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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 18:01 Uhr

Politik : Gleichstellung künftig ehrenamtlich?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In einem offenen Brief werden die Politiker aufgefordert, den Posten in Glückstadt weiterhin mit eine hauptamtlichen Kraft zu besetzen. Amtsinhaberin Deborah Azzab-Kamphausen schied zum Jahresende aus.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 17:09 Uhr

Wie geht es nach dem Abschied von Deborah Azzab-Kamphausen weiter mit der Gleichstellung in Glückstadt? Die Stelleninhaberin hat ihren Posten Ende 2013 aufgegeben, heute will der Hauptausschuss über eine Nachbesetzung entscheiden.

Die bisherige Gleichstellungsbeauftragte hatte eine halbe Stelle, zur Diskussion steht jetzt aber auch die Schaffung eines ehrenamtlichen Postens. Die Voraussetzungen dafür sind im Entwurf des Stellenplanes, in der Hauptsatzung und in der Entschädigungssatzung bereits vorgesehen. Votieren die Politiker für das Ehrenamt, kann die Stadt jährlich 30 000 Euro einsparen.

Gegen die Umwandlung in ein Ehrenamt wenden sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Gerhard Blasberg und die Glückstädter Politiker aber vehement die anderen Steinburger Gleichstellungsbeauftragten, der Initiativkreis des Lokalen Bündnisses für Familie in Glückstadt und das Integrationscenter Glückstadt der Arbeiterwohlfahrt Landesverbandes. Die Unterzeichner bedauern das Ausscheiden der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Glückstadt, Deborah Azzab-Robinson, und fordern gleichzeitig, „die Stelle im bisherigen Umfang wieder zu besetzen“.

Im Koalitionsvertrag Bündnis für den Norden 2012 bis 2017 zwischen den Regierungsparteien in Schleswig-Holstein sei bereits festgelegt, dass die Bestellung einer hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten für Kommunen mit einer Einwohnerzahl von 10 000 und damit für Glückstadt wieder eine Pflichtaufgabe werde, heißt es indem Schreiben. Die Stadt müsste sich also kurzfristig erneut mit der Fragestellung beschäftigten. „Im Hinblick darauf vertreten wir die Auffassung, dass mit einer unmittelbaren Nachbesetzung bis zur Umsetzung dieser Koalitionsvorgaben Glückstadt für ganz Schleswig-Holstein eine Leuchtturmfunktion einnehmen würde.“ Durch eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte werde sichergestellt, dass in Diskussionen und Entscheidungen in Politik und Verwaltung Aspekte der Gleichstellung mit eingebracht und berücksichtigt werden können sowie Beratung für Frauen vor Ort als Teil der allgemeinen Daseinsvorsorge auf den Gebieten Familie und Beruf, Orientierungshilfe bei Fragen von sozialen Leistungen und Grundsicherung, Trennung und Scheidung, Sorgerecht und Erziehung sowie häuslicher Gewalt vorgenommen würde.

Weiterhin würden Informationsveranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit zu gleichstellungsrelevanten Themen vor Ort für Frauen und Familien in Glückstadt und Umgebung sichergestellt, ebenso wie Netzwerkarbeit mit regionalen und überregionalen Stellen sowie Begleitung für Rat suchende Glückstädterinnen.

Und weiter: Die aufgezeigten Tätigkeitsfelder und und Ressourcen gelte es aktiv zu nutzen. Der damit verbundene Arbeitsaufwand erfordere verwaltungsrechtliche und kommunalpolitische Erfahrung und übersteige die Möglichkeiten im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei weitem. „Aus unserer Sicht ist deshalb die Wiederbesetzung der Stelle der Gleichstellungsbeauftragten im bisherigen Umfang für Glückstadt und die Einwohnerinnen und Einwohner unverzichtbar“, schreiben Tinka Frahm für die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Steinburg, Marion Oberender für den Initiativkreis des Lokalen Bündnisses für Familie Glückstadt und Ahmet-R Orhan für die Arbeiterwohlfahrt Landesverband, Integrationscenter Glückstadt.

Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Deborah Azzab-Kamphausen begrüßte es, dass die Glückstädter Politik sich zeitnah mit der Wiederbesetzung der Stelle befasst. „Dies zeigt, dass die Elbestadt die Wichtigkeit von kommunaler Gleichstellungsarbeit wertschätzt.“ Mit Blick auf das Bündnis für den Norden 2012 bis 2017 betont sie aber auch: „ Glückstadt hat also jetzt die große Chance, die Stelle im bisherigen Umfang, also versicherungspflichtig, zu besetzen und damit auf Landesebene ein sichtbares Signal zu setzen. Ich wünsche mir für die Glückstädterinnen und Glückstädter, dass die Politik vor Ort genau diese Chance engagiert und aktiv ergreift! “.

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