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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 15:31 Uhr

Weltfrauentag : Gleichheit über alle Grenzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Frauen aus mindestens 16 Nationen trafen sich zum Frühstück und diskutierten über politische Themen.

„Wir brauchen noch Stühle – und Tassen!“ – Das Organisatorinnen- und Helferinnen-Team hatte gestern Vormittag alle Hände voll zu tun, insbesondere, um zusätzliche Sitzgelegenheiten ins Muschelzimmer des Kreishauses zu schaffen. Das Interesse am gemeinsamen Frühstück im Rahmen des internationalen Frauentags war enorm. Die Frauen standen vor dem Eingang Schlange – und genossen die Möglichkeit, viele Köstlichkeiten zu sich zu nehmen und dabei miteinander ins Gespräch zu kommen. Und das Nationen-übergreifend. Frauen aus mindestens 16 verschiedenen Herkunftsländern nutzten die Gelegenheit, gemeinsam über die Situation der Frauen in Deutschland und der Welt zu diskutieren.

Anregung dazu gab auch die kurze Willkommensrede von Karin Lewandowski. Traditionell laden am internationalen Frauentag die Frauenbeauftragte der Stadt Itzehoe und Pastorin Maren Schlotfeldt vom Frauenwerk des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf ein. Unterstützt von Frauen aus verschiedenen Organisitonen, Institutionen, Vereinen und Verbänden, die sich auch um das Buffet kümmerten. SPD-Frauen verteilten zunächst in der Innenstadt, dann an die Teilnehmerinnen des Frühstücks rote Rosen.

Karin Lewandowski nahm aktuell Bezug auf die in der Türkei gewaltsam aufgelöste politische Frauendemo. „Das empfinde ich persönlich als ein ganz schlechtes Signal – gegen das Demonstrationsrecht, gegen die Meinungsfreiheit und gegen die Pressefreiheit.“ Sie unterstrich die Notwendigkeit der Gleichberechtigung von Mann und Frau – international ebenso wie national. Und so sei der Frauentag nach wie vor wichtig, um auch politisch Zeichen zu setzen. Zumal, wie die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Tinka Frahm anmerkte, auch Frauen in Deutschland sich nicht gleichberechtigt fühlten – und es auch nicht seien. Frahm nannte als Stichworte insbesondere Lohngleichheit und politische Teilhabe.

Für Katrin Ufen (Pro Familia) bleibt daher der internationale Frauentag wichtig, „weil wir immer noch darum kämpfen müssen, dass die Gleichberechtigung umgesetzt wird“ – vor allem das gleiche Recht auf Arbeitsplätze. Das Frauenfrühstück biete gute Gelegenheit, sich gedanklich auszutauschen. Und: „Dass wir in dieser Form zusammen kommen, hat für mich Symbolcharakter.“ Frauen aus so unterschiedlichen Ländern gelinge es, friedlich miteinander zu kommunizieren, sich völlig zwanglos auszutauschen. „Das ist jedes Jahr toll, und es werden immer mehr.“ Sie finde es gut, dass so viele Nationen vertreten sind.

Diese besondere Möglichkeit, zwanglos miteinander zu frühstücken und zu reden empfindet auch Choui Kuen Reinhardt positiv. „Hier ist es kein Thema, woher die Frauen kommen, welcher Religion sie angehören oder welche Hautfarbe sie haben. Das spielt keine Rolle. Und es ist wichtig zu zeigen, dass wir Gleichheit brauchen.“ Auch Asuman Özsimsek (Moscheeverein) freute sich über das Zusammentreffen beim Frauenfrühstück. Sie würde sich allerdings wünschen, dass keine speziellen Tage mehr notwendig würden, um mehr Gerechtigkeit einzufordern zu müssen.

 

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erstellt am 09.Mär.2016 | 05:16 Uhr

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