Förderprogramm : Glückstadt auf dem Prüfstand

Das Gelände vom Eisenbahnausbesserungswerk wird untersucht.
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Das Gelände vom Eisenbahnausbesserungswerk wird untersucht.

Bürger sind am 1. September zur Info-Veranstaltung eingeladen. Planer haben ihre Arbeit aufgenommen.

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31. Juli 2014, 05:00 Uhr

„Daseinsvorsorge“ ist das neue Stichwort für Kommunen. Ziel ist es: Die Orte attraktiv zu halten. Auch Glückstadt beteiligt sich an dem Programm „Daseinsvorsorge“ und bekommt dafür Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm. Um diese Gelder zu bekommen, muss die Stadt bestimmte Ziele und Gebiete festlegen. Mitarbeiter eines Planungsbüros sind in diesen Tagen bereits in Glückstadt tätig.

Grundlage für ihre Arbeit ist das „Zukunftskonzept Daseinsvorsorge“. „Die Öffentlichkeit wurde dabei beteiligt“, sagt Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch zu den gewesenen Veranstaltungen. Vorschläge von Bürgern wurden im Konzept aufgenommen.

Jetzt kommen die nächsten Schritte: „Die Stadt hat das Planungsbüro complan Kommunalberatung aus Potsdam und Kiel mit der Durchführung von Vorbereitenden Untersuchungen beauftragt“, erklärt Dr. Busch. Untersucht werden der „Ortskern Glückstadt“ und „Eisenbahn-Ausbesserungswerk Glückstadt“.

„In der Innenstadt gibt es zum Beispiel Probleme mit dem Wohnungsmarkt“, erklärt der Bauamtsleiter. „Wohnungen stehen leer.“ Hierzu sollen die Eigentümer der Häuser befragt werden. Als ein weiteres Thema nennt Dr. Busch die Barrierefreiheit. Zudem geht es um den Zustand des Ortskerns und zum Beispiel um das Rathaus. Zu letzterem werden zurzeit Angebote von Planern eingeholt.

Beim Eisenbahnausbesserungswerk geht es um die Zukunft des Geländes. Wie berichtet, versucht der Eigentümer „ausrelis“, das Areal zu verkaufen. Auf der anderen Seite gibt keinen Bebauungsplan von Seiten der Stadt, der Grundlage für eine Nachnutzung wäre. Deshalb soll jetzt zunächst eine erste Bestandsaufnahme gemacht werden. „Wir wollen die Frage der Wirtschaftlichkeit einer Erschließung der Flächen klären“, sagt Busch. Die Frage dort sei auch, was von den Gebäuden erhaltenswert sei. „Unter Denkmalschutz steht nichts.“

Die Untersuchungen sind die Voraussetzung dafür, Städtebaufördermittel aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ in Anspruch nehmen zu können. In diesem Zusammenhang wird es bereits noch in dieser Woche eine äußere Bestandsaufnahme der Gebäude geben, die sich in dem Fördergebiet befinden. Im Anschluss daran werden die Eigentümer befragt.

„Zudem werden die öffentlichen Räume und technische und soziale Infrastruktureinrichtungen genauer unter die Lupe genommen“, erklärt Dr. Busch. „Aus den Erkenntnissen der Bestandsaufnahme werden künftige Potenziale und Handlungsmöglichkeiten herausgefiltert.“ Aus allen Erkenntnissen wird ein Entwicklungskonzept erarbeitet. Festgelegt wird darin auch, was konkret gemacht werden soll.

Ein Grund für die Maßnahmen: Die Menschen werden älter, es gibt weniger Nachwuchs. Bewahrt werden soll das bauhistorische Erbe, aber mit einer zeitgemäßen Nutzung des Bestandes. So soll zum Beispiel das Rathaus begehbar sein auch für Menschen, die im Alter nicht mehr so mobil sind.

Die Bürger sollen weiterhin teilhaben. Deshalb lädt die Stadt am Montag, 1. September, um 19 Uhr im Theater Am Neuendeich zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein.

Dr. Busch: „Die Veranstaltung bietet allen Interessierten die Gelegenheit, sich über Inhalt und Ablauf der vorbereitenden Untersuchungen zu informieren und zu erfahren, welche Auswirkungen sich daraus ergeben.“ Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder sich mit eigenen Ideen einzubringen und zu beteiligen. „Gerade bei den ersten Arbeitsschritten ist complan Kommunalberatung auf die Unterstützung von Eigentümern, Pächtern und Mietern aus dem Ortskern angewiesen.“ Die Stadt Glückstadt bittet daher alle Betroffenen um Mitwirkung.

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