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Norddeutsche Rundschau

24. November 2017 | 14:17 Uhr

Soziales : Glücksfall für das Jugendzentrum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steffen-Gerrit Franzmann (22) wird seinen Freiwilligendienst ableisten.

von
erstellt am 11.Jun.2015 | 17:08 Uhr

Er möchte Lehrer werden. Aber ist der Beruf wirklich der richtige für ihn? Kann er überhaupt mit Kindern umgehen? Ist er widerstandsfähig genug? All das will Steffen-Gerrit Franzmann lieber vorher herausfinden. „Ich möchte einen Job haben, den ich gern mache. Denn ein Lehrer, der seinen Beruf nicht mit Passion ausfüllt, ist in meinen Augen nicht geeignet“, sagt er. Deshalb ist der 22-Jährige im Glückstädter Jugendzentrum (Juze) im Einsatz, momentan noch stundenweise als ehrenamtlicher Übungsleiter, ab September dann in Vollzeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi).

Ein Glücksfall – nicht nur für Steffen-Gerrit Franzmann, sondern auch für Juze-Leiterin Sara Sunniva Vogel, die sich sehr über die Unterstützung freut. „Steffen ist überall an den Ecken die helfende Hand, wo es fehlt: ob beim Kochen mit den Kindern, beim Einkaufen, Planen oder im Garten“, sagt sie. Ein Bufdi im Jugendzentrum müsse ein Allrounder sein. Neben dem Sinn für die pädagogische Arbeit müsse er vor allem handwerkliches Geschick mitbringen. „Er muss auch mal ein Regal bauen können. Wir machen viel selbstverwaltet, das Geld ist knapp.“ Eigentlich sei es eine schöne Position, denn man könne wirklich „alles machen“.

Das gefällt auch Steffen-Gerrit Franzmann. Mit Werkzeug kann er umgehen – schließlich hat er viele Jahre im Messebau gejobbt. Sportlich ist er auch. Und computerbegeistert obendrein. So will er unter anderem die Werkstatt wieder auf Vordermann bringen, um mit den Kindern dort etwas bauen zu können. Und er ist begeistert bei der Sache, wenn es ums Fußball oder Tischtennis spielen geht. Um den Kiosk will sich der 22-Jährige ebenfalls kümmern. „Wir ergänzen uns hervorragend, das ist wirklich schön“, sagt die Leiterin. Da Steffen-Gerrit Franzmann im Rahmen eines Projektes bei der Stadt momentan zudem die Koordination der Ferienprogramme für eine Broschüre übernommen hat, ist er bereits bestens vernetzt.

Bei all dem kommt für den angehenden Bufdi der Kontakt zu den Jugendlichen nicht zu kurz. Zwischen 30 und 60 Besucher zwischen 8 und 23 Jahren kommen zu den Hauptzeiten ins Juze. Die große Altersspanne ist dabei kein Problem. „Es läuft reibungslos, alle tolerieren sich“, sagt Sara Sunniva Vogel. Das gelte genauso für die unterschiedlichen Kulturen. „Wir sind multikulti.“

Für die Besucher steht neben Kicker, Billardtisch und Tischtennisplatte auch ein Fitnessraum zur Verfügung. Es gibt eine Tanzgruppe und Sprachkurse für Flüchtlinge. Und sonnabends kann zwei Stunden lang die Sporthalle genutzt werden. Jeden Abend gibt es ein warmes Essen, die Zutaten dazu kommen oft aus dem eigenen Garten. „Dazu kommt der ganz normale Wahnsinn des Alltags – von Bewerbungen schreiben bis Unterstützung in Lebenskrisen“, sagt die Juze-Leiterin. Im Sommer gibt es außerdem das Ferienprogramm.

Dem 22-Jährigen macht der Einsatz schon jetzt viel Spaß. „Momentan ist es am leichtesten, über Sport Kontakt zu den Jugendlichen zu bekommen“, sagt Franzmann. Da seien alle schnell zu begeistern. Und der Kontakt im Mitarbeiter-Team sei auch sehr gut. „Wir arbeiten alle wahnsinnig gerne hier“, sagt Sara Sunniva Vogel. Die Verwaltung setze sich sehr für das Juze ein, was sich auch durch die schnelle Besetzung der Bufdi-Stelle gezeigt habe. Aber auch die Unterstützung durch die Soroptimistinnen und Round Table sei groß. „Das Juze wird in der Stadt ernst genommen – und die Bufdi auch“, freut sich die Leiterin. „Das finde ich ganz toll und wichtig.“

 

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