Wilster : Glasfaser: Wilster hinkt hinterher

Beim Griff nach dem schnellen Internet tun sich die Wilsteraner schwer. Am 26. Mai läuft die Frist aus.
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Beim Griff nach dem schnellen Internet tun sich die Wilsteraner schwer. Am 26. Mai läuft die Frist aus.

Für den Anschluss durch die Stadtwerke Neumünster fehlen noch hunderte von Verträgen.

shz.de von
17. Mai 2018, 05:07 Uhr

Das könnte noch eng werden: Keine zwei Wochen vor dem Ende des Aktionszeitraums fehlen noch hunderte von Verträgen, damit das Stadtgebiet und mit ihm auch die Nachbargemeinden Landrecht und Stördorf in den Genuss schneller Datennetze kommen. Laut den Stadtwerken Neumünster, die im Auftrag des Breitband-Zweckverbandes Steinburg den flächendeckenden Glasfaserausbau betreiben, waren bis vergangenen Montag erst 266 Verträge unterzeichnet worden. Damit mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, müssen es aber mindestens 700 werden.


Anfängliche Hoffnung auf großes Interesse

Während in vielen Wilstermarschgemeinden die Glasfaserleitungen begeistert aufgenommen wurden und zahlreiche Grundeigentümer auch schon am Netz hängen, tut man sich offenbar vor allem im Stadtgebiet von Wilster schwer. Dabei schien das Interesse groß, wie eine Informationsveranstaltung im Colosseum mit fast 500 Interessierten zunächst erwarten ließ. Großflächig werben die Stadtwerke Neumünster für ihr Angebot auf Plakaten.

Zumindest was die Stadtwerke Neumünster betrifft, scheint Konkurrenz ihr Geschäft nicht zu beleben. Vergangenen Spätsommer waren in zentralen Straßen der Stadt überraschend Baukolonnen aufgetaucht, gleich anschließend vermarktete die Telekom ihren sogenannten Vectoring-Ausbau. Dabei wird zwar Glasfaser bis zu Verteilerkästen gelegt, die Hausanschlüsse selbst gibt es aber nur als Kupferleitung. Der Breitband-Zweckverband reagierte schon im Herbst verärgert und sprach von „Rosinenpickerei“, während man sich selbst dem Ausbau des gesamten ländlichen Raumes verpflichtet sehe.

Offenbar herrscht auch bei manchen Hausbesitzern Verwirrung. Rients Görbitz verfolgt das Thema von Hamburg aus, ist aber indirekt auch betroffen, weil seine Eltern in Wilster zuhause sind. Nach seiner Beobachtung würden durch eine „Telekom-Haustürkampagne unterschwellige Ängste bedient“ und ein nicht vorhandener Zeitdruck aufgebaut. Er ist der Ansicht, dass sich auch nach Abschluss von Verträgen mit anderen Anbietern ein Aufspringen auf den Glasfaserzug noch lohne. Zum einen zahle man erst, wenn ein anderer Vertrag abgelaufen sei. Zum anderen sei mit dem Glasfaseranschluss wohl erst Ende 2019 zu rechnen. Sein Appell: Man sollte die Chance auf einen sehr günstigen Hausanschluss und damit eine Aufwertung der Immobilie nicht verpassen. Der Aktionszeitraum der Stadtwerke Neumünster für den Glasfaserausbau in Wilster endet am 26. Mai.

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