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Gefahr für Fußgänger und Radfahrer? : Glückstadt: Streit um Müllsäcke am Straßenrand

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Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die Anlieger sind unzufrieden mit der neuen Abholpraxis durch die Abfallentsorger – und befürchten Gefahren für Radfahrer und Straßenverkehr.

Glückstadt | Sind reihenweise Müllsäcke auf dem Gehweg am Straßenrand eine Gefahr für den Verkehr? Das denken zumindest einige Anlieger am Fleth und lagerten ihren Müll bisher an Abholtagen grundstücksseitig an der Hauswand oder auf ihrem Grundstück. Seit vergangener Woche werden die Säcke von dort nicht mehr abgeholt. Aller Müll muss nun direkt an den Kantstein.

„Vor dem hiesigen Ärztehaus werden in Zukunft am Vorabend zirka 20 Tüten abgestellt werden“, sagt Hautarzt Dr. Stefan Schröpfer, der seine Praxis in der ehemaligen Sparkasse hat. „Ich hoffe, dass weder Fußgänger noch Radfahrer bei Dunkelheit durch die Tüten gefährdet und zu Sturz gebracht werden.“ Aus seiner Sicht sind die Säcke auch bei Schnee und Eis ein „ganz erhebliches“ Problem, da der Winterdienst nicht ordentlich ausgeführt werden könne. Am frühen Montagmorgen seien zudem bereits mehrere Säcke auf die Straße gerollt. „Zum Glück ist niemand drübergefahren, bevor wir sie zurückgestellt haben“, sagt Dr. Schröpfer.

Bei der zuständigen Firma Otto Dörner sieht man wenig Spielraum für Alternativen: „Wir haben klare Vorgaben von unserem Auftraggeber, der Kreisverwaltung, und die besagen, dass wir am Fahrbahnrand abholen müssen“, erklärt Niederlassungsleiter Holger Hinrichs. „Wir sind angehalten wirtschaftlich zu arbeiten.“ Am Fleth sei dies nicht mehr der Fall gewesen, da viele Säcke zu weit von der Fahrbahn entfernt standen. Deshalb können die Mitarbeiter diese zukünftig nicht mehr mitnehmen, erklärt Hinrichs und verweist auf die Abfallsatzung des Kreises. Die ist in der Tag eindeutig: „Die Abfallsäcke sind am Abfuhrtag rechtzeitig an der Bürgersteigkante [...] bereitzustellen“, heißt es dort, so dass ein Abtransport „ohne Schwierigkeiten und Zeitverlust möglich“ ist.

„Nicht alles, was festgeschrieben ist, ist auch immer sinnvoll“, meint dazu Stefan Schröpfer. Er hat die Kreisverwaltung schriftlich aufgefordert, die bestehende Regelung zu prüfen – insbesondere im Hinblick auf die Unfallgefahr. „Ich spreche für alle Nutzer des Ärztehauses, wenn sich sage: Wir sind nicht bereit, die Verantwortung zu übernehmen, wenn durch unsere Säcke etwas passiert“, sagt Dr. Schröpfer.

Beim Umweltamt des Kreises wird der Vorgang nun geprüft. Eine Aussage wollte Amtsleiterin Ines Wittmüß gegenüber unserer Zeitung gestern noch nicht treffen. Die zuständige Abteilung für Abfallwirtschaft beschäftige sich aber mit der Thematik, erklärte sie.

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erstellt am 03.Mär.2015 | 10:41 Uhr

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