Glanzvoller Abschluss des Krimifests

„Scheiße, in meinem Keller liegt ’ne Leiche“: Die „Helden der Nation“ mit Jugendlichen der Tanzschule Kathrin Giesen.
1 von 5
„Scheiße, in meinem Keller liegt ’ne Leiche“: Die „Helden der Nation“ mit Jugendlichen der Tanzschule Kathrin Giesen.

Viel Prominenz bei der NordMordAward-Verleihung im theater itzehoe. Kurzweiliges Programm sorgt für Begeisterung

23-2176985_23-54650629_1377767596.JPG von
04. November 2013, 05:00 Uhr

Endlose Lobhudelei, dröge Reden – und dazwischen etwas klassische Musik: Es gibt durchaus Gründe, einer festlichen Preisverleihung mit Skepsis entgegen zu sehen. Bei der Verleihung des NordMordAward (NMA) verflogen derartige Befürchtungen schon in der ersten Minute. Mit dem „Kriminal-Tango“ eröffneten Richard Rossbach am Klavier und Tänzer der Tanzschule Giesen die Veranstaltung im theater itzehoe – der schwungvolle Auftakt für einen mordsguten Abend.

Das gefiel auch der Justizministerin: In ihrem ganzen Leben sei sie noch nie vom Kriminal-Tango begleitet worden, stellte Anke Spoorendonk fest. Sie war eine von vielen Prominenten, die nach Itzehoe gekommen waren – in den „Teil unseres Landes, der immer ein bisschen abseits liegt von allem. Nie wirklich wichtig, nie richtig reich“, wie „Mörderator“ Thomas Claaßen aus dem Film „Das Haus an der Stör“ zitierte.

Doch dass Itzehoe durchaus reich ist, habe die KrimiNordica mit ihren mehr als 50 Einzelveranstaltungen bewiesen. „Itzehoe ist reich an kreativen Ideen!“ Das zeigte auch der Abend. Statt Langeweile gab es originellen Rap, Tanz und Gesang, statt dröger Reden kurzweilige Seitenhiebe des Kabarettisten Manfred Degen, der neben Uta Fölster, Präsidentin des Oberlandesgerichtes, und Schauspieler Ingo Naujoks einer der Laudatoren für die Gewinner des Krimipreises war (Bericht Seite 23). Die Geschichten wurden von Hanno Hotsch und Stephan Fritzsche vom NDR sowie Musiker Hans Schüttler fesselnd in Szene gesetzt.

„Eine Stadt, die so konsequent auf Mord und Totschlag setzt – das müssen wir unterstützen“, begründete Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags, weshalb der sh:z den NMA zu seiner Sache gemacht und einen Publikumspreis ausgelobt habe. Die Idee zur Veranstaltung sei einfach toll – und er habe selten ein Team gesehen, dass so engagiert eine Idee vorangebracht habe. Mit seiner Hoffnung, dass es nicht der letzte NMA war, war Matthiesen nicht allein. „Ich fände eine Wiederholung schön“, meinte Dr. Thorsten Matthée aus Hohenaspe. „Das wird sich herumsprechen und beim nächsten Mal noch mehr Leute anziehen.“ Vor allem der Vortrag der Geschichten sei großartig gewesen, meinte Kerstin Matthée: „Es hat mir sehr gut gefallen, es war ein schöner, interessanter, unterhaltsamer Abend.“

Das fand auch Antoinette Deister: „Eine supertolle Veranstaltung! Auch die Auftritte der Tanzschule waren schön.“ „Eine tolle Mischung“, bestätigte Professor Dr. Arno Deister, der als Psychiater auch an „Kuddel ist tot“ mitgewirkt hat. „Sowas brauchen wir für Itzehoe.“

Bürgervorsteher Heinz Köhnke fand es „ausgezeichnet“, und Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen staunte, wie locker sich Gegensätzliches verbinden ließ: „Ungewöhnlich, aber harmonisch.“

Auch Goldschmiedin Carolin Kröhnke, die den Preis geschaffen hat, war begeistert: „Hut ab! Es war super.“ Der Gewinnerin Marina Hansen gönne sie den Preis von Herzen, „so bescheiden, wie sie aufgetreten ist“.

So viel Lob – Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula war überwältigt. „Es war ein glanzvoller Schlusspunkt. Das Theater war fast ausverkauft, das hat uns ganz stolz gemacht“, sagte sie. Und Ingo Naujoks, der wisse nun, wo Itzehoe ist.

Nicht nur das: „Es war super“, lobte er. „Ich kenne viele Preisverleihungen, die sind oft trocken und fade.“ In Itzehoe empfand er es als „kurzweilig und uneitel, sehr sympathisch“. Die KrimiNordica sei ein tolles Aushängeschild für die Stadt. „Da sollte man nicht bescheiden sein, es war spitze, da wollen wir mehr davon.“ Auf ihn können die Itzehoer zählen: „Ich komme sehr gerne wieder!“

Itzehoe – das ist eben doch kein abgelegener, weißer Fleck auf der Landkarte. „Es ist unsere Heimat“, gab Thomas Claaßen den Besuchern mit auf den Weg. „Darauf können wir schon auch ein bisschen stolz sein.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen