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Schnelles Internet : Glasfaser: Jetzt wird auch die Telekom aktiv

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Konkurrenz für Breitband-Zweckverband: Kommunikations-Riese will Kellinghusen aufrüsten. Ab Oktober sollen 4800 Haushalte in den Genuss schneller Datenleitungen kommen.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2014 | 15:15 Uhr

Während der Zweckverband Breitbandversorgung Steinburg erste Erfolge meldet, steigt mit der Telekom jetzt ein weiterer Anbieter in den offenbar lukrativen Kommunikationsmarkt ein. Das Unternehmen will ab Oktober rund 4800 Haushalte im Ortsnetz Kellinghusen (Vorwahl: 04822) mit Vectoring versorgen. Dahinter verbergen sich Internetanschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Technisch läuft das so: Die Telekom will alle ihre Multifunktionsgehäuse mit Glasfaserleitungen anbinden. Von dort aus werden die Daten auf das bestehende Kupferkabel übertragen und in die Wohnung des Internetnutzers transportiert. Eine spezielle Technik, eben das Vectoring, soll sicherstellen, dass Störungen auf den Kupferkabeln reduziert werden. Laut Telekom würden damit die Übertragungsraten deutlich gesteigert. Ute Hielscher, für den Breitbandausbau in der Region Nord verantwortlich: „In Kellinghusen werden rund zwölf Kilometer Glasfaser neu verlegt und 24 neue Netzverteiler aufgebaut oder ausgetauscht.“ Der Ausbau in Kellinghusen sei Teil einer bundesweiten Breitbandoffensive, bei der die Telekom bis 2018 rund zwölf Milliarden Euro investiere.

Für Kellinghusens Bürgermeister Axel Pietsch, so sagt er in einer von der Telekom verbreiteten Mitteilung, gehört „ein schneller Internet-Anschluss zu den wichtigsten Forderungen, die heute von den Bürgern an die Politik gestellt werden“. Bewusst Werbung für das neue Telekom-Angebot macht er nicht. Aus gutem Grund. Kellinghusen ist nämlich auch Mitglied im Breitband-Zweckverband. Pietsch: „Wir würden uns natürlich freuen, wenn der Zweckverband möglichst schnell auch Kellinghusen mit versorgt.“ Ansonsten: „Das ist eben der Markt, und wir können andere Anbieter ja nicht verhindern.“ Beim Verband verfolgt man den Telekom-Vorstoß eher gelassen. Kreisdezernent Dr. Friedrich Stork, bei dem im Kreishaus alle Fäden zusammenlaufen, sagt mit Blick auf die zu erwartende Anschlussquote: „Da müssen wir in Kellinghusen die Wurst etwas niedriger hängen.“ Damit habe der Verband allerdings auch gerechnet. Ohnehin sei stets betont worden, dass auch jede Zwischenlösung willkommen sei. Stork wie auch Pietsch weisen dabei auf einen technischen Unterschied zwischen der Telekom-Offensive und dem von den Stadtwerken Neumünster eingerichteten Verbands-Angebot hin: Der Zweckverband greife nämlich in keinem Fall auf vorhandene Kupferkabel zurück, sondern verlege Glasfaser bis in die Häuser hinein. Längerfristig gesehen sei das auch die Zukunft.

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