Internationaler Frauentag : Gleichstellung beim Frühstück

Gruppenbild mit Ministerin (hinten v.li.):  Zahra Khademi, Asuman Öszimsek, Helgard Bischl, Maren Schlotfeldt, Petra Bahro, Karin Lewandowski und Senay Sisman, (vorne v.li.), Meriam Essalhi, Rasooly Parwaneh, Ministerin Kristin Alheit und Catherine Reinhardt.
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Gruppenbild mit Ministerin (hinten v.li.): Zahra Khademi, Asuman Öszimsek, Helgard Bischl, Maren Schlotfeldt, Petra Bahro, Karin Lewandowski und Senay Sisman, (vorne v.li.), Meriam Essalhi, Rasooly Parwaneh, Ministerin Kristin Alheit und Catherine Reinhardt.

Ministerin Kristin Alheit besucht die Internationale Frauenrunde in Itzehoe. Frauen aus mehr als einem Dutzend Ländern sind dabei.

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10. März 2014, 05:00 Uhr

Türkische Dipps, kenianischer Salat oder Brotaufstrich aus Russland – alle Teilnehmerinnen hatten etwas Landestypisches für das „Internationale Frauenfrühstück“ im Kreishaus mitgebracht. Kristin Alheit (SPD), die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung, stellte ihren selbst gemachten Eiersalat zu den anderen Leckereien. Aus dem vielfältigen Angebot im Land zum Internationalen Frauentag hatte sie sich für das Frühstück in Itzehoe entschieden: „Es besteht schon seit ein paar Jahren und ist eine sehr schöne Art, Frauen mit Migrationshintergrund zusammenzubringen. Heute geht es mir darum, einfach dabei zu sein.“

Karin Lewandowski, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Itzehoe, die das Frühstück mitorganisierte, freute sich sehr. „Ich werte das als Anerkennung“, sagte sie. Eingeladen seien alle Frauen gewesen – und an die 60 Teilnehmerinnen kamen zum Frühstücken. Kristin Alheit begrüßte sie: „Am Internationalen Frauentag ein internationales Frauenfrühstück zu machen, finde ich so eine tolle Idee. Zusammen frühstücken, zusammen etwas erleben, sich auszutauschen, das ist ganz wichtig. Das ist ein Bild von dem, was ich mit Gleichstellungspolitik erreichen möchte.“

Vor allem in den Kursen der Volkshochschule, der Caritas und der AWO hatte man für das Internationale Frühstück geworben. Mit einem ihrer Volkshochschulkurse war Ingeborg Bruhn-Güntner gekommen. 21 Frauen aus 13 verschiedenen Nationen brachte sie mit. „Ich finde es ganz wichtig“, erklärte sie. „Bei uns in Deutschland ist der Internationale Frauentag gar nicht so populär, aber für die Frauen aus anderen Ländern ist er ganz wichtig.“ Viele der teilnehmenden Frauen hätten deutsche Partner, andere seien mit der Familie nach Deutschland gekommen. Dass sich die Internationalität auch im Frühstücksbuffet widerspiegelte fand sie gelungen. „Unsere Japanerin hat extra deutsche Marmelade gekocht!“

Fatima Yigit-Külünk kam mit ihrer kleinen Tochter Alara. Die Türkin wurde in Deutschland geboren und lebt seit drei Jahren in Itzehoe. Über den Moscheeverein hatte sie von der Veranstaltung gehört. „Ich war gespannt, wie es abläuft“, sagte sie. „Es ist eine tolle Sache, dass sich die Nationen alle treffen und sich austauschen.“

Maigorzata Kaczmarowska aus Polen kam mit einigen anderen aus dem Volkshochschulkurs. „Wir kennen uns, frühstücken gemeinsam und treffen uns hier.“ Seit einem Jahr lebt sie in Itzehoe und hat bereits selbst einen Kurs an der VHS angeboten: „Ich mache ganz viele Schmucksachen.“ Für Ingeborg Bruhn-Güntner eine Vorzeigeschülerin: „Sie ist ein typisches Beispiel dafür, was man schaffen kann, wenn man es will.“

Aus Glückstadt kam Meriam Essalhi. Die Marokkanerin lebt seit 2009 in Deutschland, seit vier Monaten in Glückstadt. Von der Veranstaltung hatte sie bei der AWO gehört. „Ich möchte Leute kennen lernen“, erklärte sie. „Der Internationale Frauentag ist etwas Besonderes.“

Die Japanerin Michiko Leitner lebt bereits seit 1995 in Deutschland. Mit ihrem Ehemann spricht sie zu Hause ausschließlich Englisch. Erst seit vier Wochen besucht sie den Volkshochschulkurs von Ingeborg Bruhn-Güntner, und ihre Deutschkenntnisse sind bereits beachtlich. Michiko Leitner empfand das Frühstück als Bereicherung: „Es ist locker, man unterhält sich privat.“

Die beiden einzigen Männer in der Runde waren Andreas Hüser und Oliver Michels aus der CDU-Stadtfraktion. „Wichtig ist für uns, dass wir mitreden können“, sagte Michels. „Die Internationalität ist toll.“

JANIKA TIETJENS-ERTZINGER

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