Pflanz-Aktion : Glückstadt soll schöner werden

Setzen sich dafür ein, dass Glückstadt schöner wird: Igor Neer und Henning Plotz.
Setzen sich dafür ein, dass Glückstadt schöner wird: Igor Neer und Henning Plotz.

Mit einem bepflanzten Verkehrskreisel wollen Henning Plotz und Igor Neer andere Bürger dazu aufrufen, die Stadt mit Blumen aufzuwerten.

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24. Juli 2015, 12:30 Uhr

Glückstadt | Den ersten aufmerksamen Glückstädtern dürfte es schon aufgefallen sein: Seit gestern Morgen hat sich die Rasenfläche auf dem Kreisel am Nettchen in ein buntes Blumenmeer verwandelt. In aller Frühe haben drei Mitarbeiter der Gärtnerei Irina Neer 200 pinke und rosafarbene Begonien und 50 Edellieschen auf den Kreisel und rund um einen Ahorn an der Hafenspitze gesetzt.

Mit der Idee ist Igor Neer, Sohn der Gärtnerei-Inhaberin aus der Blomeschen Wildnis, Anfang der Woche auf den Matjes-Produzenten Henning Plotz zugekommen. „Ich möchte damit einen ersten Anstoß geben, um unsere Stadt zu verschönern“, erklärt Igor Neer. Die Bepflanzung und Pflege des Kreisels übernimmt seine Firma, eine Neubepflanzung anlässlich des Bauern- und Herbstmarkts will dann Plotz übernehmen.

Aber bei Verschönerung dieses einen Kreisels soll es längst nicht bleiben, wenn es nach den Beiden geht. „Wir suchen Mitstreiter: Hausbesitzer, Hoteliers, Geschäftsleute“, erklärt Plotz. „Wenn jeder dafür sorgt, dass zum Beispiel das Teilstück des Fleths vor seiner Haustür oder eine Wiese am Hafen mit bunten Blumen bepflanzt wird, können wir viel dazu beitragen, dass Glückstadt schöner wird.“

Glückstadt wolle eine Touristenstadt sein, deshalb müsse man auch für die Attraktivität dieser Stadt sorgen. „Und gerade mit Begrünung kann man mit wenig Aufwand viel erreichen“, sagt Neer. Der junge Mann war fünf Jahre in Irland und hat bei seiner Rückkehr festgestellt, dass in Glückstadt vor allem die schönen, kleinen Dinge fehlten.

Eines dieser schönen Dinge, die das Auge anziehen, ist seit gestern der Kreisel am Nettchen. Schon um 5 Uhr morgens haben Igor Neer und seine Mitarbeiter mit der Bepflanzung begonnen, haben den Boden umgegraben, Komposterde eingearbeitet und die Blumen eingesetzt. „Unsere Firma ist durch Glückstadt groß geworden. Jetzt wollen wir auch etwas zurückgeben“, sagt Neer.

An Ideen, wie es weitergehen könnte, mangelt es weder ihm noch Henning Plotz: Blumenampeln, Krokusse entlang des Fleths oder kleine Beete, die von Anwohnern und Geschäftsleuten betreut werden, sind nur einige Visionen, wie das Stadtbild verschönert werden könnte. „Aber natürlich muss das alles auch finanziert werden“, sagt Plotz. Deshalb würden er und Igor Neer sich über engagierte Menschen freuen, die die Bepflanzung eines Beetes im öffentlichen Raum finanzieren und die Betreuung übernehmen würden – „damit Glückstadt aufblüht“, sagt Neer. „Schließlich würde mehr Tourismus uns allen gut tun – auch für die Glückstädter wäre es von Vorteil, wenn sich wieder mehr Geschäfte ansiedeln würden.“

Öffentliche Flächen, die mit Blumen bepflanzt werden könnten, gehören der Stadt, und die hat bei diesem Thema deshalb auch ein Wörtchen mitzureden.

Dr. Lüder Busch ist Fachbereichsleiter für Technik und Stadtentwicklung. Er hält eine Initiative zur Begrünung der Stadt grundsätzlich für „begrüßenswert“. „Wir haben ja selber vor vielen Jahren angeregt, historische Rosen vor die Häuser zu pflanzen – und das ist heute ein toller Anblick.“ Allerdings hänge eine Erlaubnis immer davon ab, wer was wo machen wolle. „Wir würden uns zum Beispiel dafür einsetzen, dass ortstypische Pflanzen verwendet werden würden. Und ein Beet müsste natürlich regelmäßig gepflegt werden. Als Stadt können wir das zusätzlich zu unseren regulären Aufgaben nicht leisten.“ Busch ist aber durchaus offen für Ideen. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass ein Unternehmen die Patenschaft für ein Beet übernimmt und als Gegenleistung ein kleines Schild aufstellen darf.“

Henning Plotz jedenfalls will jetzt erst einmal das Thema bei den Geschäftsleuten zur Diskussion stellen und Igor Neer hofft, dass sich Interessierte möglichst bald bei ihm melden, um weitere Ideen voranzubringen.

>Wer sich für das Thema interessiert, kann unter der Telefonnummer 0152-07444795 mit Igor Neer Kontakt aufnehmen.

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