Weltenbummler : Glibber-Kampf mit Riesen-Aal

Auf seinem Welt-Trip gelangte    Björn Voß aus Wilster nun auf die Insel Hiva Oa in Französisch Polynesien.
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Auf seinem Welt-Trip gelangte Björn Voß aus Wilster nun auf die Insel Hiva Oa in Französisch Polynesien.

Björn Voß aus Wilster berichtet von manchmal aussichtslosen Aktionen, um an Essbares aus dem Meer zu kommen.

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02. Juni 2014, 17:00 Uhr

40 Tage segelte Björn Voß (25) aus Wilster durch die Fluten des Pazifiks, ohne Land zu sehen. Jetzt erreichte der Weltenbummler die Insel Hiva Oa, die zu Französisch Polynesien gehört und etwa in der Mitte zwischen Mittelamerika und Australien liegt. Am dortigen Strand schlug er sein Lager auf, um einige Tage zu verschnaufen.

Schon im November 2013 war der Abenteurer gemeinsam mit seinem Freund Tobias Haack (28) nach Honduras aufgebrochen, von wo die beiden eine Weltumseglung starteten. Nachdem sie ihr Boot mit dem klangvollen Namen Toango auf Vordermann gebracht hatten, ging es Anfang März durch den Panama-Kanal Richtung Pazifik. Björn Voß berichtet: „Wer die großen Pötte aus der Elbe kennt hat einen kleinen Eindruck von dem was hier abgeht.“


Segler gehen vorübergehend getrennte Wege


Die beiden Männer folgten mit ihrem winzigen Segler einem Frachtschiff durch den Kanal: „Man muss es sich so vorstellen, dass ein kleines Küken einem Blauwal hinterherschwimmt.“ Hinter dem Kanal wartete die große Herausforderung: der Pazifik. Da ein unerfahrener Segler bei der Überquerung Hilfe brauchte, wechselte Björn Voß kurzerhand das Schiff und begann die Überquerung mit der „Last Unicorn“. Zwischenzeitlich bereiteten ausbleibende Winde und eine Tsunami-Warnung Schwierigkeiten. „Befinden uns kurz vor Galapagos und haben mit null Wind und Gegenströmung zu kämpfen“, lautet eine Status-Meldung vom 6. April. Doch nach einigen Tagen besserte sich die Lage und nach insgesamt 40 Tagen in den Weiten des Ozeans erreichte Björn Voß wieder Land, die Insel Hiva Oa in Französisch Polynesien.

Er berichtet: „Nach 40 Tagen salziger Überfahrt kamen wir endlich in Hiva OA, Atuona, an. Ich schnappte mir sogleich das Kajak und ruderte alle Segelboote zur Begrüßung ab und wurde gleich darauf auf Bier und Snacks eingeladen. Währenddessen erfuhr ich von zwei Personen, die am Strand lebten. ‚Interessant…‘, dachte ich und ruderte noch im selben Augenblick durchs brechende Wasser an den Strand. Dort angekommen wurde ich mit viel frischem Obst begrüßt. Es gab Bananen, Pomelos, Litschis, Kokosnüsse und Wasser mit ’nem Spritzer frische Limetten. Sie stellten sich als Chris und Maleiko vor und waren super drauf, total gelassen und guter Dinge. Sie suchten, so wie ich nach einem neuen Crewplatz. Chris hat ein Zelt und Maleiko eine Hightech-Hängematte. Damit waren sie bestens für das Leben am Strand ausgerüstet. Nach ein bisschen kennen lernen beschlossen wir ein Lagerfeuer für diesen Abend zu machen und luden sogleich weitere Segler ein. “

Der Wilsteraner tat es den neuen Bekanntschaften gleich und richtete sich ebenfalls mit einer Hängematte am Strand ein. In einem Bachlauf baute sich das Improvisationstalent einen Kühlschrank, um Getränke kalt zu stellen. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden, fasste er den Plan auf Fischfang zu gehen.

„Chris holte Rute und Köder und so versuchten wir uns an den Stellen der Locals. Nach und nach erschienen auch einige von ihnen. Schnell bemerkten wir, dass wir verkehrt ausgerüstet waren. Während links und rechts bereits ein Fisch nach dem anderen herausgezogen wurde, versuchten wir uns im Kopieren und Selbstbau der fängigen Köder. Wir fanden einen kleinen Haken, etwas Plastikfolie und Glitzerschnur. Perfekt! – Der Köder Marke Eigenbau war geboren.

Leider trug es sich scheinbar zu, dass die Fische zu sehr mit ‚gefangenen werden‘ an den anderen Ruten zu tun hatten, sodass sie leider keine Zeit für uns fanden. Nun kam einer der Local-Fischer vorbei und gab uns eine Tüte voll getrockneter Bananen. So verhungerten wir vorerst nicht und versuchten weiter.“

Aber auch ein späterer Versuch des Fischfangs sollte daneben gehen: „Plötzlich sah ich eine Bestie im Wasser kämpfen. Ein riesen Süßwasseraal – aber nicht die Sorte, die wir so bei uns aus der Wilsterau kennen. Nein, eine Bestie. Ungefähr so lang wie mein Arm und genauso dick. Ich drillte ihn vorsichtig weiter und landete ihn schließlich im seichten Wasser am Strand. Dann passierte, was ich schon längst befürchtet hatte. Die Fishingline teilte sich in zwei.

Entschlossen den Burschen ins Lagerfeuer zu bringen, sprang ich kurzerhand mit meinem Körper auf den Aal und packte ihn mit meinen beiden Händen. – Jeder der schon mal einen Aal in der Hand hatte weiß nun, was passierte: Er entglitt mir und schlängelte sich zurück ins Wasser. Schleimige Sekunden später stand ich voller Glibber am Strand.“

Für die nächsten Wochen und Monate plant Björn Voß, weitere Inseln Polynesiens zu erkunden. Sein Partner Tobias Haack befindet sich nach seinen Informationen auf dem Weg nach Marquesas Islands. Er hofft, ihn im Juni wieder zu treffen. >

Weitere Texte, Bilder und Fotos gibt es auf http://toangotoango.blogspot.de





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