Ideen für Glückstadt : Gläserne Brücken für den Fleth

Die Böden der Brücken werden saniert.
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Die Böden der Brücken werden saniert.

In den 1970er Jahren plante Architekt Reinhold Wuttke den Ausbau des Fleths – jetzt stellt er Sanierungsmöglichkeiten vor.

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27. Juni 2018, 05:15 Uhr

Reinhold Wuttke hatte einst in den 70er Jahren den Ausbau des Flethes geplant. Jetzt ist er in die Planung für die Sanierung eingebunden – gemeinsam mit seinem gleichnamigen Sohn. Im Bauausschuss verblüffte der Architekt mit einer besonderen Idee: die Böden der Flethbrücken sollten künftig einen Boden aus Glas bekommen, so sein Vorschlag. „Wir tauschen das Holz gegen Glas aus und beleuchten die Böden seitwärts. Als Lichtebenen dienen LED-Kanten.“ Das Holz des Bodens soll durch eine Stahlkonstruktion ersetzt werden. „Damit bekommen die Brücken ein Alleinstellungsmerkmal.“ Als Beispiele für erleuchtete Brücken nannte er Venedig und London. Ziel sei es, dass Umfeld des Fleths in einem Gesamtkonzept barrierefrei und attraktiv zu gestalten.

Reinholdt Wuttke kennt das Bauprojekt Fleth wohl wie kein anderer, denn er plante es bereits 1974. Jetzt geht es darum, das Bauwerk zu sanieren. Finanziert werden soll die Maßnahme durch Städtebaufördermittel. Das Projekt hat Wuttke in drei Teile aufgeteilt: Norderfleth, Süderfleth und Mittelfleth am Markt. Die erste Kostenschätzung für die Umgestaltung des Marktfleths liegt bei einer halben Million Euro. Dafür soll der Mittelfleth so ausgebaut werden, dass sich Menschen dort gern aufhalten. Voraussetzung ist, dass in dem Bereich das Tempo für den Verkehr gedrosselt wird.

Für die Umgestaltung der Freiflächen direkt am Fleth rechnet die Stadt mit 100 000 Euro – hinzu kommen Planungs- und Nebenkosten. Bei der Bewilligung von Städtebaufördermitteln muss sich die Stadt immer mit je einem Drittel an den entstehenden Kosten beteiligen.

Der Abschnitt des Marktfleths soll als einheitlich gestaltete Fläche so hergerichtet werden, dass sich der optische Eindruck einer Platzfläche ergibt. Die Treppenanlage werde heute kaum genutzt, so der Architekt. Der Platz sei ohne Funktion. „Wir müssen neu über eine Gesamtsituation nachdenken“, sagte Wuttke. „Der Platz sollte bespielt werden.“

Die Gehwege am Fleth sind mit einer Breite von einem Meter sehr schmal und können verbreitert werden. Probleme bereiten jedoch der Baumbestand und unterschiedliche Geländehöhen, so dass erst im Rahmen einer Detailplanung geklärt werden kann, ob und in welchen Bereichen eine Verbreiterung möglich ist.

Auch sei die Pflasterung aus Katzenkopf nicht sinnvoll, so der Architekt. „Sie ist damals beim Bau des Flethes vom Denkmalschutz gefordert worden.“ Die zwischen Fußweg und Bohlenwand des Fleths bestehende Pflasterung sollte durch geschnittenes Pflaster ersetzt werden. Was am Süderfleth fehlt, ist ein barrierefreier Übergang zum Hafen.

Nach dem Vortrag Wuttkes erklärte Bauamtsleiter Lüder Busch, dass zunächst ein Grundsatzbeschluss gefällt werden sollte, bevor es in die Detailplanung gehe. Erst dann würden auch die Kostenschätzungen im Einzelnen ermittelt werden. Die gesamte Maßnahme, so Busch, ist bereits mit dem Innenministerium abgestimmt.

Die Mitglieder im Bauausschuss waren einerseits angetan von den Ideen, andererseits aus verschiedenen Gründen skeptisch. Christine Berg (Grüne) monierte die Kosten, Jürgen Albers (Bürger für Glückstadt) äußerte die Sorge, dass das Glas auf der Brücke zerkratzt werden könnte. Bürgermeisterin Manja Biel sieht in der Planung für den Mittelfleth hingegen eine Chance, dort endlich das Tempo für Fahrzeuge zu vermindern. Die Politiker fassten dann keinen Grundsatzbeschluss, sie beschlossen den Punkt zu vertagen.

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