Gigantische Sandberge – dazu Bratwurst

Robert  Pieper
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Robert Pieper

Ecklaker können sich bei einem Tag der offenen Tür bei Wurst vom Grill und Getränken das Bodenlager Dyhrrsenmoor anschauen

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26. Juni 2015, 09:34 Uhr

Die Ecklaker Bürger haben nicht nur in den Gemeinderatssitzungen die Chance, sich durch aktuelle Fachvorträge über den Stand der Bauarbeiten für das Bodenlager Dyhrrsenmoor zu informieren, sondern werden in Kürze auch zu einem „Tag der offenen Tür“ auf die Baustelle südlich des Nord-Ostsee-Kanals eingeladen. Am Sonnabend, 18. Juli, sind Interessierte von 11 bis 14 Uhr willkommen. Neben Bratwurst und Getränken gibt es auch Führungen auf das wachsende Bodenlager, das gegenwärtig für die Aufnahme des Bodenaushubs aus dem Bau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel ertüchtigt wird. Mit der Einlagerung des Erdaushubs aus der Schleusenkammer wird ab 2016 begonnen.

Wie Robert Pieper als Projektverantwortlicher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel für das Bodenlager und den Erdbau der Schleusenkammer berichtete, soll noch in diesem Jahr der 2. Schiffsanleger im Kanal auf der Ostseite des 1,5 Kilometer langen und 450 Meter breiten Areals angelegt werden. Förderbandanlage und Wasserbehandlungsanlage sind bereits ebenso fertiggestellt wie der äußere Rand der 65 Hektar großen Baufläche einschließlich der Umzäunung. Von außen könne kein Unbefugter auf die Baustelle gelangen, versicherte Pieper.

Der Oberbauleiter des bauausführenden Unternehmens Wayss & Freytag, Andrés Klüxen, sprach von großen Baufortschritten bei der Vorbereitung des Bodenlagers. Dazu werden insgesamt fünf Millionen Tonnen Sand eingebracht, um die Fläche der vier Lagerparzellen vorzubereiten und 5,8 Kilometer Straßen mit einer Breite von 25 Metern bis zu vier Meter hoch aufzuschütten. Nach den geplanten Setzungen würden die Ringstraße und drei Querstraßen etwa zweieinhalb Meter hoch über dem Niveau liegen.

Das im Bodenlager anfallende Wasser wird in einer eigens für diesen Zweck gebauten Wasserbehandlungsanlage gereinigt, von Schad- und Schwebstoffen gereinigt und dann als Reinwasser nach genauer Analyse an den NOK abgegeben. „Die Pumpe schafft 700 Kubikmeter pro Stunde“, teilte Klüxen mit.

Zurzeit wird der benötigte Sand aus einem früheren Spülfeld bei Beldorf nahe Albersdorf entnommen und über eine Förderanlage auf Transportschiffe verladen. „Bisher haben wir hier 300  000 Kubikmeter entnommen und zum Dyhrrsenmoor gebracht“, zeigte sich der Oberbauleiter zufrieden. Der Abbau der letzten 400  000 Kubikmeter werde noch bis Ende Juli dauern. „Wir schaffen pro Woche 40  000 Kubikmeter“, rechnete Andrés Klüven vor. Für den Transport werden drei Schiffe eingesetzt, die jeweils bis zu 900 Kubikmeter Sand aufnehmen können. Pro Schiffe wird mit einer Umlaufzeit von zwei Stunden mit Be- und Entladen sowie Fahrzeit gerechnet.

Für den Bodentransport innerhalb des Bodenlagers haben die Fachleute auf den Einsatz der rund 100 Tonnen schweren „Dumper“ verzichtet und zur Schonung des Untergrundes das Ameisenprinzip mit den wesentlich leichteren Muldenkippern gewählt. Das soll gewährleisten, dass Grundbrüche weitestgehend ausgeschlossen werden können. „Ein aktueller Grundbruch mitten im Gelände wird zurzeit saniert“, sagte Klüxen. Er fügte aber hinzu: „Grundbrüche, die nach außen dringen, haben wir nicht. Wir kippen nicht unkontrolliert ab, sondern sorgen für eine großflächige Bodenbelastung.“

Seitens der Zuhörer wurde kritisiert, dass es entgegen aller Zusagen immer wieder Baustellenverkehr auf der Stichstraße zur Baustelle gebe. Damit solle jetzt aber Schluss sein, versprach Andrés Klüxen. Man habe das Tor abgeriegelt und verschlossen. Ein anderer Bürger beklagte sich über ständige Pieptöne der schweren Baufahrzeuge. „Das ist eine Vorschrift der Berufsgenossenschaft und dient der Sicherheit der Bauarbeiter“, begründete der Oberbauleiter diese Geräuschkulisse. „Es nervt – und das ganz viel“, mahnte Karl Schröder an.

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