Zivilcourage : Glückstadt ist und bleibt bunt

Mit-Organisatorin Christine Berg.
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Mit-Organisatorin Christine Berg.

350 Menschen setzen am Abend ein Zeichen gegen Radikalismus, Extremismus, Terror, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

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27. Januar 2015, 05:00 Uhr

Zwanzig nach sieben, es ist kalt, es regnet. Nur einige wenige Menschen stehen auf dem Marktplatz, in der Mitte eine Frau mit einem Plakat mit der Aufschrift „Glückstadt ist bunt“. Um kurz vor halb acht ändert sich das Bild schlagartig: Der Regen hört auf, aus allen Richtungen strömen Menschen heran, die sich zur Demonstration versammeln wollen. Zu dem einen Plakat gesellen sich viele große und kleine Transparente, Fackeln, Laternen, farbige Regenschirme, hin und wieder ist das Geräusch einer Trillerpfeife zu hören. Es verstummt, als um Punkt halb acht das Glockengeläut der Stadtkirche einsetzt. Im Rathaus sind alle Fenster hell erleuchtet.

Insgesamt kamen gestern Abend rund 350 Teilnehmer unter dem Motto „Glückstadt bleibt bunt“ auf dem Marktplatz zusammen, um ein Zeichen zu setzen, „gegen alle ....gidas, gegen Radikalismus, Extremismus und Terror, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, gegen Fanatismus“, wie Dr. Stefan Schröpfer, einer der Organisatoren, es ausdrückte. „Nach dem, was wir aus allen Gegenden des Landes hören, müssen wir uns sorgen“, sagte er in seiner kurzen Ansprache an die Demonstranten. „Wir hier in Glückstadt sind für gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz.“ Menschen aller Generationen waren zur Demo gekommen, Politiker, Kirchenvertreter, die Mitarbeiter der Glückstädter Werkstätten waren mit einer großen Gruppe vertreten.

Migranten waren nur einige wenige unter den Versammelten. „Viele sehen sich nicht in der Verantwortung hier zu erscheinen, weil sie sich als Minderheit sehen“, meinte die 17-jährige Rabia Atasoy, die aus einer türkischen Familie stammt. In ihren Augen hätte die Mahnwache im Vorfeld an den Schulen noch mehr beworben werden können.

Für die Organisatoren Dr. Stefan Schröpfer und Christine Berg vom Ortsverband der Grünen überstieg die Teilnehmerzahl die Erwartung. 200 Menschen hatten sie beim Ordnungsamt angemeldet. „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind“, sagte Christine Berg. Eine Fortsetzung sei vorerst nicht geplant, jedoch nicht auszuschließen.


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