Landwirtschaft : Glückliche Rinder

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Das jährliche Züchtertreffen des Vereins zur Erhaltung des rotbunten Niederungsrindes führte interessierte Landwirte auf drei Bauernhöfe in Wrist und Auufer.

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15. Juli 2018, 12:22 Uhr

Sie sind robust, rumpfig im Körperbau und äußerst fruchtbar – die rotbunten Niederungsrinder. In den Ställen und auf den Weiden der Landwirte ist die Rasse allerdings eher ein Exot, nur zehn Prozent aller Rinder in Schleswig-Holstein gehören dazu. Für Fortbestand und Ausbreitung setzt sich der „Verein zur Erhaltung des Rotbunten Niederungsrindes“ ein. Zu den Aktivitäten zählt ein jährliches Züchtertreffen, das diesmal Landwirte und Interessierte auf drei Betriebe nach Wrist und Auufer führte.

„Die Rotbunten sind Tiere für den zweiten Blick – leistungsstark und harmonisch“, sagt Sprecher Reinhard Jung, der Regie beim Züchtertreffen führte. Die Rotbunt-Landwirte produzieren neben Milch auch Fleisch.

Zu den typischen Rotbuntbetrieben, die vor allem noch in Steinburg und Dithmarschen vertreten sind, gehört der Hof der Familie Frenzen in Wrist, den Martha und Frenz Frenzen mit ihren beiden Kindern bewirtschaften. 110 Kühe werden dort täglich gemolken, dazu werden Bullen gemästet. Da die Frenzens hinter ihrem Hof 25 Hektar Weideland besitzen, können die Kühe tagsüber dort weiden, nachmittags geht es zum Melken wieder in den Stall, wo die Tiere nachts bleiben. Auch die Jungtiere kommen normalerweise von Mai bis Oktober ins Freie, doch aufgrund des trockenen Sommers gibt es weniger zu fressen, die Vierbeiner müssen im Stalle bleiben. „In diesem Jahr ist halt alles anders“, sagt Frenz Frenzen. Im Schnitt, so Tochter Frauke, haben die Kühe eine Milchleistung von 7500 Kilogramm im Jahr. „Und wir achten darauf, dass jede Kuh im Jahr einmal kalbt.“

Für Reinhard Jung sprechen drei Gründe für die rotbunten Niederungsrinder: Sie sind genügsam im Futter, das wirtschaftliche Risiko wird verteilt, denn die Rotbunten liefern neben Milch auch Fleisch, und im Gegensatz zu Hochleistungsrindern sei ihr Management aufgrund der Robustheit einfacher. „Sie sind nicht so anfällig“, betont Jung.

Zum Züchtertreffen zählte danach ein Vortrag von Berrie Klein Swormink über „Brandrode Runderen – eine rotbunte Zuchtrichtung in der niederländischen Landwirtschaft“. Anschließend besichtigten die Besucher die Betriebe von Sören Gripp und Jan Radloff in Auufer.

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