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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 02:23 Uhr

Politik : Glückstadt hat die Wahl

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Nachfolger für Gerhard Blasberg gesucht / Bewerberfrist abgelaufen / Fünf Anwärter kämpfen um den Chefsessel im Rathaus

von
erstellt am 22.Sep.2015 | 11:40 Uhr

Am 8. November sind 9574 wahlberechtigte Glückstädter aufgerufen, ihren nächsten Bürgermeister zu wählen. Amtsinhaber Gerhard Blasberg tritt nicht erneut an. Seit gestern stehen die Kandidaten für die Wahl fest: Fünf Bewerber um den Chefsessel im Rathaus gibt es. Wir stellen sie im Kurzporträt vor.


Marian Prill


Marian Prill ist der einzige Kandidat, der ohne die Unterstützung einer der etablierten Parteien der Stadtvertretung zur Bürgermeisterwahl antritt. Der selbstständige Werbetexter, der seit 2013 in Glückstadt lebt, erklärte bereits im Frühling seine Absicht zu kandidieren und sammelte ausreichend Unterschriften von Unterstützern, um unabhängig antreten zu können. Als Bürgermeister möchte der 34-Jährige, der ursprünglich aus Brandenburg stammt, auf Bürgerbeteiligung, unkonventionelle Ideen und die Möglichkeiten des Internets setzen. „Glückstadt muss attraktiver werden – auch für junge Leute.“ Die Stadt brauche ein vernünftiges bundesweites Image und die Ideen der Bürger. Vor allem bei Letzterem sieht Prill in der Elbestadt viel Potential: „Es gibt genug Leute, die die Ärmel hochkrempeln wollen“, sagt er mit Blick auf die Probleme der Stadt wie beispielsweise die Zukunft des Stadtteils Nord. „Ich bin jemand, der Leute zusammenführen und motivieren kann.“


Manja Biel


Mit Unterstützung der Glückstädter Christdemokraten geht Manja Biel ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Die 42-jährige Diplomverwaltungswirtin und –kauffrau stammt von der Insel Rügen und hat von 2001 bis heute berufliche Erfahrung in den Stadtverwaltungen von Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen gesammelt. Ihre Schwerpunkte sind Wirtschaftsförderung und Liegenschaftsverwaltungen. Den Schritt „aus der zweiten Reihe“ an die Spitze einer Verwaltung hält Biel nun für „folgerichtig“: „Ich möchte gestalten, nicht nur verwalten.“ Glückstadt sei ein „charmanter Ort mit toller Lage und wunderbarer Größe“. Als Glückstadts erste Bürgermeisterin will Biel sich um die Belebung der Innenstadt und eine stärkere Positionierung in der Metropolregion Hamburg kümmern. Glückstadts Zukunft möchte sie durch die Erhaltung und Ansiedlung von Betrieben und Eintreten für die A20 sichern. „Ich strebe den Gleichklang in der Entwicklung von Arbeit-, Wohn- und Freizeitangeboten an“, sagt die Kandidatin.


Siegfried Hansen


Der 52-jährige IT-Manager ist in der Glückstädter Politik kein Unbekannter: Seit 2013 hat Siegfried Hansen einen Sitz in der Stadtvertretung und führt dort die Fraktion der Piratenpartei. Auch auf Kreisebene ist er für die Partei aktiv und gehört deren Fraktion im Steinburger Kreistag an. Als Bürgermeister will er den „Standort Glückstadt“ stärken, damit die Stadt „auch in Zukunft ein begehrter Ort für Einheimische und Touristen bleibt“. Wichtige Themen für die nächsten Jahre sind aus seiner Sicht die Ansiedlung von modernen Arbeitsplätzen, der Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und die Aufwertung des Stadtteils Glückstadt-Nord. Auch die Breitbandanbindung der Elbestadt und die Modernisierung der Verwaltung möchte Hansen nach der Wahl vorantreiben. „Ich werde mich als Bürgermeister von meinem Lebensmotto leiten lassen: Erst fühlen, dann denken, dann reden, dann konsequent handeln“, sagt der gebürtige Glückstädter.


Carola Radtke-Niemitz


Carola Radtke-Niemitz hat die Mitglieder von SPD und Grünen davon überzeugt, dass sie eine gute Bürgermeisterin für Glückstadt wäre. Die aktuell in der Unternehmensberatung tätige Kandidatin sieht sich gut vorbereitet für das Amt. „Es ist eine Möglichkeit meine bisher erworbenen Kompetenzen zu bündeln und gezielt einzusetzen“, sagt die 50-Jährige. Die Diplomfinanzwirtin und Juristin ist lange in der Hamburger Verwaltung beschäftigt gewesen und befasste sich dort mit Steuerfragen. Später lehrte sie Wirtschaftswissenschaften und Politik an Wirtschaftsgymnasien und Berufskollegien in Nordrhein-Westfalen. In Glückstadt möchte sie konkrete Probleme lösen und zum Beispiel einen „intelligenten Weg“ finden, um den chronisch defizitären Haushalt wieder auf ein dauerhaft „solides Fundament“ zu stellen. Dabei soll die Ansiedlung innovativer Unternehmen helfen. Wirtschaftsförderung allein sei aber keine Lösung. Auch andere Bereiche wie Bildung und Infrastruktur seien wichtig. „Glückstadt braucht ein Stadtkonzept aus einem Guss“, sagt Radtke-Niemitz.


Stephan Schulz


Der Glückstädter Stephan Schulz ist Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Kellinghusen, würde aber gern an die Spitze der Verwaltung in der Elbestadt wechseln. Seine berufliche Erfahrung in Ämtern in Dithmarschen und den Kreisen Pinneberg sowie Steinburg sieht der Diplomverwaltungswirt dabei als großen Vorteil an: „Ich bin gut vernetzt“, sagt Schulz, der mit Unterstützung der FDP zur Wahl antritt. Und er kenne die relevanten Förderprogramme. Als wichtige Themen für die kommende Amtsperiode nennt er die Bewältigung des demografischen Wandels und die Verbesserung der Verkehrsanbindung. Schulz will sich sowohl für die Elbquerung als auch für eine bessere Bahnanbindung einsetzen. Er möchte seine Ideen einbringen, sieht den Posten des Bürgermeisters aber vor allem den eines „Managers der Interessen der Bürger und der Politik“. Zu dessen Aufgaben gehöre die Modernisierung der Verwaltung, damit sie ihre Aufgabe als „Dienstleister für Bürger und Wirtschaft“ wahrnehmen könne.

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