zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 18:07 Uhr

Interview : Glückstadt ist auf gutem Weg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heiner Sonderfeld von der BIG-Städtebau begleitet seit sieben Jahren die Stadtsanierung. Im Interview stellt er der Elbstadt in baulicher Hinsicht ein gutes Zeugnis aus.

Sieben Jahre lang hat er die Stadtsanierung in Glückstadt begleitet, nun geht er in den Ruhestand: Der Projektleiter Heiner Sonderfeld von der BIG-Städtebau in Kronshagen. Im Interview mit unserer Zeitung stellt er der Stadt Glückstadt in baulicher Hinsicht ein gutes Zeugnis aus.

 

Wasmer-Palais, Hafen und jetzt die Docke – an vielen wichtigen Punkten der Stadt haben Sie mitgewirkt. Fühlen Sie sich in Glückstadt schon ein bisschen zu Hause?

Heiner Sonderfeld: Ja, klar. Wenn man über Jahre hier tätig war und so angenehm zusammengearbeitet hat, dann fühlt man sich zu Hause. Man kennt die Strukturen.

 

Was war Ihr liebstes Projekt in Glückstadt?

Der Hafen. Von der Hafenspitze bis zur Docke. Das Vorhaben war mir sympathisch, weil alles aus einem Guss geplant und ganz systematisch umgesetzt worden ist.

 

Wie sehen Sie Glückstadt in baulicher Hinsicht aufgestellt?

Die Stadt entwickelt sich weiterhin sehr positiv. Neue Fördertöpfe sind aufgetan worden. Wir haben die Innenstadt sehr gut hinbekommen, wir haben jetzt den Hafenbereich sehr gut hinbekommen. Die weiteren strukturellen Probleme der Stadt wird sie auch noch in den Griff kriegen.

 

Gibt es in Glückstadt soetwas wie Bausünden aus der Vergangenheit?

Nicht im Zentrum. Das ist eben der Stadterneuerung geschuldet und der Erklärung zum Stadtdenkmal. Da hat man sehr behutsam in neue Strukturen investiert. Das Gefängnis und andere Bereiche wurden abgerissen. Industriebrachen sind neu bebaut worden und sehr behutsam und sehr schön in die Stadt integriert worden.

 

Ihre Arbeit hat sich überwiegend auf das historische Zentrum und den Hafen konzentriert. Hatten Sie trotzdem auch die äußeren Stadtteile im Blick?

Natürlich, eine Stadt ist immer ein Gesamtkomplex, und die äußeren Stadtteile mit anderen Problemen wirken sich immer auch auf das Zentrum aus.

 

Werden diese Stadtteile in Zukunft verstärkt in den Mittelpunkt der Planungen rücken müssen?

Sind sie schon. Es gibt das neue Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“. Das wird sich genau mit diesen äußeren Stadtteilen beschäftigen. Dann gibt es Überlegungen, für das Förderprogramm zur „sozialen Stadt“ einen Antrag zu stellen.

 

Es wird in Zukunft die allgemeine Städtebauförderung nicht mehr geben, sondern spezielle Themenfelder und Schwerpunkte sollen gefördert werden. Wo könnten solche Schwerpunkte für Glückstadt liegen?

Zum einen im demographischen Wandel. Den muss die Stadt auch baulich in den Griff kriegen. Es geht zum Beispiel darum, ausgediente Schulen nicht leerstehen zu lassen. Es gibt Fördermittel, um in den alten Gebäuden neue Funktionen unterzubringen. Und im Bereich der sozialen Stadt muss Glückstadt den nördlichen Bereich in den Griff bekommen und dort die Leerstände so organisieren, dass sowohl die Wohnungswirtschaft als auch die soziale Mischung vernünftig gestaltet wird.

 

Auf der Docke entsteht gerade für 1,6 Millionen Euro der Themenpark „Fisch“. Übernimmt sich da die Stadt Glückstadt nicht angesichts der knappen Kassen?

Nein, eben nicht. Wir haben ja die vielen Fördertöpfe aufgetan: Regionalfonds, Zukunftsprogramm Fisch, Städtebauförderung. Dadurch wird der Anteil der Kommune auf ein Drittel reduziert und am Ende kommt eine sehr gute Leistung bei dem Projekt heraus. Wir erwarten einen touristischen Effekt. Der wirtschaftliche Umschwung Glückstadts hin zum Tourismus hat sich schon im Hafen sehr positiv dargestellt und wird sich auch dort weiterhin positiv entwickeln.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen