Initiative „Pro Noten“ : Glückstadt: FDP fordert verbindliche Schulnoten

Über die Volksinitiative „Pro Noten“ informierte die FDP in Glückstadt mit Referentin Anitag Klahn (rechts.) Mit dabei Klaus Bornemann links) und Stefan Goronczy.
Über die Volksinitiative „Pro Noten“ informierte die FDP in Glückstadt mit Referentin Anitag Klahn (rechts.) Mit dabei Klaus Bornemann links) und Stefan Goronczy.

Anita Klahn, Initiatorin der Initiative „Pro Noten“, referiert in Glückstadt über individuelle Berichtszeugnisse.

shz.de von
02. Juli 2015, 16:00 Uhr

Glückstadt | Seit August 2014 gilt in Schleswig-Holstein eine neue Verordnung für Zeugnisse an Grundschulen, die die verbindlichen Noten in Zeugnissen abschafft. Bisher wurden die Grundschüler ab Klasse drei mit verbindlichen Noten bewertet. Ab jetzt soll es nur noch individuelle Berichtszeugnisse geben. Gegen diese neue Verordnung macht jetzt die FDP in Schleswig-Holstein mit der Volksinitiative „Pro Noten“ mobil. „Unsere Kinder sollen kein Spielball reformpädagogischer Experimente werden“, fordert die Partei in einer Informationsschrift.

Nach Glückstadt eingeladen war Anita Klahn, die die Initiative mit initiiert hat. Nachdem der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes, Stefan Goronczy, die Gäste zur Vortragsversammlung begrüßt hatte, stieg Anita Klahn in den Vortrag ein. „Mit der Volksinitiative möchten wir nicht auf die Partei beschränkt bleiben, sondern die Bürger entscheiden lassen“, erläuterte sie zunächst. 20  000 Unterschriften sind nötig, um die neue Verordnung erneut prüfen zu lassen.

Anita Kahn erklärte, wie die Benotung in Grundschulen aussehen soll: Die bereits in den ersten beiden Klassenstufen verwendeten Berichtszeugnisse sollen auch in den Klassenstufen drei und vier weitergeführt werden. Die Schulkonferenz kann jedoch beschließen, dass in den Jahrgangsstufen drei und vier ergänzend die Notenzeugnisse gegeben werden.

Bisher haben 417 Grundschulen in Schleswig-Holstein, das sind über 85 Prozent, beschlossen, weiterhin Ziffernnoten zu geben. Anita Klahn rechnet jedoch damit, dass schon im nächsten Schuljahr viele Schulen einknicken und der Empfehlung der Landesverordnung folgen werden, auch gegen den Elternwillen. „Eltern wollen den Wissensstand ihrer Kinder deutlich erkennen können und nicht durch undurchsichtige Berichtszeugnisse verwirrt werden“, bemängelt sie. Und auch Kinder wollen sich miteinander messen, wollen eine klare Bewertung ihres Wissens haben und könnten auch durchaus lernen, mit Misserfolgen umzugehen.

Die FDP vermutet nun, dass mit der neuen Verordnung vor allem die Gemeinschaftsschulen gestärkt werden sollen. Hier gibt es bis Klassenstufe sieben nur Berichtszeugnisse. Den Grundschülern solle auf diese Weise der Übergang auf die Gemeinschaftsschulen schmackhaft gemacht werden. „Wir sehen jetzt jedoch schon, dass die weiterführenden Schulen allein anhand der Berichtszeugnisse keine klare Einstufung der Schüler mehr vornehmen können“, bemängelte die Dozentin. Niemand bedenke, was für eine Tortur es für ein Kind sei, auf einer Schule zu sein, die nicht seinem Anforderungsniveau entspricht. „Es wird hier nicht vom Kind aus gedacht“, erklärte Kahn. Der nächste Schritt, so vermutet die Initiative, sei die Einheitsschule und, wenn man weiter denke, die Abschaffung weiterer verbindlicher Bewertungen. So wird beispielsweise auch schon über die Abschaffung der Bundesjugendspiele diskutiert, um die Kinder nicht der Frustration auszusetzen, wenn es mal keine Urkunde gibt. „Kinder können aber durchaus mit solcher Frustration umgehen und setzen sich dieser an anderer Stelle sogar selbst aus, wenn ihr Ehrgeiz geweckt ist“, so Klahn weiter.

Am kommenden Sonnabend will die Glückstädter FDP von 10 bis 12 Uhr in der Großen Kremper Straße weiter aufklären über die neue Verordnung und ins Gespräch kommen mit den Bürgern. Wer dann überzeugt ist von den Forderungen nach verbindlichen Noten ab Klasse drei, der dürfe auch gern gleich auf der Liste unterzeichnen.

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