Tourismus an der Elbe : Glückstadt – ein Königstraum

Segler aus allenTeilen der Welt steuern in schöner Regelmäßigkeit den Glückstädter Hafen an.
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Segler aus allenTeilen der Welt steuern in schöner Regelmäßigkeit den Glückstädter Hafen an.

Immer mehr internationale Gäste entdecken die Elbestadt für sich. Die Tourismusbranche hat sich darauf eingestellt.

shz.de von
07. Juni 2018, 05:05 Uhr

Meistens sind es Dänen, die den Weg in die Glückstädter Tourismus-Information finden. Für sie gibt es einen speziellen Stadtführer auf Dänisch. „Glückstadt – en konges drøm“ heißt dessen Überschrift. Übersetzt: „Glückstadt – ein Königstraum“. „Für viele Dänen spielt das Königshaus eine wichtige Rolle“, sagt Sandra Kirbis, Geschäftsführerin der Glückstadt Destination Management Gesellschaft, kurz GDM.

Ein Bummel um den Marktplatz an einem lauschigen Frühlingstag reicht aus, um zu erkennen, dass die Elbestadt einen gehörigen Hauch internationalen Flairs versprüht. Genau genommen reicht es aus, in einem der Cafés und Restaurants am Markt genauer hinzuhören. Neben Deutsch in allen regionalen Mundarten sind auch Niederländisch, Dänisch und Englisch vertreten. Selbst Französisch und Spanisch kommen vor, obwohl die beiden Völker nicht zu den reisefreudigsten gehören.

Die nahe Elbe und vor allem der Hafen auf halben Weg zwischen Elbmündung und Hamburg sind der Hauptgrund für diese Internationalität Glückstadts. Doch auch mit dem Auto reisen zahlreiche Ausländer an. Vor allem Dänen, die sich die dänische Stadtgründer-Architektur Glückstadts ansehen wollen. Aber auch Geschäftsleute kommen, und Wanderer, sowie Menschen, die auf der Suche nach ihren Vorfahren sind. Längst hat sich die Stadt auf dieses Klientel eingestellt. „Wir haben schon vor Jahren unseren Internetauftritt ins Englische übersetzen lassen“, sagt Kirbis. Auch einen Intro-Text auf Dänisch gebe es.

Etwa 325 000 Zugriffe hat die Homepage pro Jahr. Einige Hundert davon besuchen die englische Seite. Die Stadtführungen werden neben Deutsch und Englisch auch auf Dänisch und Plattdeutsch angeboten. „Wir haben sogar schon ein paar Brocken Dänisch gelernt“, sagt Kirbis. „Die meisten Dänen sprechen ohnehin gut Deutsch“, betont ihre Kollegin Ann-Kathrin Witzdam. Die Verständigung klappe meist problemlos.

Die GDM hat ihren Sitz in der Großen Nübelstraße 31. „Wir haben sieben Tage die Woche geöffnet“, sagt Sandra Kirbis. Ein Angebot, das eifrig genutzt werde. Auch von den internationalen Gästen. So habe vor zwei Jahren ein junger Franzose regelmäßig vorbeigeschaut, um den dortigen Hot-Spot zu nutzen. „Der junge Mann war auf Weltreise mit dem Fahrrad“, erinnert sich die Tourismus-Expertin. Auch „Exoten“ aus Neuseeland und Australien hätten schon vorbeigeschaut. In erster Linie sind es allerdings skandinavische Gäste, die in Glückstadt schon aufgrund der Stadtgründungsgeschichte voll auf ihre Kosten kommen.

Auch die Ahnenforschung ist für einige Besucher ein Grund vorbeizuschauen. Sogar der bekannte australische Schauspieler und Oskarpreisträger Geoffrey Rush war schon in Glückstadt, um hier auf Spurensuche nach seinen Vorfahren zu gehen. Doch die meisten internationalen Gäste sind Segler. „Gerade war ein Paar aus England zu Gast, mit Ziel Norwegen“, erzählt Witzdam. Die hörten in Cuxhaven, dass sie unbedingt in Glückstadt einen Stopp einlegen sollten. Das Paar blieb ein Wochenende, bevor es weiter nach Hamburg ging. Ein typisches Beispiel, wie die Elbe Glückstadt bereichert. Und internationaler macht.

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