaufen. Die Nordrhein-Westfalen können sich vorstellen, wieder nach Glückstadt zu kommen. Dann aber in Kombination mit ein paar Tagen in Hamburg.

Julius hat immer seine Kamera dabei. Am Ende will er einen Film aus den Urlaubserlebnissen machen. Auch auf dem Wochenmarkt ist die Kamera dabei, wo er mit seiner Familie auf örtliche Politiker trifft und Gespräche führt.
 

Tourismus-Chefin Sandra Kirbis weiß, dass sich die Bemühungen der vergangenen Jahre auszahlen. Immer mehr Urlauber kommen nach Glückstadt. Die Übernachtungszahlen von Januar bis Mai zeigen schon jetzt ein Plus von 13 Prozent. Auch für den Sommer gibt es gute Zahlen, die im Einzelnen im Herbst ausgewertet werden. Zeitweise war bereits alles ausgebucht. So auch bei den Matjeswochen und bei der NDR-Sommertour. Auch das Wacken-Open-Air war spürbar. „Die Eltern von jungen Besuchern wohnten hier.“ Spürbar war auch der G20-Gipfel in Hamburg. „Diese Gäste haben erzählt, dass sie aus Hamburg geflüchtet seien.“

Was die Besucher lieben, ist das Stadtbild. „Die historischen Gebäude und die kleinen Gassen.“ Viele finden Glückstadt „wunderhübsch“, auch weil es klein und beschaulich sei. „Viele kommen auch wegen des Glückstädter Matjes.“ Die Gastronomie mit ihrer regionalen, bodenständigen Holsteiner Küche komme gut an bei den Gästen. „Jeder findet hier, was ihm gefällt.“ Zum einen gäbe es städtisches Flair, aber auch mit den Deichen und der Elbe eine schöne Natur. „Die Kombination begeistert.“

Viel erfahren Sandra Kirbis und ihre Mitarbeiterinnen im Tourismusbüro, welches Anlaufstelle für Urlauber ist. „Die Gäste sprechen gerne mit uns.“ Und sie erzählen, was sie vorhaben. Darunter auch viele Radfahrer. „Hierher kommen alle Altersgruppen.“ Wobei die Älteren in der Mehrzahl sind. „Sie haben Zeit zu reisen.“ Mit Gästen aus der Jugendherberge haben die Mitarbeiterinnen im Tourismusbüro organisatorisch wenig zu tun. Allerdings buchen sie auch Stadtführungen.

Für die Monate, in denen traditionell wenig Urlauber kommen, wird mittlerweile auch einiges angeboten. Im November wird es Aktionen zur Krimi-Nordica geben, zudem gibt es ein Lichterfest. Etabliert hat sich der Kulturmärz. Trotz der guten Besucherzahlen über das Jahr ist für Sandra Kirbis klar: „Wir haben kontinuierliche Arbeit betrieben, aber wir müssen weiterhin Marketing betreiben, damit nichts einschläft.“

Anne und Hans-Ulrich Rix sind Urlauber, die von Glückstadt gelesen haben und deshalb gekommen sind. Nach einer Rundreise durch schleswig-Holstein haben sie ihr Wohnmobil am Außenhafen abgestellt. Von dort aus ging es dann mit Hund Harry in die Stadt. Ein Ziel: Fischbrötchen essen

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