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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 16:14 Uhr

"Glückstadt Rockt" gegen die Wassermassen

vom

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | Monatelang hatte Jörn Herzenauer mit seinem Team auf die sechste Auflage des Festivals "Glückstadt Rockt" hingearbeitet - und dann das: Regen, Regen, Regen, noch bevor die ersten Instrumente erklangen. Dazu kam die Kälte, die abends über den verschlammten Veranstaltungsort im Gewerbegebiet Der Keil kroch. Für Musiker, Zuschauer und Organisatoren keine angenehmen Bedingungen. Und dennoch: Niemand blies am Auftakttag Trübsal, alle nahmen die Wetterkapriolen an.

Veranstaltungsleiter Jörg Herzenauer hatte alles erdenkliche unternommen, um "Glückstadt Rockt" zum Erfolg werden zu lassen. Er hat spielfreudige Rockgruppen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet, die sich schon vor großem Publikum präsentiert haben. Mit Steffen Horstmann stand ein erfahrener Techniker am Mischpult, das Gelände war groß genug, um auch größerem Besucherandrang gerecht zu werden, die Bühne war geräumig für die Gruppen und für die von ihnen benötigte Bühnentechnik.

Und dann kam der zweite Tag - und der brachte noch mehr Wasser, so dass an eine geordnete Fortsetzung des Festivals nicht mehr zu denken war. DEZ-Musiker Dennis Paulsen: "Das Wasser kam auch auf die Bühne. Angesichts der Elektrotechnik, die sich auf der Bühne befand, war an einen gefahrlosen Auftritt nicht mehr zu denken." Die Folge: "Glückstadt Rockt" musste nach den Klängen der Bands "Sinn & Verstand" und "Iron Horses" abgebrochen werden. Der Regen bereitete dem Festival am zweiten Tag ein viel zu frühes Ende.

Auch wenn es für ihn zu einem nicht vorherzusehenden Desaster wurde: Jörg Herzenauer ist es hoch anzurechnen, dass er etwas für die hiesige Rockszene unternommen hat. Livemusik - und dann auch noch in der Güte wie am ersten Tag dargeboten - hat in dieser Vielfalt im Kreis Steinburg Seltenheitswert.

Nach Eröffnung des Festivals durch "Free Thoughts" und "Beaver Patrol" kam mit "Soon" eine Band auf die Bühne, die in Glückstadt ihren 312. Auftritt hatte. Die Hamburger spielten ihre Stücke nicht herunter, sie zelebrierten sie. Sänger Erik: "Den Leuten hat es gefallen, und uns hat es Spaß gemacht." Extra für ihre Lieblingsband angereist war Katharina (33) aus Fulda. "Ich mag die Jungs und wie sie spielen", sagte sie. Sie sei das erste Mal in Glückstadt. Ihr Eindruck: "Matschig, aber ansonsten ist das Festival gut gemacht."

Dann folgte die Wiedergeburt einer Gruppe, die sich längst vom Publikum verabschiedet hatte: "Baranski". Nur zu verständlich war der Hinweis von Sänger El Urban: "Wir sind etwas nervös, wir stehen seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder gemeinsam auf der Bühne - ist das für euch in Ordnung?" Um es kurz zu machen: "Baranski" hat mit dem 75-Minuten-Gig deutlich gemacht, dass die Steinburger Rockszene ohne sie ärmer ist.

Songs wie "Das wollen wir sehen" oder "Alles was du sagst" gingen unter die Haut - vorgetragen von einem Sänger, der die Klaviatur des Showbusiness beherrscht und mit Henning Meier (Gitarre), Andreas Göde (Schlagzeug) und Timo Warnholz (Bass) Instrumentalisten um sich hat, die keinen Vergleich zu scheuen brauchen.

Wem die Reunion zu verdanken ist? El Urban nannte Jörg Herzenauer: "Der wollte uns haben." Also haben die Steinburger monatelang für das "Glückstadt Rockt" geprobt. "Es war einfach grandios", bekannte Timo Warnholz, der neu zur Band dazugekommen ist. Geplant sind weitere Konzerte - mit neuen Songs.

Der Festival-Auftakt endete mit dem Auftritt von "Small Heap Misery", die zum Schluss ihren Song "Out Of Dark" in die Nacht jagten.

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