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Norddeutsche Rundschau

20. September 2017 | 13:19 Uhr

Pendler : Glückstadt als Alternative zu Husum

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Stefanie Kalweit (47) fährt täglich von Glückstadt nach Hamburg zur Arbeit.

Viele Menschen fahren mit der Bahn zur Arbeit. Wir stellen in einer Serie Pendler vor. Heute: Stefanie Kalweit

Erst war sie ja skeptisch, schlimmer noch: „Ich war entsetzt über Glückstadt“, sagt Stefanie Kalweit (47) über die Momente am Morgen, in denen sie beim Halt in der Elbestadt aus dem Zug auf den Bahnhof blickte. Aus Heide kommend, fuhr sie seit 1992 täglich mit der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) zu ihrer Arbeitsstelle in Hamburg.

Wegen des langen Fahrweges wurde es für sie dann aber nötig, sich an der Strecke einen neuen Ort zum Wohnen zu suchen – und sie fand: „Glückstadt!“ Denn sie hat einmal genauer hingesehen und festgestellt: „Glückstadt ist wie Klein-Husum: Es hat einen Hafen, einen Deich, an dem man mit dem Fahrrad gut entlang fahren kann, es gibt frisch gefangenen Fisch – die Stadt ist richtig niedlich und hat Flair.“

Deshalb ist sie, damit sie morgens nicht mehr ganz so früh aufstehen muss, Mitte 2012 in die Elbestadt gezogen. „Viel habe ich seitdem schon mit dem Fahrrad erkundet, und ich habe den Schritt nicht bereut. Glückstadt ist eine gute Alternative zu Husum, und ich habe mehr Lebensqualität.“

Denn vor allem die Fahrt nach Hamburg ist für sie angenehmer geworden. „Von hier aus mit der NOB zu fahren, das ist die totale Entspannung.“ Sie steigt nun eine Stunde später in denselben Zug, aus dem sie vorher nur heraus geschaut hat. „Ich habe einen schönen Sitzplatz und brauche nur zwei Stationen, schon bin ich in Hamburg.“

Stefanie Kalweit arbeitet in der Volkshochschule (VHS) im Stadtteil Sternschanze und fährt in Altona mit der S-Bahn noch zwei Stationen. „Für den Weg benötige ich jetzt nur noch 45 Minuten.“

Morgens hat sich bereits vorher in der Bahn eine feste Pendlergruppe etabliert, die ab Heide fährt und zu der sie dann in Glückstadt zusteigt. Man trifft sich, man kennt sich, man unterhält sich. „Ich bin sehr kommunikativ, spreche auch andere an“, sagt sie.

Von Zeit zu Zeit hört sie Musik über Kopfhörer, meist Entspannungsmusik oder Hörvorträge. Abends sitzt sie dann mit einer anderen Gruppe zusammen und klönt. Wann sie zu Hause ist, kann sie aufgrund des günstigen Fahrplans „total flexibel gestalten“.

Denn auch da hat sie noch viel vor. So macht sie beim ETSV Fortuna Pilates und montags abends „Zumba“, jeweils eine Stunde. „Und ich singe in einem Gospelchor in Heide.“ Da ist alle 14 Tage Donnerstag ab 20 Uhr Chorprobe. Dorthin fährt sie aber ab Glückstadt mit dem Auto.

Außerdem ist sie amtierendes Top-Ten Model des sh:z. Dies sind Frauen ab 45, die für einen Wettbewerb an einem Casting teilgenommen haben und im Frühjahr und Herbst auf Schauen Mode vorführen.

Für all diese Aktivitäten ist es aber nötig für sie, rechtzeitig zu Hause zu sein „Im Moment läuft das alles ganz gut durch die enge Taktung der NOB“, sagt sie. Deshalb trafen sie die Pläne für eine Streichung des NOB-Haltes wie ein Schlag.

„Wenn es soweit ist, muss ich mich damit beschäftigen“, ist sie realistisch. Da sie bislang aber schon den Zughalten nachgezogen ist, steht für sie auch jetzt im Raum: „Ich würde erneut einer verbesserten Verbindung hinterher ziehen.“

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